Datenschutz im Spannungsfeld Zwei Drittel aller Unternehmen stoppen Innovationen wegen Datenschutz

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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70 Prozent der Firmen in Deutschland haben bereits Innovationsprojekte aus Datenschutzgründen gestoppt. Dies Ergab eine Studie des Branchenverbands Bitkom. Bürokratische Hürden und Sorge um Nachteile machen demnach den Datenschutz in den Augen vieler Unternehmen zur größten Ditigalisierungsbremse – und zu einem Standortnachteil für Deutschland.

Innovationsstau durch Datenschutz: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen haben einer Bitko-Studie zufolge bereits Innovations-Projekte wegen Datenschutz-Vorgaben oder Unsicherheiten gestoppt.(Bild:  Bitkom)
Innovationsstau durch Datenschutz: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen haben einer Bitko-Studie zufolge bereits Innovations-Projekte wegen Datenschutz-Vorgaben oder Unsicherheiten gestoppt.
(Bild: Bitkom)

Seit Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 hat sich der Umgang mit Daten für Unternehmen spürbar verändert – und oft erschwert. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie haben 70 Prozent der befragten Firmen in Deutschland schon mindestens ein Innovationsprojekt wegen Datenschutzvorgaben oder Rechtsunsicherheit auf Eis gelegt. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 61 Prozent. Besonders häufig betroffen sind datengetriebene Digitalprojekte.

Die Folgen sind deutlich: 35 Prozent der Unternehmen mussten mehrfach Innovationen abbrechen, 18 Prozent sogar regelmäßig. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst kritisiert, dass Datenschutz in Deutschland zur „Digitalisierungs-Bremse Nummer eins“ geworden sei. Er bemängelt vor allem die hohe Komplexität der Vorschriften und die uneinheitliche Auslegung durch verschiedene Aufsichtsbehörden.

Bitkom fordert deshalb einen pragmatischeren Datenschutzansatz: Höchster Schutz für sensible Daten, aber innovationsfreundliche Regeln für weniger kritische Informationen. Die aktuellen Pläne der EU-Kommission, größere Unternehmen von einzelnen Dokumentationspflichten zu befreien, reichen dem Verband nicht aus. Stattdessen brauche es spürbare Entlastungen, besonders für kleine und mittlere Betriebe.

Ein Lösungsweg sieht Bitkom in einer zentralisierten Datenschutzaufsicht, wie sie im Koalitionsvertrag vorgesehen ist. Eine einheitliche Auslegung der DS-GVO könne helfen, Unsicherheiten abzubauen und Spielräume für digitale Innovationen zurückzugewinnen. Ziel müsse es sein, Datenschutz nicht gegen Fortschritt auszuspielen, sondern beides sinnvoll zu verbinden.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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