Tracking Mit smarten IoT-Trackern industrielle Logistikprozesse optimieren

Ein Gastbeitrag von Johan Criel* 5 min Lesedauer

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Nicht-stromversorgte Ladungsträger wie Paletten oder Mehrfach-Transportverpackungen waren bisher schwierig zu digitalisieren. Eine neue Generation smarter IoT-Tracker schafft jetzt die Voraussetzungen für mehr Transparenz in industriellen Logistikprozessen.

Neue IoT-basierte Tracker sollen in Verbindung mit einer intuitiven Cloud-Plattform Ladungsträger digital nachverfolgbar machen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Neue IoT-basierte Tracker sollen in Verbindung mit einer intuitiven Cloud-Plattform Ladungsträger digital nachverfolgbar machen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Eine zentrale Herausforderung für reibungslose Lieferketten in der Industrie besteht darin, sicherzustellen, dass alle benötigten Teile und Betriebsmittel zum richtigen Zeitpunkt eintreffen – dies gilt für Transporte zwischen eigenen Standorten und Lagern ebenso wie für die logistische Abstimmung mit Zulieferern, Partnern und Kunden. Um diese Abläufe zu optimieren, ist die Digitalisierung der industriellen Transportketten auch dank GPS-Technik in vielen Fahrzeugen fortgeschritten. Sie weist aber in den meisten Unternehmen noch einen weißen Fleck auf, der sich der Digitalisierung bisher entzogen hat: nicht-stromversorgte Ladungsträger.

Herausforderung: Nicht-stromversorgte Ladungsträger

Die Industrie benutzt für ihre Transporte Tausende von Ladungsträgern, die keine eigene Stromversorgung haben und deshalb schwer zu digitalisieren sind: Dazu gehören beispielsweise Paletten, Kisten und Mehrweg-Transportverpackungen (RTP), aber auch Anhänger oder spezielle Vorrichtungsbauten wie beispielsweise Gebinde zum Transport von Glasprodukten. Ohne digitalisiertes und damit automatisiertes Tracking stellt das Management dieser Ladungsträger die Verantwortlichen allerdings vor verschiedene Herausforderungen: Fehlende Ladungsträger müssen manuell gesucht werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal lassen sie sich nur durch unerwartete Adhoc-Transporteinsätze kompensieren und erzeugen so zusätzliche Kosten. Um Engpässe bei ihren Ladungsträgern zu vermeiden, halten Unternehmen oft vorbeugend einen sehr hohen Grundbestand vor, sodass hier viel Kapital gebunden ist. Im schlimmsten Fall sorgen nicht auffindbare Ladungsträger sogar für die Unterbrechung der Produktion – weil entweder Teile nicht rechtzeitig geliefert werden können oder auch weil fertige Produkte nicht ausgeliefert werden können.

Eine neue Generation robuster, batteriegestützter und IoT-basierter Tracker in Kombination mit einer intuitiven Cloud-Plattform kann jetzt dazu beitragen, die blinden Flecken auf der Landkarte zu beseitigen und nicht-stromversorgte Ladungsträger digital sichtbar und nachverfolgbar zu machen. Damit können nicht nur logistische Prozesse verlässlicher geplant und effizienter gestaltet werden, was zu optimierten Prozessströmen führt. Das Tracking von Ladungsträgern wie RTPs verringert außerdem deutlich die entsprechenden Kosten und trägt zu einem guten Return on Investment (ROI) bei. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die erhöhte Diebstahlsicherheit, die durch Tracker und Plattform erzielt werden kann.

Energiegeladene IoT-Connectivity

Damit das Tracking von Hunderten oder Tausenden nicht-stromversorgter Boxen, Paletten oder Mehrweg-Transportverpackungen sich für ein Industrieunternehmen lohnt, brauchen entsprechende Tracker langlebige Batterien. Denn sonst würde der Austausch der Tracker einen Aufwand erzeugen, der mögliche Effizienzgewinne direkt wieder relativiert. Unternehmen sollten bei entsprechenden Trackern also mit einer Batterielaufzeit von mindestens fünf Jahren kalkulieren können. Je nach Anwendungsfall kann die Wahl der richtigen Mobilfunktechnologie oder eine Kombination verschiedener Technologien zur Vermeidung von Lokalisierungsfehlern dabei helfen. Narrowband-IoT (kurz: NB-IoT) beispielsweise ist ein weltweiter Standard, der sich überall empfiehlt, wo es auf Energieverbrauch, Gebäudedurchdringung, Batterielebensdauer und vor allem Kosten ankommt. Darüber hinaus ist wichtig, dass die Tracker so konfiguriert sind, dass sie – sicher verschlüsselt – nur dann ihre Daten senden, wenn es für ein effizientes Management nötig ist.

