Nachbericht IFS-Anwenderkonferenz und KI-Roundtable Bei den Angeboten von IFS steht Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Für Mark Moffat, CEO von IFS, führt bei betriebswirtschaftlichen Anwendungen wie ERP oder CRM kein Weg an Künstlicher Intelligenz vorbei. Auf der IFS-Kundenkonferenz „IFS Unleashed“ präsentierte er 60 neue KI-Funktionen als Highlight des kommenden Herbst-Releases der IFS Cloud, das insgesamt 200 Neuerungen umfasst.

CEO Mark Moffat eröffnete die Kundenkonferenz „IFS Unleashed“. (Bild:  IFS)
CEO Mark Moffat eröffnete die Kundenkonferenz „IFS Unleashed“.
(Bild: IFS)

Für Monika Schmetzer, Director Business Operations in der DACH-Region, steht IFS auf dem lokalen Markt in erster Linie für das Service-Geschäft. „Während wir international in mehreren Branchen tätig sind, konzentrieren wir uns im deutschsprachigen Raum insbesondere auf die Manufacturing- und Service-Industrie. Hier wollen wir in der Vorreiterrolle im Asset- und Field-Service-Management wahrgenommen werden.”

Mark Moffat, CEO von IFS, sieht auch international eine Führungsrolle für das Unternehmen: „Unsere ausgezeichneten Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2024 spiegeln unsere Verpflichtung wider, die Herausforderungen der Industrie mithilfe von Industrial AI zu lösen. IFS.ai treibt die nächste industrielle Revolution an, und unser stetiges Wachstum belegt den Mehrwert, den wir unseren Kunden und Partnern liefern.“ Die klare Vision des Unternehmens bestehe darin, der unbestrittene Marktführer in der Industrie-Software zu werden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Künstliche Intelligenz wird laut Moffat auf dem Weg dorthin eine zentrale Rolle spielen. Um Kunden das optimale Portfolio an passenden Lösungen anbieten zu können, arbeitet IFS mit einer Reihe von Partnern zusammen. Zentral ist dabei nach den Worten von Stefan Issing, Presales Director für die DACH-Region, vor allem Microsoft mit seiner Plattform Azure, auf der die gesamte IFS Cloud betrieben wird. Ein weiterer wesentlicher Technologiepartner für IFS ist Oracle, der die entsprechende Datenbankpower liefert.

Auch die Aktualität ist dabei ein besonderes Merkmal: „Wir verfolgen einen Ansatz, bei dem IFS Cloud alle sechs Monate ein neues Release erhält“, erklärt Issing. „So können die Nutzer regelmäßig von neuen Funktionen und Innovationen profitieren – besonders im Hinblick auf die rasante Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz ist das ein echter Vorteil.“

KI-gestützte Module in 24R2

Ein solches Update steht mit dem Release 24R2 Ende November an. Laut ersten Informationen dazu arbeiten die vorhandenen KI-Funktionen eng mit den Webservices zusammen und bedingen sich sogar gegenseitig. Einblicke aus den operativen und anderen Systemen können die taktische und strategische Entscheidungsfindung, die Gestaltung von Innovationen, die Preise sowie Produktstrategien fördern, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. KI-gestützte Dienste helfen Unternehmen, ihre Daten zusammenzuführen, um Trends vorherzusagen, Anomalien zu erkennen und Marktchancen zu identifizieren, aber auch um Aufgaben zu automatisieren, Abläufe zu optimieren und eine interaktive Kundenunterstützung bereitzustellen.

Ermöglicht wird dies durch Dienste auf der Ebene der IFS.ai Orchestration. Damit lassen sich Dienste aus der IFS.ai-Data Foundation mit Services der IFS.ai User Experience koppeln. Das Ergebnis sind Ressourcenzuweisung und -optimierung, Asset Performance Management sowie Wartungsvorhersage und Anomalieerkennung. Diese Ebene steuert KI-basiert Enterprise- und Prozess-Simulation sowie die kontinuierliche Optimierung von Abläufen, Terminplänen und Personaleinsatz. „Wenn diese Muster und Ansätze in der Software-Architektur unterhalb der Use Cases angesiedelt sind, kann der Anbieter sie immer wieder verwenden“, erläutert Stefan Issing. „Das erlaubt es ihm, seine Software für jedes Update mit zusätzlichen KI-Anwendungen auszustatten.“

Neue Copiloten steigern die Effizienz

In der neuen Version 24R2 von IFS Cloud wurde die dynamische und KI-gestützte Benutzer-Homepage namens „Home“ eingeführt. Diese Funktion gibt Disponenten und anderen Nutzern einen umfassenden Einblick in den aktuellen Status von Projekten. Der eingebaute Copilot erkennt Anomalien und schlägt automatisch Korrekturmaßnahmen vor, um Probleme schnell zu beheben. In der zweiten Version der Homepage sollen diese Einblicke noch weiter vertieft werden, sodass Nutzer eine noch detailliertere Sicht auf die gesamte Organisation erhalten.

