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Fraunhofer IGD stellt Anwendungen vor Visualisierungen für effiziente Stadtplanung

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) hat zwei Systeme zur digitalen Stadtplanung entwickelt. Nach Pilotphasen und Praxistests sollen sie künftig für den Einsatz in Kommunen zur Verfügung stehen.

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AktVis im Einsatz.
AktVis im Einsatz.
(Bild: Fraunhofer IGD)

Im Rahmen des Projekts AktVis entstand eine interaktive 3D-Webanwendung, die den Austausch und die Diskussion von Ideen zur Zukunftsgestaltung ermöglichen soll. Dazu breitet sie die Geodaten einer Kommune einheitlich auf und integriert die Informationen in eine interaktive Visualisierungsumgebung. Die Anwendung soll somit die Transparenz im Planungsprozess erhöhen und die Kommunikation zwischen Stadtplaner, Architekten, Infrastrukturunternehmen und Bürgern vereinfachen.

Die realitätsgetreue Darstellung von Gebäuden und Straßenzügen über einen Multi-Touch-Tisch war Basis für Bürgerbeteiligungsgespräche in drei hessischen Kommunen, die auch an der Entwicklungs des Tools mitwirkten. Nun steht eine funktionstüchtige WebGIS-Anwendung für Planungsworkshops und Beteiligungsverfahren bereit. Eine Wirtschaftlichkeits- und Baurechtsprüfung ist ebenfalls enthalten, um Ideen direkt auf ihre Machbarkeit zu prüfen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind im Standortmarketing und bei der Wirtschaftsförderung.

Bürgerbeteiligung fördern

Das zweite Projekt des Fraunhofer IGD entstand als Teil des EU-Projekts Smarticipate: Über eine Plattform können Bürger online Ideen zur Gestaltung der eigenen Nachbarschaft einreichen. Durch die Anbindung an Datenquellen der Stadtplanung erhalten die Teilnehmer direktes Feedback zur Umsetzbarkeit. Auf diese Weise beschäftigt sich die Stadtverwaltung nur mit grundsätzlich durchführbaren Vorschlägen, die später von den Anwohnern auch akzeptiert werden. Auch das Risiko von Fehlinvestitionen sinkt. Das intelligente System liefert anschauliche 3D-Visualisierungen, stellt Feedback-Funktionen bereit und ist einfach zu bedienen.

In Rom, London und Hamburg wurde die Anwendung bereits an konkreten Fallbeispielen getestet. Die Hansestadt prüft derzeit, wie sich die Feedback-Funktion in das stadteigene Beteiligungsprogramm integrieren lässt. Smarticipate steht als Plattform zur Verfügung: Kunden können die fertigen Fallbeispiele lizenzieren oder an der Entwicklung eigener Szenarien mitwirken. Für die finale Produktentwicklung und Vermarktung plant das Fraunhofer IGD die Gründung eines Spin-Offs. Weitere Städte wie beispielsweise Wien haben bereits Interesse am Einsatz von Smarticipate bekundet.

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