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Wie kann der klassische deutsche Mittelständler seine angestammte Kompetenz ins IoT-Zeitalter hinüberretten?
Schachner: In den vergangenen Jahren ist der klassische Mittelständler als Produktlieferant eigentlich verschwunden. Nur wenig große Hersteller beherrschen heute den Markt. Mit der Einführung von IoT und den daraus resultierenden neuen Geschäftsmodellen ergeben sich zahlreiche neue Innovationsmöglichkeiten, in denen der Mittelstand wieder profitieren kann.
Allerdings sind die Anforderungen wesentlich umfassender als früher, und der Aufwand, am Markt sichtbar zu werden, ist immens. Deshalb sehe ich den Erfolg des Mittelstandes nur dann, wenn sich die einzelnen Firmen öffnen und gemeinsam vorgehen.
Der bayerische Staat hat das schon sehr früh erkannt und Innovationscluster wie zum Beispiel Cluster Mechatronik, BICCNet, Bayern Innovativ und zuletzt das Zentrum für Digitalisierung Bayerns gegründet. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Unterstützung bei der Vernetzung der Firmen untereinander und deren Begleitung auf ihren Weg. Die Möglichkeiten, die daraus entstehen, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für den deutschen Mittelstand.
Der Verein Embedded4You e.V. ist ein gutes Beispiel, wie mittelständische Firmen durch Bündelung Ihrer Kompetenz wieder offensiv am Markt und vor allem auch im Umfeld von IoT auftreten können. Dazu haben die staatlichen Innovationscluster ganz entscheidend beigetragen.
Sie sind im Verein Embedded4You aktiv. Wie können Sie Unternehmen dabei helfen, den Schritt in Richtung IoT zu wagen?
Schachner: Für uns war es ein Glücksfall, dass wir bereits 2006 mit dem Aufbau von Embedded4You als Mittelstandsvereinigung beginnen konnten. Denn Vernetzung braucht auch Zeit und Engagement.
Bevor wir unseren Kunden helfen können, mussten wir natürlich erst einmal selbst Technologie aufbauen. Mit der Schaffung der für IoT nötigen Kommunikationswege haben wir die Anforderungen, die im speziellen Fall der Maschinenbau an uns stellt, bereits erreicht. Erste Maschinen mit IoT-Vorbereitung werden noch dieses Jahr in die Vermarktung gehen.
Derzeit suchen wir kompetente mittelständische Firmen mit dem Schwerpunkt der IoT-Prozesse, die sich dann mit der Umsetzung von Abläufen im IoT-Umfeld auseinandersetzen.
Unser vorrangiges Ziel ist dabei die Bündelung aller nötigen Technologien und Dienstleistungen zur Unterstützung der Kompetenzen unserer Kunden. Dazu haben wir jetzt einen eigenen Entwicklungsprozess als Baukasten aufgestellt, in dem alle Kompetenzen von der Schulung, Maschinenbau, innovative Hardware Konzepte, Anwendungsentwicklung, Test und Simulation bis zu den Kommunikationsthemen von IoT zur Verfügung stehen.
Aus dieser gebündelten Kompetenz sind wir nun in der Lage, den sehr individuellen Entwicklungsprozess des Maschinenbau-Kunden optimal zu ergänzen.
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