KI-Assistent wird mit Nutzerdaten trainiert Lässt sich Meta AI wieder verbannen?

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Kritik von Datenschützern verzögerte den Start von Metas KI in der EU. Wer öffentliche Beiträge bei Facebook oder Whatsapp verfasst, muss künftig damit rechnen, dass sie zum Software-Training genutzt werden. Widerspruch ist wohl sinnlos. Meta hat seinen KI-Assistenten fest verbaut.

Meta AI ist ein „optionaler Service auf Whatsapp“ – der Assistent lässt sich aber nur umständlich umgehen.(Bild:  Meta)
Meta AI ist ein „optionaler Service auf Whatsapp“ – der Assistent lässt sich aber nur umständlich umgehen.
(Bild: Meta)

Der Facebook-Konzern Meta wird seine künstliche Intelligenz auch in der Europäischen Union mit öffentlich zugänglichen Beiträgen erwachsener Nutzer trainieren. Im vergangenen Sommer hatte der Konzern den EU-Start seiner KI-Software Meta AI noch verschoben, weil die zuständige irische Datenschutzbehörde sich bis zur Klärung der Rechtslage gegen ein solches Vorgehen stellte. Doch jetzt folgt die Wende.

Meta sieht in einer Entscheidung des Europäischen Datenschutzausschusses von Dezember die Bestätigung, dass der Ansatz des Konzerns rechtlich zulässig ist. Im vergangenen Monat wurde Meta AI in der EU eingeführt. Die Software, mit der Nutzer chatten können, ist in Meta-Anwendungen wie WhatsApp hinter einem Button mit einem mehrfarbigen Ring zu finden.

Lokalisierung soll KI nützlicher machen

Nun sollen auch Interaktionen von Nutzern mit Meta AI zum Training der KI verwendet werden, wie Meta in einem Blogeintrag mitteilte. Der Konzern argumentiert, dass die KI-Software mit der Lokalisierung besser auf die Bedürfnisse europäischer Nutzer eingehen werde. Sie sollen demnächst per E-Mail oder in den Apps darüber informiert werden, welche Daten genau zum Einsatz kommen. Die Benachrichtigungen werden auch Links zu Widerspruchs-Formularen enthalten.

Meta betont, dass private Unterhaltungen nicht zum Training der KI verwendet werden. Bei minderjährigen Nutzern verzichte man auch auf die Nutzung öffentlich verfügbarer Beiträge.

Lässt sich der Assistent wieder entfernen?

Das neue, blaue Kreissymbol dürfte kaum einem Whatsapp-Nutzer und kaum einer Whatsapp-Nutzerin entgangen sein. Er führt in einen Chat mit Metas künstlicher Intelligenz (KI). Wer gar nicht vorhat, diese Funktion zu nutzen, tippt am besten erst gar nicht darauf – und bindet den Chatbot auch nicht per „@MetaAI“ in Gruppenchats ein.

Ganz aus der App entfernen oder deaktivieren lassen sich derzeit aber weder das Symbol noch die ganze Meta-AI-Anbindung. Alle, die schon einmal den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie zugestimmt und mit Meta AI gechattet haben, können nur noch KI-Einzelchats löschen, erklärt Meta im Whatsapp-Hilfebereich. Dazu den Chat nach links ziehen, auf „Mehr/Löschen“ (Android) oder direkt auf „Löschen“ (iOS) gehen und bestätigen.

Wie immer im Umgang mit KI ist auch bei Metas Chatbot wichtig zu wissen, dass einige der KI-generierten Nachrichten „möglicherweise falsch oder unangemessen“ sind, wie es in der Whatsapp-Hilfe heißt.

Bloß nichts Persönliches, Sensibles oder Vertrauliches!

Zudem haben Persönliches sowie sensible oder vertrauliche Daten nichts in KI-Chats verloren. Wer bereits solche Informationen in den Chat geschrieben hat, sollte nicht nur die jeweiligen KI-Einzelchats vom Gerät löschen, sondern auch das Löschen der mit Meta AI geteilten Informationen bei Meta anfordern.

(ID:50393553)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung