Gartner-Prognose erwartet mehr als 8 Milliarden Dollar Kosten Mehr Datenschutzklagen zu biometrischen Daten bis 2025

Von Peter Schmitz

Laut Gartner werden bis 2025 Rechtsstreitigkeiten und Klagen zum Schutz der Privatsphäre im Zusammenhang mit der Verarbeitung biometrischer Daten und cyber-physischen Systemen zu Geldstrafen und Vergleichen in Höhe von über 8 Milliarden US-Dollar führen.

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Immer mehr Systeme erfassen biometrische Daten aller Art, aber diese Informationen haben ein enormes Potenzial, missbraucht zu werden.
Immer mehr Systeme erfassen biometrische Daten aller Art, aber diese Informationen haben ein enormes Potenzial, missbraucht zu werden.
(© DedMityay - stock.adobe.com)

„Autonome Fahrzeuge, Drohnen, die Videos aufnehmen, intelligente Gebäude und intelligente Städte sind cyber-physische Systeme, die biometrische Daten aller Art erfassen“, sagt Bart Willemsen, Research Vice President bei Gartner. „Die Erfassung und Speicherung biometrischer Informationen nimmt zu, sei es in Form von Fingerabdrücken, Iris-Scans, Fernerkennung von Gesicht, Gang, Stimme oder sogar DNA-Proben. Aber diese Informationen haben ein enormes Potenzial, missbraucht zu werden.“

Laut Willemsen decken die neuen Datenschutzgesetze die Erfassung, Umwandlung, Speicherung und Verarbeitung von biometrischen Daten ab und können sogar für die Gesichtserkennungs-Technologien in sozialen Medien gelten. Zudem können sie Speicherregelungen beinhalten und den Verkauf und die Vermietung von bzw. den Handel oder den Gewinn mit diesen biometrischen Daten verbieten. Einige untersagen die Nutzung biometrischer Daten in bestimmten Anwendungsfällen sogar ganz.

„In solchen Fällen ist es wichtig, dass die Verantwortlichen für Sicherheit und Risikomanagement und Datenschutzbeauftragte ebenfalls weniger invasive Mittel in Betracht ziehen, um den beabsichtigten Zweck zu erreichen. Außerdem sollten sie den Kunden alle notwendigen Informationen vorbehaltlos erläutern“, so Willemsen weiter.

Einige multinationale Unternehmen mit direktem Kundenkontakt gehen aktiv zu einem Selbstbedienungsmodell mithilfe von Datenschutzportalen und Eingabeformularen über. Dadurch sollen nicht nur Bußgelder vermieden, sondern auch das Kundenvertrauen gestärkt und eine positive Einstellung der Marke gegenüber aufrechterhalten werden.

Steigende Privacy-Budgets: Datenschutz wandelt sich von einer Compliance zu einem Wettbewerbsvorteil

Gartner prognostiziert, dass bis 2024 das durchschnittliche Jahresbudget für den Datenschutz in großen Unternehmen bei über 2,5 Millionen US-Dollar liegen wird, wodurch sich der Datenschutz von der Compliance-Ethik zum Wettbewerbsvorteil entwickeln kann.

Die Budgets für den Datenschutz stiegen von 1,7 Millionen US-Dollar 2019 auf 2 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 – und es wird erweitert, dass sich der stetige Anstieg fortsetzt. Der plötzliche Boom von Online-Aktivitäten, Remote Arbeit und des virtuellen Lernens hat die Cyber-Bedrohungen erhöht. Viele Unternehmen werden angesichts der zunehmenden Regulierungen des Datenschutzes in vielen Rechtssystemen in den kommenden zwei Jahren erst jetzt erkennen, wie wichtig es, ist ihre Datenschutzprogrammen zu entwickeln.

Gartner empfiehlt Unternehmen zunächst die vollständige und detaillierte Kontrolle über die gesamte personenbezogenen Datenverarbeitung zu erlangen, bevor sie diese Kontrolle an Einzelne abgeben. Verwaltungsdienste für Datenschutzrechte und Einverständniserklärungen können hier helfen. „Für den Kunden macht es einen Unterschied, ob er wochenlang auf eine unvollständige Antwort warten muss oder ob er in Sekundenschnelle die Antwort auf die Frage ‚Welche Daten verarbeitet ein Unternehmen über mich?‘ erhält. Dieser Unterschied ist der Punkt, an dem Vertrauen gewonnen oder verloren wird“, sagte Willemsen.

Unternehmen gehen – je nach dem Entwicklungsstand ihrer Datenschutzprogramme – über die reine Einhaltung der Vorschriften hinaus und richten sich kundenorientierter aus. Das können sie machen, indem sie es Experten ermöglichen, Kundenbeschwerden über mangelnde Transparenz zu bearbeiten und die Datenschutz-UX zu automatisieren; oder indem sie Kunden international gleich behandeln und ihnen weltweit Zugang zu den Datenschutzrechten gewähren – ob sie müssen oder nicht.

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