Robuste Sensoren für smarte Umgebungsdaten

In der industriellen Logistik sind die Ladungsträger meist widrigen Umweltbedingungen ausgesetzt: Hitze und Kälte, Nässe und Trockenheit. Sie und mit ihnen ihre Tracker müssen ausreichend robust sein, um diesen Witterungsbedingungen möglichst lange standzuhalten. Smarte Tracker verfügen aber nicht nur über eine harte Schale, sie können auch mit Sensoren bestückt werden, die gewünschte Umgebungsdaten messen und an ihre Management-Plattform senden. So können Unternehmen kritische Faktoren wie Temperatur, die Luftfeuchtigkeit oder auch Kippbewegungen, wie sie unter anderem bei der Leerung eines Containers entstehen, erfassen und kontrollieren. Über die Management-Plattform kann dann eine Überschreitung gewünschter Grenzwerte per Alarm-Nachricht gemeldet und falls nötig direkt eingegriffen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zustandsüberwachung ein wertvolles Tool zur Klärung von Verantwortlichkeiten sowie der Haftung ist – sowohl intern als auch gegenüber Dritten. Zudem kann man so die Einhaltung von Vorschriften gewährleisten.

Leistungsfähige Analyse und zählbarer Nutzen

Damit alle Daten nicht nur erfasst, sondern auch mit Blick auf die Prozesseffizienz ausgewertet werden können, braucht es eine Cloud-basierte zentrale Management-Plattform, die alles im Überblick darstellt: Sie kann einen digitalen Zwilling jedes Ladungsträgers auf einer Karte anzeigen und beispielsweise durch KI-gestützte Analyse die Auswertung der Tracker-Daten unterstützen. Verantwortliche erhalten so wertvolle Erkenntnisse für das Bestandsmanagement ihrer Ladungsträger, Workflows, Auslastung und zur Zustandsüberwachung. Das Ergebnis: Prozesse lassen sich effizienter gestalten und weiter optimieren. Wie die Industrie konkret profitieren kann, zeigt das Unternehmen Airbus, das Mehrweg-Transportverpackungen per IoT-Tracking digitalisierte.

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Airbus schafft Transparenz mit IoT-Trackern von Sensolus

Das Unternehmen Airbus entwickelt, fertigt und liefert weltweit Produkte, Dienstleistungen und Lösungen für die Luft- und Raumfahrt und verfügt dafür über mehr als 50.000 spezielle Mehrweg-Transportverpackungen, die zwischen den einzelnen Standorten und Unterauftragnehmern zirkulieren. Tausende von Mehrweg-Transportverpackungen wurden in den vergangenen Jahren mit IoT-Trackern von Sensolus ausgestattet. Airbus profitiert deshalb heute von lückenloser Transparenz. Die Inventarisierung läuft automatisiert und Bestände können mit ihren Standorten einfach abgerufen werden. Die Rotationsfähigkeit der Verpackungen wurde verbessert, ihre Lagerzeiten ebenso wie die Umlaufbestände verringert. Auch können jetzt Flottenkapazität optimiert, Ersatzteilkosten eingespart und die Konformität von Subunternehmen besser überwacht werden. „Das System ist nicht nur präzise, schnell einsatzbereit und energiesparend, sondern funktioniert auch hervorragend. Der logistische Datenfluss hat sich deutlich verbessert und bietet mehr Transparenz im täglichen Betrieb“, fasst Maxime Saraiva, IoT Technical Specialist bei Airbus, den Nutzen der IoT-Tracker von Sensolus zusammen.

ROI: So lohnt sich das IoT-Tracking für Industrieunternehmen

Auch kleinere und anders aufgestellte Industrieunternehmen können vom IoT-Tracking ihrer Ladungsträger für ihre logistischen Prozesse profitieren. Mit Blick auf verschiedene Kunden sieht Sensolus insgesamt folgenden ROI: 30 Prozent Managementkosten für Ladungsträger können einspart werden. Verlorene Ladungsträger lassen sich um 80 Prozent reduzieren, falsche Abholungen sogar um 90 Prozent. Darüber hinaus werden oft Hunderte von Stunden im Jahr für manuelle Bestandszählung überflüssig.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

* Johan Criel ist Chief Technology Officer bei Sensolus.

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