Neue Technologien verbessern den Notruf 112 Lebenswichtiger Zeitvorsprung durch künstliche Intelligenz

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat setzt beim Notruf 112 große Hoffnungen in die KI. Es sei denkbar, Notrufe in verschiedenen Sprachen zu erfassen und die Sprachbarriere zu überwinden. Eine KI-unterstützte Spracherkennung ermögliche sogar einen Dialog mit dem Anrufer.

Der Notruf 112 funktioniert in jedem Mobilnetz, eine Vorwahl muss nicht gewählt werden.(Bild:  © – keBu.Medien – stock.adobe.com)
Der Notruf 112 funktioniert in jedem Mobilnetz, eine Vorwahl muss nicht gewählt werden.
(Bild: © – keBu.Medien – stock.adobe.com)

Der Notruf 112 ist eine einfache und in vielen Fällen lebensrettende Möglichkeit, schnell professionelle Hilfe zu bekommen, weshalb eine frühzeitige Alarmierung des Notrufs 112 Leben retten und schwerwiegende Schäden verhindern kann.

Zum Tag des Notrufs am 11. Februar erklärte der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) Manfred Wirsch:

„Für die Opfer von Verkehrsunfällen ist der Notruf 112 ein Segen. Der langfristige Rückgang der Zahl der Getöteten im Straßenverkehr ist auch den geschulten Mitarbeitenden in den Leitstellen zu verdanken, die schnell die Lage einschätzen und Rettungsdienste an den Unfallort senden. Ein verantwortungsvoller Job, der große Wertschätzung verdient. Die Mitarbeitenden sind in der Lage auch Anweisungen zur überbrückenden Ersthilfe z. B. für eine Reanimation (Telefonreanimation) zu geben, bis der Rettungsdienst vor Ort eintrifft.“

Inzwischen hätten neue Techniken in den Leitstellen Einzug gehalten, die die Entsendung der Hilfe vereinfachen und beschleunigen können. Über eine Notruf-App könnten Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung Notrufe absetzen, ohne zu sprechen. Wenn nicht bekannt ist, wo genau der Notfallort ist, z. B. auf Reisen oder im Urlaub, könne mit einem Ortungssystem die Leitstelle die Standortdaten bis auf wenige Meter genau ermitteln. Ein neues Forschungsprojekt habe das Ziel, Notrufe in Deutschland unter Einsatz von KI-Methoden in unterschiedlichen Sprachen zu erfassen und die Sprachbarriere zu überwinden. Eine KI-unterstützte Spracherkennung mache sogar einen Dialog mit dem Anrufer möglich.

Dazu der Notfallmediziner Prof. Dr. Peter Sefrin, Mitglied im DVR-Vorstandsausschuss Verkehrsmedizin und Gründer der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (AGBN):

„Wenn es gelingt, die Leitstellen auch in diesen komplexen Situationen zu unterstützen, kann die Künstliche Intelligenz einen lebenswichtigen Zeitvorsprung bieten. Das ist der nächste technische Innovationssprung seit Einführung des E-Call, das in allen neuen Autos bei Unfällen einen automatischen Notruf absetzen kann. Aber der wichtigste Lebensretter bleibt der Mensch: Auch wenn man in einer Stresssituation nicht weiß, wie man helfen kann – den Notruf 112 sollte jeder kennen und wählen können, um so für schnelle und kompetente Hilfe zu sorgen.“

Hintergrund

Der Europäische Tag des Notrufs am 11. Februar entstand, um die seit 1991 in Europa einheitliche Notrufnummer 112 bekannter zu machen und schnellstmöglich Hilfe an den Unfallort zu bringen. Laut DVR ist vielen EU-Bürgerinnen und -Bürgern diese Nummer jedoch noch immer nicht bekannt. Besorgniserregend sei auch, dass rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung nicht wüssten, dass die 112 in allen europäischen Ländern gültig und kostenlos sei. Der Notruf funktioniert in jedem Mobilnetz, eine Vorwahl muss nicht gewählt werden. Die einheitliche Rufnummer wurde eingeführt, um lebenswichtige Zeit zu sparen und Rettungskräfte schnellstmöglich an den Notfallort zu bringen.

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