Capgemini-Studie zu KI-Potenzial und Herausforderungen Wie generative KI die Software-Entwicklung verändert

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Die Studie „Turbocharging software with Gen AI“ des Capgemini Research Institute zeigt, wie generative Künstliche Intelligenz die Software-Entwicklung grundlegend transformieren könnte. Bestandteil der Untersuchung waren bestehende und potenzielle Anwendungsfälle sowie deren Effekte und Problemstellungen.

Viele Befragte der Studie „Turbocharging software with Gen AI“ von Capgemini attestieren Künstlicher Intelligenz ein großes Potenzial.(©  Jenny Sturm - stock.adobe.com)
Viele Befragte der Studie „Turbocharging software with Gen AI“ von Capgemini attestieren Künstlicher Intelligenz ein großes Potenzial.
(© Jenny Sturm - stock.adobe.com)

Aktuell steckt die Nutzung von generativer KI (GenAI) in der Software-Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Nur etwa eines von neun befragten Unternehmen setzt bereits offiziell auf generative KI, 27 Prozent führen Pilotprojekte durch. Bis 2026 könnte die Nutzung von generativer KI jedoch erheblich steigen: Laut der Studie verwenden 46 Prozent der Software-Professionals offiziell und inoffiziell generative KI in irgendeiner Form, wobei diese Zahl bis auf 85 Prozent ansteigen soll.

Unternehmen mit laufenden GenAI-Initiativen sehen bereits erste positive Effekte. So berichten die Befragten aus Unternehmen, die generative KI einsetzen, von einer durchschnittlichen Produktivitätssteigerung von sieben bis 18 Prozent über den gesamten Software-Entwicklungszyklus hinweg. Bei bestimmten fachspezifischen Aufgaben könne gar eine Zeitersparnis von bis zu 35 Prozent erreicht werden.

Größere Unternehmen profitieren hierbei stärker als kleinere. Als Beispiel nennt Capgemini Emirates NBD, das GitHub Copilot einsetzt. Hier seien Produktivität in der Entwicklung und Codequalität jeweils um 20 Prozent gestiegen. Etwa sechs von zehn international befragten Unternehmen (61 Prozent) attestieren Künstlicher Intelligenz, Innovationen voranzutreiben, in Deutschland sind es 53 Prozent. Die Verbesserung der Softwarequalität wird international von fast der Hälfte (49 Prozent) der Befragten und in Deutschland von 60 Prozent hervorgehoben.

Der häufigste Anwendungsfall für generative KI ist die Unterstützung bei der Code-Generierung und -Vervollständigung. 39 Prozent der Befragten setzen auf Programmier-Assistenten. Weitere bedeutende Einsatzszenarien sind die Unterstützung beim UX-Design (37 Prozent), das Vorbereiten und Evaluieren von Angeboten (Request for Proposal, RFP), das Generieren von User Stories (30 Prozent) oder auch Debugging und Fehlervorhersage (29 Prozent).

Wohin mit der gewonnenen Zeit?

Die Nutzung von generativer KI hat der Studie zufolge auch positive Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Software-Professionals. Mehr als zwei Drittel der Senior-Entwickler (69 Prozent) und 55 Prozent der Junior-Entwickler berichten von höherer Arbeitszufriedenheit.

International plant jedes zweite befragte Unternehmen, die durch generative KI gewonnene Zeit für die Entwicklung neuer Software-Features zu nutzen, 47 Prozent haben auch Weiterbildungsmaßnahmen im Blick. In Deutschland möchten 54 Prozent der Befragten die zusätzliche Zeit in komplexe, wertschöpfende Tätigkeiten investieren und knapp die Hälfte die eigenen Technologie-Kompetenzen ausbauen.

Trotz dieser Vorteile stehen Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen bei der Implementierung generativer KI. Nur 27 Prozent der Unternehmen verfügen über die notwendigen Plattformen und Tools. Knapp ein Drittel glaubt daran, die erforderlichen Talente und Fähigkeiten zu besitzen. Darüber hinaus stellt der Einsatz nicht autorisierter generativer KI-Tools ein erhebliches Risiko dar: 63 Prozent der Software-Professionals nutzen entsprechende Tools ohne offizielle Genehmigung, was zu Sicherheits- und Rechtsproblemen führen kann.

Die Studie empfiehlt einen schrittweisen Ansatz zur Implementierung generativer KI, beginnend mit der Identifizierung und Priorisierung von Anwendungsfällen mit hohem Nutzen. Organisationen sollten zudem in die Schulung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, um die Akzeptanz und effiziente Nutzung der Technologien zu fördern. Die Studienergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 1.098 Führungskräften und 1.092 Software-Professionals.

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