Projekt ProTrain gestartet

Big Data optimiert Regionalverkehr

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Teléfonica steuert anonymisierte Mobilfunkdaten zum Projekt bei.
Teléfonica steuert anonymisierte Mobilfunkdaten zum Projekt bei. (Bild: Teléfonica)

Im Raum Berlin-Brandenburg haben sich acht Projektpartner zusammengeschlossen, um den öffentlichen Nahverkehr mit Hilfe von Big Data zu optimieren. Das Projekt ProTrain ist ab sofort gestartet und auf drei Jahre angelegt.

Ziel von ProTrain ist eine bessere Verteilung der Fahrgäste im Bahnverkehr und damit eine optimierte Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten. Die Verkehrsbetriebe sollen auf Basis der Big-Data-Analyse die tatsächliche und zu erwartende Nachfrage detaillierter bestimmen und dadurch proaktiv reagieren können. Reisende erhalten in Echtzeit Informationen zu alternativen Verbindungen oder Wagen mit freien Plätzen. Das Projekt betrachtet die Linien RE3 (Lutherstadt Wittenberg – Berlin – Stralsund/Schwendt) und RE5 (Wünsdorf – Waldstadt – Berlin- Rostock/Stralsund) als repräsentativ, da sie sowohl Pendlerbeziehungen zwischen Berlin und Brandenburg als auch touristische Verbindungen zur Ostsee abdecken.

Bewegungsströme erkennen

Für die Analysen setzt ProTrain auf bereits vorhandene Daten und Datenquellen sowie anonymisierte Mobilfunkdaten, die vom Partner Telefónica NEXT beigesteuert werden. Letztere fallen im normalen Geschäftsbetrieb von Teléfonica Deutschland an und entstehen, wenn Handys beim Surfen oder Telefonieren mit den Mobilfunkzellen kommunizieren. Aus der Kombination aller Daten lassen sich unter anderem Bewegungsströme für verschiedene Fahrgastgruppen und unterschiedliche Tageszeiten ableiten. „Unsere anonymisierten Mobilfunkdaten geben dem Projekt wichtige Informationen darüber, wo viele Reisen beginnen und wo sie enden. Die Daten bilden somit ab, welche Reiserouten von Start bis Ziel am gefragtesten sind – selbst wenn es dort noch gar keine Bahnverbindung gibt“, erläutert Dr. Nicolaus Gollwitzer, CEO von Telefónica NEXT.

Zusätzliche Kommunikationskanäle

ProTrain will außerdem geeignete Kommunikationskanäle für Fahrgäste entwickeln. Über Informationen per App oder direkt an Bahnsteigen sollen die Reisenden etwa volle Züge umgehen können. Anbieter im Nah- und Regionalverkehr sollen zusätzlich durch die smarte Analyse der Datenmengen in die Lage versetzt werden, Verkehrsangebote und Lenkung der Fahrgäste zu Stoßzeiten besser zu planen und zu optimieren. Das Projekt läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird im Rahmen des Programms für Mobilitätsideen („mFUND“) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Ergebnisse sollen nach erfolgreichem Abschluss auf weitere Regionen in Deutschland übertragen werden.

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