InfluxData erneuert Zeitreihendatenbank von Grund auf InfluxDB 3: Neue Engine, alte Herausforderungen?

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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InfluxData stellt mit InfluxDB 3 Core und Enterprise zwei neue Varianten seiner Zeitreihendatenbank vor. Die Architektur sei neu, der Fokus liege auf Tempo, Skalierung und Analyse in Echtzeit. Doch wie viel Fortschritt steckt hinter der Ankündigung?

InfluxData bringt InfluxDB 3 Core und Enterprise. Neue Engine, neue Features – doch was bedeutet das für Praxis und Migration?(Bild:  InfluxData)
InfluxData bringt InfluxDB 3 Core und Enterprise. Neue Engine, neue Features – doch was bedeutet das für Praxis und Migration?
(Bild: InfluxData)

Mit InfluxDB 3 Core und InfluxDB 3 Enterprise sollen Entwickler Zeitreihendaten schneller verarbeiten, einfacher transformieren und leichter überwachen können – so jedenfalls das Versprechen. Beide Versionen basieren auf einer neuen Architektur, die nicht nur alte Limitierungen beseitigen, sondern auch neue Anwendungsfelder erschließen soll.

Core bleibt offen – Enterprise wird groß

Zunächst die Aufteilung: Core ist quelloffen, kostenlos und für Einzelinstanzen gedacht. Enterprise kommt mit erweiterten Funktionen wie Replikation, Ausfallsicherheit, Sicherheitsfeatures – und mit Lizenzkosten. Beide laufen lokal oder in der Cloud. Beide sollen Millionen Schreibvorgänge pro Sekunde stemmen können.

Die Datenbank basiere nun auf Rust, nutzt Apache Arrow, Parquet und DataFusion. Das Ziel sei: höhere Geschwindigkeit, weniger Speicherlast, bessere Query-Performance.

Die größte Änderung: InfluxDB enthält nun eine integrierte Python-Processing-Engine. Entwickler könnten damit Transformationen und Alarme direkt in der Datenbank umsetzen – ohne zusätzliche Pipelines. Ein Feature, das klassische ETL-Prozesse ablösen oder zumindest verschlanken könnte.

Daten in Bewegung statt auf Halde

Zeitreihendaten entstehen im Sekundentakt – ob in Maschinen, Sensoren oder Servern. Klassische Datenbanken kommen damit oft nicht klar.

InfluxData setzt hier auf ein neues Narrativ: Daten sollen nicht mehr nur gespeichert, sondern aktiv verarbeitet werden – im Moment ihres Entstehens. Echtzeit statt Rückspiegel.

Doch genau hier liegt die Messlatte. Aussagen wie „Sub-10-Millisekunden-Lookups“ oder „unbegrenzte Kardinalität“ lassen sich schwer validieren. Benchmarks fehlen. Auch Vergleiche zur Vorgängerversion bleiben aus.

Evolution oder Abkehr?

Technologisch klingt der Schritt wie ein Neuanfang. Rust statt Go. Arrow statt Flux. InfluxDB 3 hat wenig mit Version 1 oder 2 gemein. Das könnte Migrationen erschweren. Bestandskunden könnten sich fragen: Wie kompatibel ist die neue Engine mit alten Setups? Was passiert mit bestehenden Integrationen?

Paul Dix, Gründer und CTO von InfluxData, sagt dazu: „Wir haben InfluxDB 3 von Grund auf neu entwickelt, um genau diese Kompromisse zu beseitigen. Core ist quelloffen, schnell und in Sekunden einsatzbereit, während Enterprise sich problemlos für den Produktivbetrieb skalieren lässt. Ob am Edge, in der Cloud oder irgendwo dazwischen – InfluxDB 3 soll die Arbeit mit Zeitreihendaten schneller, einfacher und deutlich effizienter machen als je zuvor.“

Der Cloud-Schatten bleibt

InfluxData versuchte zuletzt, über Managed Services zu wachsen. Nun der Schritt zurück zur lokalen Installation. Das mag Entwickler freuen, wirft aber Fragen auf: Bleibt InfluxDB 3 Core wirklich unabhängig? Oder dient es nur als Lock-in-Einstieg in die kostenpflichtige Enterprise-Welt?

Immerhin: Core steht unter der MIT/Apache-2-Lizenz. Ein klares Signal an die Open-Source-Community.

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