Aktuell gibt es in 24R2 einen IFS.ai Copilot for Dispatchers (Disponenten), einen IFS.ai Copilot for Service Managers, ein IFS Home for Dispatchers und schließlich ein „Last-Mile-Portal“ mit der Zusammenfassung aller Interaktionen. Neue Prompt-Bibliotheken sollen es den Nutzern erleichtern, relevante Prompts zu speichern, um sie nicht wieder neu eingeben zu müssen und so ihre Produktivität zu steigern.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Innerhalb des Asset-Applications-Moduls gibt es den neuen IFS.ai Copilot für FMECA (Failure Modes, Effects, Criticality Analysis). Die Funktion soll die Verfügbarkeit von Assets erhöhen, während sie Wartungskosten senkt und bei Risiken entsprechende Maßnahmen ergreift. Eine Simulationsfunktion ist neu im Modul „Manufacturing Scheduling Optimization“ (MSO). Mithilfe von KI sollen Produktionsleiter ihre Kapazitätsplanung mit der Kundennachfrage, also aktuellen Bestellungen, optimal in Einklang bringen können. Asset Manager sollen die Simulationsfunktion zur genaueren Asset-Wartung in verschiedenen Szenarien heranziehen können.

Mit KI gegen lange Reparaturzeiten

IFS Ultimo ist eine Softwarelösung für das Enterprise Asset Management (EAM), die als SaaS-Lösung angeboten wird. Die KI-basierte Plattform hat seit Kurzem auch neue KI-Funktionen integriert, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, ihre mittlere Reparaturzeit (MTTR, Mean Time to Repair) deutlich zu verkürzen. Laut IFS ermöglicht die KI eine schnellere Fehlerdiagnose, was nicht nur den Wartungsprozess beschleunige, sondern auch signifikante Kosteneinsparungen mit sich bringe.

Die durchschnittliche Reparaturzeit wird oft durch ineffiziente Diagnosen und mangelnde Kommunikation in den Störungsmeldungen verlängert. Schätzungen zufolge entfallen bis zu 80 Prozent der Zeit auf die Identifizierung von Problemen. Durch die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Plattform können Unternehmen nun schneller und präziser reagieren, was zu einer merklichen Reduzierung der Ausfallzeiten führt.

Die Auswirkungen dieser Verbesserung sind beträchtlich: In der Fertigung können Ausfallzeiten schnell über 100.000 US-Dollar pro Stunde kosten. Jedes Prozent, das die MTTR reduziert, hat somit einen enormen Wert für die betroffenen Unternehmen, die von dieser Effizienzsteigerung in ihrem Betrieb stark profitieren können.

Abgesehen von den offensichtlichen finanziellen Folgen sind auch die Auswirkungen auf die Produktivität tiefgreifend, insbesondere in einem Sektor, in dem qualifizierte Arbeitskräfte ohnehin schwer zu finden sind. Darüber hinaus eröffnet die beträchtliche Verbesserung der Gesamtdatenqualität eine Vielzahl interessanter Möglichkeiten, um Operational Excellence zu erzielen.

Mithilfe eines umfangreichen großen Sprachmodells (LLM) erkennt Ultimo das betreffende Asset und liefert eine Reihe maßgeschneiderter Vorschläge, die Mitarbeitende einfach und ohne manuelle Eingabe in eine Störungsmeldung einfügen können. Da Unternehmen weniger Zeit für die Diagnose eines Problems aufwenden müssen, profitiert qualifiziertes Fachpersonal laut IFS von mehr „Wrench-Time“ (also dem Einsatz von Werkzeugen), einer höheren Verfügbarkeit der Assets, weniger Verwaltungsaufwand, besserer Zusammenarbeit und steigender Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus arbeitet Ultimo an integrierten KI-Funktionen, die die User Experience wesentlich verbessern sollen, so etwa fotobasierte Zählerablesungen, automatisch generierte Bild- und Dokumentbeschriftungen und automatisch übersetzte mehrsprachige Daten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50253259)