Kommentar von Dirk Häußermann, Informatica

Data Governance – so beherrscht man die Datenflut

| Autor / Redakteur: Dirk Häußermann / Nico Litzel

Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica
Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica (Bild: Informatica)

Die Notwendigkeit, schnell auf Daten zugreifen zu können, ist quasi allgegenwärtig. Händler müssen innerhalb von Sekunden in der Lage sein, Spitzenwerte ihres Webseiten-Traffics zu verstehen, Advertising-Anbieter müssen ihre Angebote für Werbeflächen flexibel anpassen und Gaming-Apps sollten die nächsten Schritte ihrer Nutzer in Echtzeit voraussagen können.

Daten haben bei der Entscheidungsfindung schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Bisher kam die Mehrheit der Daten aus transaktionellen Datenbanken und unstrukturierten Quellen wie E-Mails. In einem digitalen Zeitalter liegen unternehmenskritische Daten jedoch oftmals außerhalb der Unternehmensperimeter, beispielsweise in Konversationen über Social Media, CRM-Software und cloud-basierten Storage-Applikationen.

Dieser Trend hat sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt: Sensible Daten vermehren sich über Systeme und Applikationen hinweg und von mobilen Endgeräten hin zu USB-Geräten und Cloud-Applikationen. Die große Herausforderung für Unternehmen dabei: mithalten!

Unternehmen, nicht die IT, besitzen die Daten im Unternehmen

Der Gründer von Salesforce, Marc Benioff, erklärte kürzlich: „Die Revolution der Informationswissenschaft wird die Art und Weise, wie wir unsere Geschäfte führen, fundamental ändern – dies gilt für jedes Unternehmen. Unsere größte Herausforderung wird es sein, Daten sinnvoll zu nutzen. Wir brauchen eine neue Führungskräftegeneration, die Daten versteht und mit ihrer Hilfe Unternehmen führt.“

Ähnlich wie Menschen, Geld und Eigentum sind Daten ein Geschäfts-Asset. Unternehmen, die Daten als Asset ansehen und nutzen, verstehen, dass sie mit der IT in Sachen Datenanforderungen zusammenarbeiten müssen, um eine Kultur der „Business Data Ownership“ zu etablieren. Data Governance-Prozesse, die Richtlinien, Definitionen und Datennutzung in Unternehmen durchsetzen, werden von der IT benötigt, um die richtigen Informationen bereitzustellen.

Wir sehen bereits jetzt einen Kulturwechsel in vielen Organisationen. Unter anderem werden neue Fachkräfte wie etwa der Chief Data Officer eingestellt. Er ist dafür zuständig, persönliche Daten zu schützten und zu sichern sowie die Potenziale der Daten-Assets des Unternehmens auszuschöpfen. Basierend auf Daten-Assets führt er bessere Services und innovativere Produkte ein oder führt bessere Kundenakquisitionen durch – sein Erfolg schlägt sich also direkt im Umsatz nieder.

Letztlich gilt: Die Einblicke und die Intelligenz, die durch den Datenzugriff entstehen, können einflussreich sein. Dennoch: Keine Analytics-Applikation wird alle bisher unbeantworteten Fragen beantworten. Die Basis des Erfolgs sind vielmehr die richtigen Prozesse, Leute und Technologien, die Daten integrieren, reinigen, sichern und bereitstellen, um Geschäftserkenntnisse und den Mehrwert für die Shareholder voranzutreiben.

Auf die Datenhygiene achten

Heutzutage müssen Unternehmen sehr agil sein, wenn es darum geht, große Volumina brandneuer Datenquellen zu erschließen und sinnvoll zu nutzen. Das Volumen und die Vielfältigkeit der Daten wachsen stärker als je zuvor; Unternehmen müssen deshalb die richtigen Daten in CRM-, SFA-, HR- oder Buchhaltungssysteme einpflegen, auf deren Basis täglich Geschäftsentscheidungen getroffen werden. Viele Unternehmen tun sich noch schwer dabei, hinter die Fassade zu schauen und die relevanten Daten zu vernetzen.

Fehlen Daten in Unternehmensapplikationen oder sind sie veraltet oder falsch, suchen Anwender die Schuld oftmals zuerst bei der Anwendung. Anwender sollten aber nicht vergessen, dass der Wert der Daten in direkter Beziehung zum Zeitfaktor steht. Die Daten waren vielleicht zum dem Zeitpunkt perfekt, präzise und nützlich, zu dem sie gesammelt wurden. Verschiedene Aspekte und Faktoren ändern sich jedoch, je mehr Zeit seitdem vergeht.

Meistens hängt es an der Art und Weise, wie Daten durch IT in eine App integriert werden. Daten bewegen sich von einem System zum nächsten und werden oftmals mit Daten aus anderen Applikationen kombiniert. Die Wahrscheinlichkeit, dass hierbei Fehler entstehen, ist entsprechend hoch. Das Ergebnis: Prozess, Architektur und Werkzeuge, die nötig sind, um Daten zu sammeln und aktuell zu halten, sind fast genauso wichtig wie die Unternehmensapplikationen, die Funktionen im Front-, Mid- und Back-Office unterstützen.

Die richtigen Daten besitzen

Unternehmen haben bereits erkannt, dass die richtigen Daten für den Unternehmenserfolg unabkömmlich sind. In der heutigen digitalen, mobilen und cloudgetriebenen Welt entstehen jede Sekunde neue Datenarten. Man redet über Zettabyte vs. Petabyte, wenn es um Daten geht. Große Datenberge zu analysieren ist nicht neu und die Produktivität vieler Positionen in Unternehmen – sei es nun im Marketing, Vertrieb oder Service – hängt von der Fähigkeit ab, Daten schnellstmöglich innerhalb und außerhalb eines Unternehmens und seiner Anwendungs-Ökosphäre zu bewegen.

In einer Welt, in der Datenmengen immer schneller wachsen, hängen Wettbewerbsvorteile stark von der Fähigkeit eines Unternehmens ab, Daten schnellstmöglich zu integrieren, zu verarbeiten, zu speichern und zu analysieren. Daten zu managen und Data Governance zu beherrschen wird für Unternehmen, die im Cloud-Zeitalter erfolgreich sein wollen, zum Schlüsselfaktor. Beispielsweise ändert sich die Art und Weise, wie Versicherungen Risiken kalkulieren oder wie Telekommunikationsunternehmen Kundenkündigungen vermeiden.

Auf der anderen Seite werden Unternehmen, die das nicht durchführen und sich nicht anpassen, Probleme haben, ihren Erfolg zu halten oder auszubauen. Um dies zu vermeiden, müssen Unternehmen Plattformen evaluieren, die eine umfassende Datenstrategie unterstützen. Eine Strategie, die Skalierbarkeit, Qualität, Governance, Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität umfasst und die passende Infrastruktur für die Datenverarbeitung bietet. Unabhängig davon, ob die Daten on-premise, in der Cloud oder in einer hybriden Kombination aus beidem liegen.

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