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Monetarisierung von Daten

Big Data eröffnet neue Geschäftsmodelle

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Auf einem anderen Gebiet sammelt TomTom, der führende Anbieter von Produkten und Services für Tracking und Navigation, auf Tagesbasis Milliarden von Datensätzen von den Zwei-Wege-GPS-Systemen seiner Kunden. Diese Daten werden genutzt, um die Routenempfehlungen für die Anwender in Echtzeit zu optimieren (zur Vermeidung von Staus oder Baustellen). Sie werden aber auch verkauft (in konsolidierter und anonymisierter Form) – zum Beispiel an lokale Behörden, die über Verbesserungen an Straßen und Infrastruktur nachdenken.

Diese zwei Beispiele illustrieren, wie Big Data die Geschäftsmodelle von Firmen verändern und neue Umsatzquellen erschließen kann. Speziell im Fall von TomTom hat das Unternehmen sein Business nicht geändert, aber neue Umsatzquellen mit neuen Kunden gefunden.

Eine radikale Veränderung des Geschäftsmodells

Der nächste Meilenstein zeichnet sich bereits ab. Einige Unternehmen werden ihre Geschäftsmodelle durch die Monetarisierung von Big Data dramatisch verändern. Ein Beispiel: Ein Hersteller von Sportschuhen sucht nach Wachstumsmöglichkeiten in einem sehr harten Wettbewerbsumfeld. Er beobachtet den Fortschritt des Internets der Dinge und sieht in der „Quantified-Self“-Bewegung ein Mittel für eine radikale Veränderung des Geschäfts.

Der Hersteller kann sich entscheiden, vernetzte Schuhe in guter Qualität anzubieten (oder mit Verlust verkaufen), um mehr Wert aus den gesammelten und monetarisierten Daten zu ziehen. Das Modell ist das von Google, das eine Suchmaschine (und sogar einen Browser und ein Betriebssystem) anbietet, um besser Daten sammeln zu können, die dann kommerziell genutzt werden. In diesem Fall behält der Sportschuhhersteller sein ursprüngliches Geschäftsmodell bei, das zu einem „Vorwand“ wird, um Daten zu sammeln und sich in einem komplett neuen Geschäft zu positionieren.

Vorreiter Apple und Google

Die Möglichkeiten sind im Grunde grenzenlos. Große Unternehmen verstehen das, so wie etwa Apple mit dem Verkauf von Musik und Apps oder Google mit dem Kauf von Nest ein neues Business gestartet haben. Immer mehr Unternehmen werden in Zukunft nach alternativen Wegen suchen, die von der ursprünglichen Linie abweichen. Man sollte beispielsweise die Automobilhersteller im Auge behalten, die sich bereits mit Finanzierungs- und Versicherungsservices von ihrem historischen Geschäftsmodell, dem Bau und Verkauf von Autos, entfernt haben. Jetzt entwickeln sie sich zu Betreibern von Carsharing-Services (man denke an Zipcar) und schaffen zusätzliche Werte, indem sie das Fahrverhalten analysieren und diese Analysen zu Geld machen.

Eine echte Revolution ist im Gange. Daten sind und werden auch weiterhin das Herz der Geschäftswelt im 21. Jahrhundert sein. Und die Giganten von morgen werden heute gemacht.

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