Agentische KI im ERP Sage integriert Copilot in Sage Operations

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit Sage Copilot erweitert Sage seine Cloud-ERP-Lösung Sage Operations um KI-gestützte Hinweise, Analysen und perspektivisch autonome Agenten. Der Fokus liegt weniger auf generativen Funktionen als auf operativer Entscheidungsunterstützung.

Sage Copilot gibt Warnhinweise zu verspätet versendeten Aufträgen im Kontext des aktuell vom Benutzer geöffneten Kunden.(Bild:  Sage)
Sage Copilot gibt Warnhinweise zu verspätet versendeten Aufträgen im Kontext des aktuell vom Benutzer geöffneten Kunden.
(Bild: Sage)

Mit der Integration des KI-Assistenten Sage Copilot erweitert Sage seine cloudbasierte ERP-Lösung Sage Operations um kontextbezogene Hinweise, automatisierte Analysen und perspektivisch agentische Workflows. Der Fokus liegt auf kleinen und mittelständischen Fertigungs- und Handelsunternehmen, die operative Risiken früher erkennen und Entscheidungen stärker datenbasiert treffen sollen.

Sage Operations (vormals Sage Distribution and Manufacturing Operations: SDMO) ist eine cloudnative ERP-Plattform, die Auftragsabwicklung, Lagerverwaltung, Beschaffung und Fertigung in einem durchgängigen Workflow bündelt. Mit Sage Copilot soll dieses operative Rückgrat nun um KI-Funktionen ergänzt werden, die direkt in bestehende Prozesse eingebettet sind.

Kontext statt Dashboard-Flut

Kern des aktuellen Releases sind sogenannte „Copilot Insights“. Dabei handelt es sich um KI-gestützte Hinweise, die kontextabhängig innerhalb der jeweiligen Maske erscheinen. Öffnet ein Anwender etwa einen Kundendatensatz, weist das System automatisch auf verspätete Lieferungen, offene Rechnungen oder unvollständige Sendungen hin. Die Hinweise verlinken direkt auf die betroffenen Dokumente und lassen sich ohne Systemwechsel bearbeiten.

Laut Sage geht es dabei weniger um generative Inhalte als um das Verknüpfen vorhandener ERP-Daten. Die KI bewerte Statusinformationen, Fristen und Abhängigkeiten und mache auf Abweichungen aufmerksam, bevor sie operativ eskalieren.

Von Hinweisen zu agentischen Abläufen

Über die reinen Insights hinaus arbeite Sage an einer tieferen Integration von KI in operative Abläufe. In einer Demo zeigte das Unternehmen einen Chat-basierten Copilot, der Anwenderfragen direkt gegen die ERP-Daten auswertet. Abfragen wie „Top-Artikel nach Umsatz“ oder „Kundenanteil nach Ländern“ werden dabei ohne vordefinierte Reports beantwortet und können visuell aufbereitet werden.

Darüber hinaus demonstrierte Sage erste agentische Funktionen: Der Copilot kann auf Anweisung eigenständig Verkaufsaufträge anlegen, Pflichtfelder prüfen, Fehler korrigieren und den Vorgang Schritt für Schritt abschließen. Alle Zwischenschritte blieben dabei nachvollziehbar und ließen sich einsehen.

ERP als datengetriebenes Nervensystem

Sage positioniert das ERP-System zunehmend als zentrales Entscheidungs- und Steuerungssystem für produktzentrierte Unternehmen. Gerade im Mittelstand, wo Fachkräftemangel, volatile Lieferketten und manuelle Prozesse zusammentreffen, sollen KI-gestützte Assistenten operative Entlastung schaffen.

Die Architektur von Sage Operations ist dabei API-first ausgelegt und vollständig cloudbasiert. Hosting erfolgt laut Anbieter in Deutschland. Die KI-Modelle stammen je nach Anwendungsfall aus unterschiedlichen Quellen, darunter spezialisierte, domänenspezifisch trainierte Modelle sowie marktübliche Large Language Models. Weitere Details nannte Sage allerdings nicht.

Stufenweiser Rollout

Die Copilot-Insights werden schrittweise für alle Sage-Operations-Kunden ausgerollt. Chat- und Agentenfunktionen befinden sich noch im Early Access und sollen in den kommenden Monaten folgen. Perspektivisch plant Sage auch konfigurierbare Insights und die Möglichkeit, eigene Agenten zu definieren.

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