Kommentar von Michael Zunke, Gemalto

Unternehmen sollten auf Software-Monetarisierung setzen

| Autor / Redakteur: Michael Zunke / Nico Litzel

Der Autor: Michael Zunke ist CTO für Software-Monetarisierung bei Gemalto
Der Autor: Michael Zunke ist CTO für Software-Monetarisierung bei Gemalto (Bild: Gemalto)

Im Januar verkündete Spotify, der größte Musik-Streamingdienst der Welt, seinen schon lang erwarteten Börsengang in die Tat umzusetzen. Seit seinem Start wurde das abobasierte Software-Modell von einer Vielzahl digitaler Disruptoren und Tech-Unicorns begeistert übernommen. Seine Erstplatzierung ist nun der entscheidende Schritt, um der Welt zu zeigen, dass diese Modelle funktionieren, und was man aus ihnen lernen kann.

Statt nach dem regulären Verfahren für die Erstplatzierung vorzugehen, wird Spotify sein Unternehmen jedoch direkt an der Börse platzieren. Dies signalisiert Vertrauen in den eigenen Service und zeigt, dass er so erfolgreich ist, dass keine zusätzlichen Investitionen erforderlich sind. Während Spotify sein Geschäftsmodell erfolgreich weiterentwickelt hat, sind viele andere Entwickler und Unternehmer aber noch immer bemüht zu verstehen, wie sie ihre Software monetarisieren können.

In einer Welt, die zunehmend vom Digital-First-Gedanken geprägt ist, müssen viele Unternehmen Wege finden, ihre Angebote erfolgreich zu vertreiben. Während ein Software-Anbieter vielleicht nur entscheiden muss, welches das beste Software-Monetarisierungsmodell ist, stehen traditionelle Hardware-Anbieter mit der Umstellung auf ein Software-orientiertes Modell vor einer viel größeren Aufgabe. Ein Hardware-Angebot auf Software zu migrieren, ist eine logistische, technische und betriebliche Herausforderung, die Know-how und Einblick erfordert, die oftmals noch fehlen.

In beiden Fällen jedoch bedeutet ein verändertes Verbraucherverhalten, das es wichtig ist, die Schwierigkeiten bei der Monetarisierung jetzt zu bewältigen, damit die Einnahmen stabil bleiben. Diese Herausforderungen sind oftmals komplexer Natur: Es muss sichergestellt werden, dass Produkte gemäß ihrer Lizenz verwendet werden; es muss geklärt werden, wie diese Software vor Betrug geschützt werden kann und es muss verstanden werden, welche Funktionen die Kunden nutzen.

Dieser letzte Aspekt ist besonders wichtig. Wenn Unternehmen verstehen, wie Kunden ihre Produkte nutzen, dann können sie die Art und Weise, wie sie ihre Angebote entwickeln, verpacken, kontrollieren, verwalten und nachverfolgen, entsprechend anpassen. Das kann wiederum zum Wachstum eines Unternehmens beitragen. So lassen sich beispielsweise Investitionen in regelmäßig genutzte Funktionen priorisieren oder mehrere Varianten eines Produkts anbieten, bei denen ein Kunde gezielt einzelne Add-on-Funktionen beziehen kann. Dadurch wird sichergestellt, dass Unternehmen nur Dienste und Produkte anbieten, die ihre Kunden auch nutzen werden. Das kann sowohl Mehreinnahmen generieren als auch das Risiko verringern, dass ein neues Produkt erfolglos ist.

Maßgeschneiderte Angebote

Was Spotify betrifft, so ist das Unternehmen in der Lage, Nutzern Künstler und Lieder auf Basis ihrer Hörgewohnheiten vorzuschlagen und maßgeschneiderte Playlists zu erstellen. Diese basieren auf den Nutzerdaten, die dafür analysiert und ausgewertet werden. Das schafft eine individuelle Kundenerfahrung und ermutigt sie, Abonnements zu verlängern oder den Dienst weiterzuempfehlen.

Das Unternehmen kann die gesammelten Daten auch nutzen, um alternative Einnahmen zu generieren. Spotify bietet hat Einblick in die Gewohnheiten seiner Hörer, mit denen für Anzeigenkunden die passende Zielgruppe für ein Produkt bestimmt werden kann oder welche Lieder für den Verkauf ihrer Produkte besonders beliebt sind.

