Nachbericht PTC Forum Europe 2017

PTC erweitert Industrial Innovation Platform

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Die Produkterweiterung „Creo Product Insight 5“ für das Design-Studio Creo.
Die Produkterweiterung „Creo Product Insight 5“ für das Design-Studio Creo. (Bild: PTC)

Auf dem PTC Forum Europe 2017 hat der IoT- und CAD/PLM-Spezialist PTC eine Reihe neuer Produkte vorgestellt. Die „Industrial Innovation Platform“ ThingWorx bringt die physische und digitale Welt zusammen und koppelt CAD-Design mit Product Lifecycle Management (PLM), IoT und Augmented Reality.

ThingWorx verfügt in Version 8 über erweiterte Funktionalitäten und über rollenspezifische Apps für Entwicklung und Fertigung. Dazu gehören industrielle Konnektivität, Analyse-Funktionalität, Application Enablement, Orchestrierung und die programmierlose Erstellung von Augmented-Reality-Erfahrungen. Neu ist der native Plattform-Support für industrielle Konnektivität, die Anomalie-Erkennung und die erweiterte Cloud-Unterstützung für die führenden Cloud-Anbieter AWS, Google und Microsoft Azure.

Unterstützung für HoloLens

Das Entwicklungswerkzeug ThingWorx Studio unterstützt nun die native Erstellung und Veröffentlichung von Mixed-Reality-Erfahrungen mit Microsoft HoloLens. Sowohl Hersteller als auch Entwickler können auf der Grundlage der Augmented-Reality-Plattform Vuforia in ThingWorx Studio codierungsfreie Augmented-Reality-Entwicklung betreiben, um HoloLens-Apps zu erstellen. „Die Zusammenarbeit mit PTC ermöglicht es den Kunden von HoloLens, diese Erlebnisse schneller und einfacher zu erstellen, sodass sie die Vorteile voll ausschöpfen können“, sagte Terry Farrell von Microsoft. In Vertrieb und Marketing können Kunden verschiedene Produktvarianten in realer Größe direkt vor sich sehen. Ein weiteres Beispiel: Ein Service-Techniker bekommt sämtliche Wartungsschritte der betroffenen Maschine direkt in der HoloLens gezeigt.

Rollenbasierte Manufacturing Apps

Mit ThingWorx Navigate führte PTC 2016 eine grafische Benutzeroberfläche ein, die sich nach Herstellerangaben großer Akzeptanz erfreut. Dazu gekommen sind neue Apps für die Fertigung, die rollenbasiert dem jeweils befugten und geeigneten Mitarbeiter zu schnelleren Ergebnissen verhelfen sollen. Die Manufacturing Apps können PTC-Kunden kostenlos ausprobieren. Sie bestehen aus den folgenden Apps:

  • ThingWorx Controls Advisor ermöglicht die Fernüberwachung und Problembehebung der Maschinen-Konnektivität. Damit verfügen Ingenieure über die Möglichkeit, sich schnell mit jedem Programmable Logic Controller (PLC), IoT-Gateway oder vernetzten Objekt zu verbinden und dessen Daten zu visualisieren. Sie sind somit in der Lage, die Maschinenkonnektivität zu überwachen und bei Problemen einzugreifen. Zudem werden bei Datenkommunikationsfehlern, die zu einem Verlust an kritischen Produktionsdaten führen könnten, automatische Benachrichtigungen abgesetzt. Dank proaktiver Fehleridentifikation und schneller Trendanalysen sowie Troubleshooting verbessern die Fertigungsunternehmen die Datenqualität und Zuverlässigkeit und reduzieren den Grad an ungeplantem Stillstand.

Der PTC ThingWorx Asset Advisor App für den Service.
Der PTC ThingWorx Asset Advisor App für den Service. (Bild: PTC)

  • ThingWorx Asset Advisor für die Fertigung erlaubt die Fernüberwachung von physischen Anlagegütern in Echtzeit, automatische Erkennung von Anomalien und Initiierung von Warnungen für bessere Effizienz und Qualität. Er versorgt Service-Manager und -Techniker mit allen betriebs- und geräterelevanten Informationen und ermöglicht Service-Organisationen schnellere Wertschöpfung, da das Tool schnell implementiert, flexibel skalierbar und anpassbar ist. Im November gab PTC die Markteinführung einer weiteren Version bekannt – ThingWorx Asset Advisor für den Service. Die App soll Service-Managern und -Technikern Transparenz über vernetzte Geräte mit wichtigen rollenbezogenen Informationen bieten, außerdem einen Einblick in den Betriebszustand der Geräte sowie Warnmeldungen bei Betriebsstörungen gewähren und ihm die Fernwartung der vernetzten Geräte erlauben. So soll sich die Verfügbarkeit der Geräte erhöhen lassen, bei gleichzeitig sinkenden Service-Kosten.
  • ThingWorx Production Advisor erlaubt den Echtzeit-Einblick in die Performance und den Status der Produktionslinien. Fertigungsleiter sehen den Status der Produktion sowie wichtige KPIs wie Verfügbarkeit, Performance, Qualität und die Overall Equipment Effectiveness (OEE) in Echtzeit. Die App erlaubt es ihnen darüber hinaus, die operative Produktionsleistung in Echtzeit zu überwachen – und das dank des aktuellen Produktionsstatus‘ und der Leistungs-KPIs für sämtliche Produktionslinien und alle Objekte.

