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Kommentar von Ales Zeman, Quest Software Studie – neue Herausforderungen für Datenbankadministratoren

| Autor / Redakteur: Ales Zeman / Nico Litzel

Neue Endgeräte, neue Arten der Datenentstehung – auf Datenbankadministratoren kommt im Zeichen des technischen Wandels und der veränderten Erwartungshaltung der Nutzer einiges zu. Das Forschungsinstitut Unisphere Research hat dazu im Auftrag von Quest eine Studie mit dem Titel „Neue Herausforderungen für DBAS: Trends in der Datenbankverwaltung“ erstellt.

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Der Autor: Ales Zeman ist Leiter der Abteilung Sales Engineering bei Quest Software
Der Autor: Ales Zeman ist Leiter der Abteilung Sales Engineering bei Quest Software
(Bild: Quest Software)

Insgesamt wächst das Datenvolumen in Unternehmensdatenbanken enorm. Doch obwohl sich die Diskussion im Lichte des Internet of Things und Big Data oft um unstrukturierte Daten dreht, wird überraschenderweise eher die Menge an strukturierten Daten signifikant steigen. Damit bleibt die Verwaltung dieser Art Daten das zentrale Thema.

Etwa 90 Prozent der Befragten sagten aus, dass die Menge der strukturierten, vor Ort befindlichen Daten um maximal 50 Prozent steigt. Rund 60 Prozent verwalten mehr als 100 Terabyte strukturierte Daten, die auf viele Dateninstanzen verteilt sind. Datenbankadministratoren müssen damit sowohl mehr Datenbankinstanzen vorhalten als auch eine höhere Anzahl an Datenbankverwaltungssystemen verwalten. Dabei betreuen über 40 Prozent der Befragten mehr als 100 aktive Instanzen, 20 Prozent sogar mehr als 500.

Im Vergleich dazu eine Befragung vor drei Jahren: Hier erklärten zehn Prozent, dass Datenbankadministratoren in ihren Unternehmen und Organisationen mehr als 100 Datenbankinstanzen verwalten, wobei 40 Prozent erklärten, dass jeder Administrator jeweils für mindestens 25 Instanzen verantwortlich ist.

Cloud im Anmarsch

Zudem werden Cloud-Plattformen vermehrt zum Hosting von Datenbanken hinzugezogen. Diese Entwicklung wird immer mehr zunehmen. In den nächsten drei Jahren stellt die Cloud den wichtigsten Einflussfaktor für die Verwaltung von Datenbanken dar. In rund der Hälfte der befragten Unternehmen und Organisationen wird mindestens eine Datenbank in der Cloud genutzt. Im Gegensatz erklärten ein Drittel der Befragten, auch in Zukunft keine Pläne für die Nutzung der Cloud für Datenbanken zu hegen. Von denen, die bereits relationale Datenbanken in der Cloud nutzen, ist fast die Hälfte – 46 Prozent – seit über einem Jahr, allerdings weniger als zwei Jahren dabei. Mehr als zwei Jahre, aber weniger als vier Jahre, nutzen 24 Prozent die Cloud.

Über vier Jahre Nutzung ist eher selten. Mit nur sieben Prozent ist dies die kleinste Gruppe. Von der Verwaltung in der Cloud versprechen sich knapp über ein Drittel mehr Flexibilität. Rund 30 Prozent rechnen mit geringeren Lizenzkosten und 21 Prozent mit der Unterstützung neuer Anwendungsfälle. Jedoch priorisieren die meisten Befragten die Verwaltung in der eigenen Infrastruktur anstelle der Cloud. Lediglich vier Prozent haben die Hälfte bis Dreiviertel ihrer Daten in die Cloud ausgelagert, bei über 75 Prozent sind es nur noch drei Prozent – während die größte Gruppe mit 35 Prozent diejenigen bilden, die ihre verwalteten strukturierten Daten zu zehn bis 25 Prozent in der Cloud administrieren.

NoSQL weniger verbreitet

Gegensätzlich hierzu spielen NoSQL-Plattformen für die Datenverwaltungsinfrastruktur eine geringe Rolle. Bei diesen Plattformen werden Daten nicht auf relationale Weise verwaltet. Beim Speichern und Abrufen von Daten kommt das übliche Tabellenformat nicht zum Einsatz. Diese Plattformen nutzen lediglich ein Drittel der Unternehmen, etwas mehr als ein Viertel – 27 Prozent – plant, sie zu implementieren. Hingegen haben etwas weniger als die Hälfte, 44 Prozent, keine Pläne für die Einführung von NoSQL-Plattformen.

Aufgaben und Tätigkeiten eines Datenbankadmins

Unverändert ist der Personalbedarf: Die Anzahl der benötigten Datenbankadministratoren dürfte künftig gleichbleiben. Was sich jedoch ändert, ist das Aufgabenspektrum der Administratoren. Durch die Automatisierung mittels Datenbankverwaltungswerkzeugen fällt weniger Zeit für Routineaufgaben an. Dafür widmen sich Administratoren anderen Aufgaben in verschiedenen Bereichen. So legen sie ihren Schwerpunkt größtenteils auf die Leistung, also der System- und Datenverfügbarkeit, Diagnose und Optimierung der Datenbanken. In rund 66 Prozent der befragten Unternehmen ist dies der Fall. Nachrangig – obwohl in 42 Prozent – gehört die Kapazitätsplanung zu den wichtigsten Zuständigkeiten eines Administrators, gleichauf mit Aufgaben, die in die IT-Sicherheit fallen, etwa Überwachung, Konfiguration oder Dokumentation.

Wenn man auf die Aufgaben blickt, die Datenbankadministratoren tatsächlich ausüben, so ist die Wartung – worunter die Aufgabenbereiche Sicherung, Alarmierung, Integritätsprüfung oder Defragmentierung fallen – mit 70 Prozent der Nennungen die häufigste Tätigkeit. Auf dem zweiten Platz folgen Tätigkeiten, die mit der Sicherstellung der Leistung verbunden sind – obwohl dieser Posten den ersten Platz der Zuständigkeiten belegt.

Daneben sind die Administratoren immer häufiger an der Anwendungsentwicklung tätig. Auch bei strategischen Fragen spielen sie eine wichtige Rolle. Immer häufiger werden sie als Experten sie in ihren Unternehmen und Organisationen bei Entscheidungen zur Datenverwaltungsinfrastruktur hinzugezogen.

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