IoT und Automatisierung

„IoT in der Produktion: Ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel“

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Klassische Automatisierung und IoT – das scheint zunächst einmal nicht zu passen. Was muss passieren, damit es dennoch passt?

Schachner: Die Einführung von IoT in die Produktion führt zu einem tiefgreifenden Paradigmenwechsel. Nicht mehr die klassische Automatisierungspyramide, in der die Daten immer weiter verdichtet werden, sondern eine flache Datenebene – meist als Cloud bezeichnet – steht im Vordergrund. Das heißt, die Anwendung wird von den Daten getrennt.

Bei der klassischen SPS sind aber Hardware, Daten und Anwendung herstellerspezifisch fest miteinander verbunden. Daraus ist auch früher schon oft das Problem der begrenzten Möglichkeiten einer SPS entstanden, die man dann durch Ergänzung eines PC's mit entsprechender IT Software gelöst hat. IoT-Strategien fordern auch den transparenten Zugriff von der Datenebene bis zum Sensor.

Klassische SPS-Technologien, die ohne Betriebssystem fest mit der I/O-Hardware verbunden sind, können nur schwer in eine IoT-Umgebung eingebunden werden. In den letzten Jahren sind aber auch immer mehr sogenannte Soft-SPS-Systeme wie zum Beispiel Logi.CAD, 4Diag oder CodeSys entstanden, die auf ein Betriebssystem aufsetzen. Hier wird es möglich, IoT-Protokolle an die Datenbasis der SPS anzudocken. Damit können Sensoren über das jeweilige IoT-Protokoll mit der SPS oder umgekehrt von der SPS zum Sensor und in die Cloud kommunizieren.

Noch besser wäre es jedoch, wenn die Steuerungshardware und das IoT-Protokoll mit der Sensorik eine Einheit bilden und die Steuerung je nach Anforderung mit dem passenden Werkzeug realisiert werden würde. Damit erhält man ein einheitliches Kommunikationsmodell für die gesamte Produktion, das dann einheitlich gewartet und gepflegt wird. Für die zu erwartenden Security-Probleme wäre das ein sehr wichtiger Aspekt. Die SPS wäre dann ein Werkzeug nach IEC6131-3 oder der moderneren Version IEC61499, die dann sehr einfach mit anderen Technologien wie zum Beispiel einer Hochsprachenprogrammierung kombiniert werden kann.

Da die SPS Industrie nicht auf die feste Verknüpfung von Werkzeug und Hardware verzichten wird, ist zu erwarten, dass sich der Soft-SPS-Ansatz durchsetzen wird.

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