Künstliche Intelligenz aus der Schweiz KI-Assistent Euria soll Wohnungen beheizen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Infomaniak hat mit Euria einen kostenlosen KI-Assistenten vorgestellt, der vollständig in der Schweiz betrieben wird. Die Plattform setzt auf Open-Source-Modelle, vermeidet Datenabflüsse und nutzt die Abwärme des Rechenzentrums für das lokale Fernwärmenetz.

Infomaniak stellt Euria vor: ein souveräner Open-Source-KI-Assistent mit lokalem Hosting, ohne Datenweitergabe und Wärmenutzung im Genfer Fernwärmenetz.(Bild:  Infomaniak)
Infomaniak stellt Euria vor: ein souveräner Open-Source-KI-Assistent mit lokalem Hosting, ohne Datenweitergabe und Wärmenutzung im Genfer Fernwärmenetz.
(Bild: Infomaniak)

Infomaniak hat Euria veröffentlicht, einen KI-Assistenten für private und organisatorische Nutzung, der laut Anbieter ausschließlich auf Schweizer Infrastruktur läuft. Die Verarbeitung erfolge lokal im Rechenzentrum des Unternehmens; Daten sollen weder zur Modellverbesserung noch zu Analysezwecken herangezogen werden. Für sensible Kontexte biete Euria einen ephemeren Modus (flüchtig, rasch vorübergehend), bei dem Unterhaltungen nicht im Nutzerkonto gespeichert werden.

Für die private Nutzung fallen keine Gebühren an, solange die grundlegenden Funktionen genutzt werden. Für erweiterte Unternehmensfunktionen oder spezielle KI-APIs können jedoch kostenpflichtige Optionen existieren.

Technisch basiere Euria auf einem modularen Stack, der Anfragen je nach Typ über verschiedene Open-Source-Modelle verteilt. Für Textinteraktionen kommen unter anderem Mistral- und Qwen-Modelle zum Einsatz. Die Audioverarbeitung übernimmt Whisper. Laut Infomaniak testen die Teams fortlaufend weitere Modelle, darunter Varianten aus dem Apertus-Umfeld und kommende Generationen von Mistral. Die Auswahl orientiert sich laut Anbieter an Energieeffizienz und Anwendungsprofilen.

Für Unternehmen ist Euria bereits in kSuite Pro integriert. Damit steht der Assistent einem breiten Nutzerkreis in Verwaltungen, NGOs und Firmenumgebungen zur Verfügung. Der Funktionsumfang umfasst Text- und Spracheingaben, Datei-Analyse, Webrecherche sowie die Interpretation von Bildern oder Dokumenten.

Ein Kernpunkt des Projekts ist allerdings die Nutzung der Abwärme: Die Wärme aus den Rechenprozessen fließt in das Fernwärmenetz der Stadt Genf. Die Energie wird damit nicht an die Umgebung abgegeben, sondern zum Heizen genutzt. Nach Angaben von Infomaniak reduziert das den CO2-Ausstoß im Vergleich zu gasbetriebenen Heizsystemen deutlich.

„Euria zeigt, dass eine KI leistungsstark und gleichzeitig noch nachhaltiger für den Planeten sein kann: Die gesamte von der KI verbrauchte Energie, die ausschließlich auf erneuerbarer Energie ohne jegliche Wasserverschwendung beruht, kommt ein zweites Mal der Allgemeinheit zugute, um Haushalte zu beheizen“, sagt Boris Siegenthaler, der Gründer von Infomaniak.

Infomaniak arbeitet zudem an einer Erweiterung für anpassbare Agenten. Nutzer sollen eigene Profile mit persistenten Anweisungen anlegen können. Vollständig autonome Agenten sind laut Unternehmen nicht geplant, jedoch soll der Ansatz interne Automatisierungsschritte in kSuite-Arbeitsabläufen unterstützen.

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