Es wäre jedoch naiv zu glauben, die Umstellung auf ein Software-basiertes Modell würde kein Risiko bergen, beispielsweise gehackt zu werden. Unternehmen müssen sicherstellen, dass der Schutz ihres geistigen Eigentums bei allem, was sie tun, höchste Priorität hat.

Mit der Einführung einer Monetarisierungsstrategie kann sich ein Unternehmen an die Spitze des Wettbewerbs setzen und Marktführer werden. Sollte Spotifys Börsengang ein Erfolg werden, wird er ein leuchtendes Beispiel für einen progressiven Monetarisierungsweg sein, um Kunden die geforderten personalisierten Lösungen zu bieten. Das zeigt, dass solche Strategien die beste Methode sind, die Einnahmen zu steigern und Marktanteile auszubauen.

Wie sollte also ein Unternehmen eine Strategie zur Software-Monetarisierung sicher und nachhaltig einführen?

  • 1. Identifizieren und verfolgen Sie das Nutzungsverhalten: Kunden erwarten von Unternehmen in erster Linie, dass sie Produkte anbieten, die individuell so angepasst werden können, wie sie ihren Anforderungen am besten entsprechen. Wenn ein Unternehmen verstehen will, wie das funktioniert, muss es die Art und Weise, in der Kunden ihre Produkte nutzen, verfolgen und analysieren, und dann Funktionen und Geschäftsmodelle entsprechend adaptieren. So können sich Unternehmen schnell an die sich veränderten Marktanforderungen anpassen, ohne dass sie völlig neue Produkte entwickeln müssen - was teuer und zeitaufwendig ist.
  • 2. Segmentieren Sie entsprechend: Sobald Unternehmen die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Kunden kennen, können sie diese in kleinere Gruppen segmentieren, die ähnliche Merkmale, Motivationen und Verhaltensweisen aufweisen. In Zukunft wird es viel einfacher sein, spezielle Gruppen mit maßgeschneiderten Angeboten anzusprechen. Dadurch kann vermieden werden, ihnen Funktionen und Dienste anzubieten, die sie gar nicht nutzen. Das spart Zeit und Ressourcen und trägt auch zur Entwicklung einer besseren Kundenbeziehung bei. So könnten die Kunden zu weiteren Käufen animiert werden.
  • 3. Testen Sie verschiedene Modelle: Versucht ein Unternehmen, in ein neues Marktsegment vorzudringen, kann es mit seiner Produktverpackung experimentieren und A/B-Tests durchführen. Das erhöht die Chancen, die bevorzugten oder zu eliminierenden Funktionen oder Lizenzen dieser Zielgruppe ermitteln zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse können dann vom Unternehmen monetarisiert werden, indem es diese maßgeschneiderten Lösungen der richtigen Zielgruppe anbietet, was wiederum die Einnahmen steigert.
  • 4. Messen Sie die Ergebnisse: Ein Unternehmen muss dafür sorgen, dass seine Produkte den sich verändernden Marktanforderungen gerecht werden. Dabei ist es wichtig, die hohen Kosten zu vermeiden, die mit Neuentwicklung eines Produkts verbunden sind. Sind die ersten Schritte umgesetzt, kann ein Unternehmen seine einzelnen Angebote nachverfolgen und optimieren. Darüber hinaus kann der Lebenszyklus eines Produkts verlängert werden, wenn es im Lauf der Zeit weiterentwickelt und verbessert wird. Ein Unternehmen wird der Konkurrenz einen Schritt voraus sein, wenn es Updates schnell auf den Markt bringt, nachdem F&E-Bedarf, unternehmerische und technische Anforderungen identifiziert wurden.
  • 5. Schützen Sie Ihre Daten: Am Ende wäre es sinnlos, eine effiziente Software-Monetarisierungsstrategie auf den Weg zu bringen, wenn dann ein Hacker einen Weg fände, das Produkt des Unternehmens zu stehlen oder zu manipulieren. Lösungen zu kreieren, die Reverse Engineering, Sabotage, Diebstahl und Lizenzverletzungen verhindern, kann kostspielig sein, also verwenden viele Entwickler stattdessen Systeme von Drittanbietern. Das bietet ihnen die Möglichkeit, sich auf die Weiterentwicklung ihrer Produkte zu konzentrieren. Oftmals ist eine sichere IP-Schutz-Lösung mit einem vertrauenswürdigen Anbieter von Softwarelizenz-Plattformen die beste Form des Schutzes für Unternehmen und Kunden.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45229185 / Industrie 4.0)