Datenschutz, Governance, Datenzugriff Cisco-Studie: KI treibt Datenschutz-Investitionen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit wachsender KI-Nutzung investieren Unternehmen in Deutschland massiv in Datenschutz und Governance. Gleichzeitig zeigen sich strukturelle Defizite bei Datenzugriff, KI-Governance und grenzüberschreitendem Datenfluss, wie eine aktuelle Studie von Cisco zeigt.

KI-Anwendungen sind im Alltag angekommen. Der steigende Bedarf an Daten rückt Fragen zu Datenschutz, Governance und Vertrauen stärker in den Fokus, zeigt die Cisco-Studie.(Bild:  Cisco)
KI-Anwendungen sind im Alltag angekommen. Der steigende Bedarf an Daten rückt Fragen zu Datenschutz, Governance und Vertrauen stärker in den Fokus, zeigt die Cisco-Studie.
(Bild: Cisco)

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert den Stellenwert von Datenschutz grundlegend. Laut der „Cisco 2026 Data and Privacy Benchmark Study“ haben 90 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Datenschutzprogramme im Zuge der KI-Einführung ausgeweitet, 93 Prozent planen weitere Investitionen. Bemerkenswert ist dabei die Höhe der Ausgaben: 41 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland investierten im vergangenen Jahr mindestens fünf Millionen US-Dollar in Datenschutzmaßnahmen.

Datenschutz wird dabei nicht mehr primär als regulatorische Pflicht verstanden. Fast alle Unternehmen sehen robuste Datenschutz-Frameworks als Voraussetzung für Innovationsfähigkeit und Agilität im KI-Umfeld. Entsprechend betrachten 95 Prozent der Befragten Datenschutz als zentralen Faktor für Vertrauen in KI-gestützte Dienste.

Governance vorhanden, aber kaum ausgereift

Trotz der hohen Investitionen bleibt die organisatorische Reife begrenzt. Zwar verfügen rund 79 Prozent der deutschen Unternehmen über ein dediziertes KI-Governance-Gremium, doch nur zehn Prozent bewerten diese Strukturen als ausgereift. Parallel dazu verschärft sich ein zentrales operatives Problem: 61 Prozent der Unternehmen geben an, nicht effizient auf relevante und qualitativ hochwertige Daten zugreifen zu können.

Gerade für KI-Systeme, die auf verteilte und heterogene Datensätze angewiesen sind, wird der Datenzugriff damit zum Engpass. Die Studie deutet darauf hin, dass Governance-Strukturen und Datenarchitekturen häufig nicht mit dem Tempo der KI-Einführung Schritt halten.

Datenlokalisierung bremst globale KI-Szenarien

Zusätzliche Komplexität entsteht durch regulatorische Anforderungen an Datenlokalisierung. 71 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich mit steigenden Vorgaben zur lokalen Datenhaltung konfrontiert. Bei 84 Prozent haben diese Anforderungen Kosten, Komplexität und Risiken bei der grenzüberschreitenden Bereitstellung digitaler Services erhöht.

Entsprechend geben 70 Prozent der Befragten an, dass Datenlokalisierung ihre Fähigkeit einschränkt, weltweit konsistente 24/7-Dienste anzubieten. Vor diesem Hintergrund sprechen sich 82 Prozent der Unternehmen für harmonisierte internationale Datenschutz- und Datenstandards aus.

Datenschutz als Wettbewerbsfaktor

Unterm Strich zeigt die Studie einen klaren Paradigmenwechsel: Datenschutz und Daten-Governance werden zunehmend als wirtschaftlicher Faktor verstanden. Nahezu alle Unternehmen ziehen nach eigenen Angaben messbaren Nutzen aus ihren Datenschutzinitiativen, etwa durch höhere Innovationsgeschwindigkeit, bessere Skalierbarkeit von KI-Anwendungen oder stärkere Kundenbindung.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass Investitionen allein nicht ausreichen. Ohne belastbare Governance-Strukturen und funktionierenden Zugriff auf hochwertige Daten droht Datenschutz zur gut finanzierten, aber operativ wirkungslosen Hülle zu werden.

Drei Kernaussagen der Cisco-Studie
  • Datenschutz ist jetzt KI-Infrastruktur. Unternehmen investieren nicht mehr nur wegen Regulierung, sondern weil ohne saubere Datenschutz- und Governance-Strukturen keine KI skaliert und kein Vertrauen entsteht.
  • Das Nadelöhr sind Daten, nicht Budgets. Budgets und Gremien sind vorhanden. Was fehlt, ist der zuverlässige Zugriff auf hochwertige Daten und eine Governance, die im Alltag funktioniert und nicht nur auf dem Organigramm.
  • Globale KI trifft auf kleinteilige Datenregeln. Datenlokalisierung erhöht Kosten und Komplexität, während eine klare Mehrheit international harmonisierte Regeln für praktikabler hält.

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