Projekt Wald5DPlus der Hochschule München KI ermöglicht präzise Waldanalyse aus der Luft

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Ein Forschungsteam der Hochschule München (HM) hat eine neuartige Methode zur präzisen Waldanalyse aus der Luft entwickelt. Dabei kommen unter anderem KI-gestützte Analyseverfahren zum Einsatz.

Mit Wald5DPlus hat ein Team der Hochschule München eine KI-getriebene Methode entwickelt, um Wälder aus der Luft zu analysieren.(Bild:  HM / Sarah Hauser)
Mit Wald5DPlus hat ein Team der Hochschule München eine KI-getriebene Methode entwickelt, um Wälder aus der Luft zu analysieren.
(Bild: HM / Sarah Hauser)

Das Team des Instituts für Anwendungen des maschinellen Lernens und intelligenter Systeme (IAMLIS) der HM entwickelte im Projekt Wald5DPlus einen umfangreichen Datensatz, der auf Satellitenbildern und KI aufbaut. Die Technologie soll neue Möglichkeiten zur Kartierung und Analyse von Waldgebieten bereitstellen, ohne dass ein tatsächliches Betreten der Wälder nötig wird.

„Die Vermessung von Wäldern war bisher vor allem in schwer zugänglichen Gebieten sehr zeitaufwendig“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Andreas Schmitt. Mit der neuen Methode könne man den Zustand von Wäldern mit hoher Genauigkeit aus der Vogelperspektive erfassen. Dazu nutzt das Team die Daten der Satelliten Sentinel 1 und 2 der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Ein spezieller Algorithmus gleicht witterungsbedingte Datenlücken aus, die beispielsweise durch Wolken entstehen können. Ergänzend kommen Drohnen- und Flugzeugdaten zum Einsatz, um typische Waldmerkmale wie Baumarten, Höhen und Dichten zu berechnen.

KI liefert präzise Prognosen

Die KI-gestützte Analyse liefert nicht nur eine detaillierte Bestandsaufnahme der Wälder, sondern ermöglicht auch genaue Prognosen über deren zukünftige Entwicklung. Derartige Vorhersagen helfen zum Beispiel beim Kampf gegen Waldschäden und ermöglichen eine effiziente Bewirtschaftung. „An einer Versuchsfläche konnten wir beobachten, wie die KI korrekt das Wachstum von jungen Fichten unter alten Buchen vorhergesagt hat“, berichtet Schmitt. Wald5DPlus ist vor allem für Forstwirtschaft und Umweltschutz interessant. Zudem kann auch die Wissenschaft wertvolle Erkenntnisse aus dem Projekt ziehen, darunter etwa Informationen zur Biodiversität und den Einfluss des Klimawandels auf die Wälder.

Das HM-Forschungsteam stellt den Datensatz einschließlich aller notwendiger Skripte und vortrainierter Modelle der Öffentlichkeit zur Verfügung. „Unsere Ergebnisse sind über zenodo.org frei zugänglich. So möchten wir Forschenden und Interessierten weltweit die Möglichkeit geben, eigene Analysen durchzuführen und zur Erhaltung der Wälder beizutragen“, meint Sarah Hauser, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts.

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