BARC-Studie veröffentlicht

Compliance treibt Data Governance an

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Datenqualität ist bei Data Governance immer noch die größte Herausforderung.
Datenqualität ist bei Data Governance immer noch die größte Herausforderung. (Bild: BARC)

Das Business Application Research Center (BARC) hat mit „How To Rule Your Data World“ eine Studie rund um die Einstellung von Unternehmen zum Thema Data Governance veröffentlicht.

Laut der BARC-Studie ist das Einhalten von Compliance-Vorgaben der größte Antrieb für Data-Governance-Initiativen. Dabei sind aber klare regionale Unterschiede zu verzeichnen: In Europa nannten 64 Prozent der Befragten diesen Sachverhalt, während es in Nordamerika (48 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum (30 Prozent) deutlich weniger waren. Die Marktforscher sehen in der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Ursache dafür. Sie scheint ihre Wirkung zu entfalten und speziell Unternehmen im europäischen Raum zur Umsetzung von Data Governance zu treiben.

Unterschätztes Potenzial

Allerdings warnen die Experten davor, Data Governance nur zur Einhaltung rechtlicher Vorschriften einzuführen. Dies sei mit dem Risiko verbunden, das Thema auf restriktive Prozesse zu reduzieren. „Unternehmen unterschätzen hier definitiv, was für ein enormes Potenzial sich im Hinblick auf die Qualität von Daten bietet. Ein gut definierter Data-Govnernance-Prozess hilft, die Sichtweisen von Datensammlern und Datenkonsumenten näher zusammenzubringen und so insgesamt zu einer besseren Datenqualität beizutragen. Wir beobachten regelmäßig, dass Unternehmen den tatsächlichen Mehrwert von Data Governance, der weit über das Einhalten von Regeln hinausgeht, nicht wahrnehmen“, erklärt Timm Grosser, Senior Analyst von BARC und Co-Autor der Studie. Als wichtigste Maßnahme gilt in Unternehmen derzeit die Entwicklung eines Datenkatalogs, dicht gefolgt von der Etablierung neuer Rollen und Prozesse. Wo bereits Data Governance etabliert wurde, wird dagegen eher auf die praktische Umsetzung geachtet, etwa durch Datenqualitätsmonitoring und interne Schulungen.

Weitere Ergebnisse

Die Studie zeigt auch den Nutzen von Data Governance auf. So berichten 53 Prozent der Firmen, dass sich Entscheidungsfindungsprozesse verbessert haben und ein einheitliches Datenverständnis erreicht wurde. Zudem helfen Governance-Maßnahmen dabei, optimale Bedingungen für datengetriebenes Arbeiten zu schaffen und den Weg zum digitalen Unternehmen zu ebnen (47 Prozent). Als größte Herausforderung gilt nach wie vor die unzureichende Datenqualität. Deren Verbesserung scheitert meist an organisatorischen Hürden. Zudem mangelt es allgemein an der Akzeptanz und Priorisierung von Data Governance, sowohl in der Geschäftsführung als auch in den Fachbereichen.

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