Creo Product Insight

Creo, PTCs Design-Studio für CAD/CAE-Konstrukte, hat in der Version 4.0 das neue Tool Creo Product Insight enthalten. Dank der Kopplung mit ThingWorx, der Plattform für industrielle IoT-Anwendungen, fließen die Daten aus der realen Welt der Geräte und Maschinen in den Entwicklungsprozess des CAD-Modells oder „digitalen Zwillings“ in Creo ein.

Mit Creo Product Insight sollen die Konstrukteure ein besseres Verständnis darüber gewinnen, wie Produkte tatsächlich verwendet werden und wie sie sich real verhalten, etwa Bikes, Autos oder Roboter. So sollen sich Produkte proaktiv mit angepassten Datenströmen entwickeln lassen, indem Sensoren direkt in den Konstruktionsprozess integriert werden. „So lassen sich intelligente, vernetzte Produkte proaktiv entwickeln“, sagt Paul Sagar von PTC.

„Lösungen wie Creo Product Insight bieten uns die Werkzeuge, um neue und attraktive Konzepte im Motorsport schnell für den Markt umzusetzen“, sagt Tamir Plachinsky, CEO von Griiip. „Für unseren Konstruktionsprozess sehen wir einen großen Mehrwert in Creo Product Insight, da die Lösung unsere Entwickler mit echten Daten von der Strecke versorgen kann.“

Vuforia 7

PTC hat die Version 7 seiner Augmented-Reality-Plattform Vuforia präsentiert. Neu ist die Fähigkeit, digitale Inhalte an zusätzliche Objekttypen und Umgebungen anzuheften. Mit Model Targets, die Objekte anhand ihrer Form erkennen, lassen sich Inhalte an Objekte wie Autos, Geräte, Industrieausrüstungen und Maschinen anheften. Dank dieser Funktion wird eine neue Art von Augmented-Reality-Inhalten möglich, die konventionelle Benutzerhandbücher und technische Serviceanweisungen ersetzen.

Inhalte lassen sich nun auf horizontalen Oberflächen platzieren. Mit Vuforia Ground Plane können Inhalte auf der Erde, dem Boden oder auf der Tischplatte platziert werden, sowohl drinnen als auch draußen. Ground Plane ist unabhängig von Tiefenmesskameras, unterstützt eine breite Gerätepalette und bietet eine Lösung zum Erstellen von Visualisierungsanwendungen für Entwickler, die vom Einkauf von Möbeln bis zu Designprüfungen reichen.

Vuforia Fusion ist eine neue Funktion, die das bestmögliche Augmented-Reality-Erlebnis auf einer Vielzahl von Geräten ermöglichen soll. Fusion löst das Problem der Fragmentierung in Augmented-Reality-fähigen Technologien wie Kameras, Sensoren, Chips und Software-Frameworks wie ARKit und ARCore. Es erkennt die Fähigkeiten der zugrundeliegenden Geräte und verschmilzt sie mit Vuforias Augmented-Reality-Funktionen. Damit können sich Entwickler auf eine einzige Vuforia-API stützen, um ein Augmented-Reality-Erlebnis zu erzielen. Fusion stellt Vuforia-Funktionen nicht nur über 100 Android- und iOS-Geräten zur Verfügung, sondern auch ARCore- und ARKit-fähigen Geräten (auf iOS 11).

Mithilfe von Vuforia Chalk können zwei voneinander entfernte Smartgeräte-Nutzer alle sich im Blickfeld befindlichen Objekte, etwa eine Maschine oder eine HiFi-Anlage, wie auf einer Schultafel kennzeichnen.
Mithilfe von Vuforia Chalk können zwei voneinander entfernte Smartgeräte-Nutzer alle sich im Blickfeld befindlichen Objekte, etwa eine Maschine oder eine HiFi-Anlage, wie auf einer Schultafel kennzeichnen. (Bild: PTC, Matzer)

In Stuttgart stellte PTC mit Vuforia Chalk eine neue Augmented-Reality-App vor, die die standortübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Personen erleichtert. Vuforia Chalk bietet ein neues Kommunikationserlebnis, das durch Vuforia und Apples ARKit-Technologie (iOS 11) ermöglicht wird. Es erlaubt Personen an unterschiedlichen Orten, eine Live-Ansicht derselben Umgebung zu teilen und einfache Anmerkungen, sogenannte Chalk Marks, zu zeichnen. Diese Chalk Marks können an Objekten und Oberflächen in der Umgebung verankert werden, als wären sie direkt auf die Objekte und Oberflächen gezeichnet worden. Die Realität wird zur Schultafel.

Reality Lab und Reality Editor

Das PTC Reality Lab wird ein zentrales Element im neuen Hauptquartier in Boston.
Das PTC Reality Lab wird ein zentrales Element im neuen Hauptquartier in Boston. (Bild: PTC)

Auf dem Forum stellte PTC auch ihr neues Testcenter, das Reality Lab, vor. Hier werden Forscher Applikationen erstellen, die Augmented, Virtual und Mixed Reality-Technologien nutzen, um die Interaktionen von Menschen mit ihrer physischen Umgebung zu verbessern. Das erste Produkt des Forscherteams war der Reality Editor, eine Augmented-Reality-Plattform, die die Verknüpfung intelligenter Objekte ermöglicht, indem einfach eine Linie zwischen ihnen auf dem Bildschirm eines Smartphones gezogen wird. So ließe sich beispielsweise in einem Connected Device wie einem PKW eines Ingolstädter Herstellers die komplette Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) individuell per Smartphone konfigurieren.

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