Drei Werkzeuge, drei Logiken: Automatisierung ist heute eine Frage der Auswahl, nicht der Ideologie. (Bild: Midjourney / KI-generiert)
Mehr KI ist nicht automatisch besser

Warum klassische Automatisierung oft die klügere Wahl bleibt

Klassische Workflows, generative KI und agentische Systeme verfolgen unterschiedliche Logiken. Wer ihre Stärken und Grenzen kennt, kann Prozesse gezielt gestalten, statt Komplexität nur gegen neue Komplexität zu tauschen. Gedanklich öffnet das den Blick auf etwas Größeres: Automatisierung ist kein linearer Fortschritt von „alt“ zu „neu“, sondern eine Werkzeugkiste. Fortschritt entsteht nicht durch maximale KI, sondern durch die präzise Wahl des richtigen Werkzeugs zur richtigen Aufgabe.

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Der Autor: Prof. Michael Berthold ist Informatiker und international anerkannter Experte für Data Science, KI und maschinelles Lernen. Er war Mitgründer und treibende Kraft hinter der Open-Source-Plattform KNIME. Sein Fokus liegt auf transparenter, nachvollziehbarer KI und praxisnaher Anwendung moderner Data-Analytics-Forschung. (Bild: Michael Berthold)
Kommentar von Prof. Michael Berthold

Bias in KI ist schlecht – oder etwa doch nicht?

Bias – also Voreingenommenheit – gilt als eines der zentralen Probleme Künstlicher Intelligenz (KI). Bias kann Antworten verzerren, Diskriminierung verstärken und damit nicht nur falsche oder unvollständige Antworten erzeugen, sondern auch Schaden anrichten. Fast 80 Prozent der IT-Verantwortlichen erwarten, dass Verzerrungen durch KI künftig zu erheblichen Problemen führen werden. Doch ohne Bias wären KI-Systeme nicht lernfähig. Entscheidend ist daher nicht, ob Bias KI beeinflusst, sondern welche Annahmen und Verzerrungen akzeptabel sind – und welche nicht.

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