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Definition Was ist ein Dateneigner?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel

Dateneigner sind für einen bestimmten Teil von Unternehmensdaten verantwortlich. Sie haben die komplette Kontrolle über die Daten und stellen beispielsweise deren Qualität und deren Schutz sicher. In der Qualitätssicherung werden sie von Data Stewards unterstützt. Zur Ausübung der Aufgaben muss der Dateneigner von der Geschäftsführung mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sein.

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Der englische Begriff für Dateneigner lautet Data Owner. Eine alternative Bezeichnung ist Dateneigentümer. Es handelt sich um einen Begriff aus dem Umfeld des Informationsmanagements. Der Data Owner ist für einen bestimmten Teil der Daten innerhalb einer Organisation verantwortlich. Er hat volle Kontrolle über die Daten und stellt unter anderem deren Schutz und Qualität sicher. Zudem übt er die Kontrolle über Datenzugriffe aus.

Dateneigner werden in der Regel in Unternehmen benannt, in denen größere Datenbestände erhoben, verarbeitet und gespeichert werden. Die Einsetzung des Dateneigners erfolgt durch das Management des Unternehmens. Es hat dafür zu sorgen, dass der Data Owner mit entsprechenden Kompetenzen und Ressourcen zur Ausübung seiner Tätigkeit ausgestattet ist. Oft wird er hinsichtlich der Qualitätssicherung der Daten vom sogenannten Datensteward unterstützt.

Abgrenzung der Begriffe Dateneigner, Datensteward und Datenarchitekt

Die Verwendung der Begriffe Dateneigner, Datensteward und Datenarchitekt ist nicht immer einheitlich. Teilweise überschneiden sich in verschiedenen Definitionen die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen dieser drei Rollen. Zudem existieren zahlreiche weitere Rollen und Bezeichnungen, die ähnliche Aufgaben erfüllen wie der Business Data Steward, Chief Steward, der technische Dateneigner oder der technische Datensteward. Im Folgenden ein Versuch einer Abgrenzung der drei Begriffe Dateneigner, Datensteward und Datenarchitekt.

Während der Dateneigner für einen bestimmten Teil der Unternehmensdaten verantwortlich ist, ist die Rolle des Datenstewards (Data Steward) auf die Qualitätsaspekte der Daten beschränkt. Der Datensteward unterstützt den Data Owner bei der Sicherstellung der Qualität der Daten und Metadaten. Unter anderem ist er im operativen Betrieb dafür verantwortlich, dass die Daten hinsichtlich verschiedener zuvor aufgestellter Qualitätskriterien wie Vollständigkeit, Konsistenz oder Format den Anforderungen der Unternehmensprozesse entsprechen. Der Datenarchitekt (Data Architect) ist für die Integration der Daten, ihre Verknüpfungen untereinander und die ganzheitliche Datenarchitektur verantwortlich.

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Dateneigners

Der Dateneigner ist für verschiedene Aspekte der Daten verantwortlich und hat eine Vielzahl an Aufgaben zu erfüllen. Typische Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Dateneigners sind:

  • Verantwortung für die Festlegung der Zuständigkeit der Datenerhebung
  • Verantwortung für die Implementierung und Überwachung der Datenkontrolle
  • Administration der Daten
  • Kontrolle der Zugriffsmöglichkeiten und Zugriffsrechte auf die Daten
  • Freigabe oder Ablehnung der Weitergabe der Daten an Dritte
  • Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz der Daten
  • Sicherstellung der Datenqualität (Sicherstellung der Vollständigkeit, Aktualität und Korrektheit der Daten)
  • fachliche Beschreibung der Daten und Metadaten
  • Festlegung von Wertebereichen
  • Festlegung des Verwendungszwecks der Daten
  • Aggregation der Daten
  • Aufbereitung der Daten
  • Festlegung des Verwendungszeitraums der Daten
  • Verantwortung für die gesetzeskonforme Archivierung der Daten

Fachliches Profil eines Dateneigners

Damit der Data Owner seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten erfüllen kann, benötigt er neben Ressourcen und Kompetenzen ein bestimmtes fachliches Profil. In der Regel stammt der Data Owner aus dem Fachbereich, in dem die Daten, für die er verantwortlich ist, erhoben oder verarbeitet werden. Er kennt die verschiedenen Geschäftsprozesse, deren Abhängigkeiten und die Bedeutung der Daten für die Prozesse. Ein Dateneigner sollte über ausreichende Kenntnisse in den Bereichen Datenverarbeitung, Datenerhebung, Datenhaltung, Datenmanagement und Datenmodellierung verfügen. Weitere benötigte Fachkenntnisse und persönliche Kompetenzen sind Kenntnisse in der Qualitätssicherung, Teamfähigkeit, analytisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und Kenntnisse der Präsentationstechniken.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der Dateneigner

Auch in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist an mehreren Stellen vom Dateneigner die Rede. Im Bereich der Verarbeitung, Weitergabe und Speicherung personenbezogener Daten übt der Dateneigner die Kontrolle aus. Personenbezogene Daten dürfen nur in dem Umfang verarbeitet werden, in dem der Dateneigner bei der Erhebung der Daten die Erlaubnis erteilt hat. Der Data Owner hat zu jeder Zeit das Recht auf komplette Offenlegung seiner Daten und der Identitäten der verarbeitenden Stellen. Ohne eine Zustimmung des Dateneigners ist die Verarbeitung, Speicherung oder Weitergabe der personenbezogenen Daten an Dritte nicht erlaubt.

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