Definition

Was ist eine Entität?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Nico Litzel

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Eine Entität in der Informatik ist ein einzelnes, eindeutig identifizierbares Informationsobjekt. Es kann sich sowohl um existierende als auch um abstrakte Objekte handeln. Entitäten sind zusammen mit den Entitätstypen und Attributen sowie den Beziehungen zwischen den Entitäten wesentliche Elemente der Datenmodellierung.

Der Begriff Entität leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „Seiendes“ oder „Ding“. In der Informatik ist eine Entität ein eindeutig identifizierbares, einzelnes Informationsobjekt. Entitäten können sowohl reale Dinge oder Personen als auch abstrakte Objekte sein. Verwendung findet der Begriff Entität im IT-Umfeld beispielsweise in der Programmierung, im Datenbankmanagement oder bei Suchmaschinen.

In Datenbanken sind die Entitäten in Entitätstypen eingeteilt und besitzen Attribute, Attributwerte und Beziehungen untereinander. Bei der Datenmodellierung kommt das sogenannte Entity-Relationship-Modell zum Einsatz. Es bildet die zu speichernden Sachverhalte und die Beziehungen der Entitäten untereinander in einer Datenbank ab und lässt sich in der Regel grafisch darstellen.

Begriffsbestimmung, Entitätsklasse, Entitätstyp, Attribut und Attributwert

Mit der Entität sind weitere Begriffe wie Entitätsklasse, Entitätstyp, Attribut und Attributwert eng verknüpft. So ist beispielsweise eine Person eine Entität. Attribute der Person sind Name, Vorname, Geburtsdatum oder Wohnort. Die Attributwerte stellen die eigentlichen Werte dar wie der Vorname „Hans“ oder der Nachname „Müller“. Im Zusammenspiel zwischen Attributwerten und Attributen entstehen Information über die Eigenschaften der Entitäten. Der Entitätstyp, auch Entitätsklasse genannt, beschreibt eine bestimmte Menge von Entitäten. So kann die Entität mit den Attributwerten „Hans Müller“ den Entitätstypen „Kunde“ oder „Patient“ angehören.

Die Bedeutung der Entität für Datenbanken

Entitäten einer Datenbank sind Objekte, die sich eindeutig von anderen Objekten des gleichen Entitätstyps abgrenzen lassen. Die Entitäten stehen in der Regel mit sich selbst oder mit anderen Entitäten in Beziehung. Die Eigenschaften der Entitäten werden durch Attribute und Attributwerte repräsentiert, die als Daten einer Datenbank abgebildet sind. Überträgt man die Begriffe in die Datenbankwelt handelt es sich bei der Entität um einen Datensatz einer Tabelle. In den Spalten sind die Attribute, in den Zeilen die Attributwerte der Entität eingetragen.

Das Entity-Relationship-Modell

Um ein Datenmodell für eine Datenbank zu generieren, kommt häufig das Entity-Relationship-Modell zum Einsatz. Das Modell abstrahiert die Typen der Entitäten sowie die Beziehungen untereinander und erzeugt dadurch ein grafisches Entity-Relationship-Diagramm, aus dem das eigentliche Datenmodell entsteht. Das Modell setzt sich aus dem Diagramm und der Beschreibung der für das Diagramm verwendeten Elemente zusammen. Grundlage der Modelle ist die Typisierung der Entitäten, ihrer Attribute und ihrer Beziehungen untereinander. In relationalen Datenbanken entsprechen die Entitätstypen den Tabellen und die Tabellenzeilen den Entitäten. Das Entity-Relationship-Modell findet in der konzeptionellen Phase der Datenbankentwicklung und in der Implementierung der relationalen Datenbank Verwendung. Es handelt sich um einen De-facto-Standard zur Datenmodellierung. Vorgestellt wurde das Modell bereits im Jahr 1976 von Peter Chen.

Die Entität im Umfeld der Suchmaschinen

Auch im Umfeld der Suchmaschinen und der Suchmaschinenoptimierung ist die Entität von Bedeutung. Die Entität stellt die Grundlage dar, um Suchanfragen semantisch zu interpretieren. Die semantische Interpretation versucht die eigentliche Bedeutung eines Suchbegriffs zu erfassen. Suchbegriffe und ihre logischen Zusammenhänge mit anderen Wörtern werden untersucht, um über den ermittelten Kontext die Suchabsicht des Suchenden besser zu verstehen. Ziel ist es, die Relevanz der Suchergebnisse und der gefundenen Antworten zu verbessern. Eine Entität stellt in diesem Zusammenhang einen bestimmten semantischen Raum dar. Die Entität löst die Bedeutung der Keyword-zentrierten Suche mehr und mehr ab. Der Suchanbieter Google berücksichtigt für die semantische Suche die Entitäten bereits seit der Einführung des Knowledge Graphs und des Hummingbird-Updates in den Jahren 2012 und 2013. Daraus lässt sich folgern, dass die Semantik der Texte auf Internetseiten immer mehr Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung hat.

Objektorientierte Programmierung

In der Objektorientierten Programmierung wird immer wieder der Begriff Entität verwendet. Er ist eng mit dem Begriff des Objekts der Objektorientierten Programmierung verknüpft. Dennoch lassen sich Entitäten und Objekte der Objektorientierten Programmierung voneinander unterscheiden und sollten nicht synonym verwendet werden. Eine Entität eines Datenmodells stellt im eigentlichen Sinn einen Datensatz mit Attributwerten dar, der mit anderen Datensätzen in Beziehung stehen kann. Das Objekt in der Objektorientierten Programmierung kann hingegen zusätzlich dynamische Funktionen besitzen. Während des Prozesses der Softwareentwicklung und der Modellierung der Objektorientierten Programmierung werden die Objekte identifiziert, klassifiziert und strukturiert. Oft basiert diese Modellierung auf den Grundprinzipien der klassischen Datenmodellierung. Neben den Entitäten, Attributen und den Verknüpfungen untereinander sind zusätzlich dynamische Operationen, Methoden und Funktionen der Objekte zu berücksichtigen.

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