Offene Standards für souveräne Datenräume Eclipse Foundation bringt zwei Dataspace-Protokolle zur ISO/IEC-Standardisierung

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die Eclipse Foundation und die Eclipse Dataspace Working Group (EDWG) haben zwei zentrale Spezifikationen für den Datenaustausch in souveränen Datenräumen veröffentlicht. Beide Spezifikationen werden im Rahmen des ISO/IEC-JTC1-Verfahrens für „Publicly Available Specifications“ (PAS) zur internationalen Standardisierung eingereicht.

Die Eclipse Foundation hat zwei Protokoll-Spezifikationen für offene, interoperable und souveräne Datenräume zur internationalen Standardisierung eingereicht.(Bild: ©  sdecoret - stock.adobe.com)
Die Eclipse Foundation hat zwei Protokoll-Spezifikationen für offene, interoperable und souveräne Datenräume zur internationalen Standardisierung eingereicht.
(Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

Die EDWG stellt zwei offene Spezifikationen bereit: das Eclipse Dataspace Protocol für den interoperablen Austausch von Daten sowie das Eclipse Dataspace Decentralised Claims Protocol für die Identitäts- und Berechtigungsprüfung. Ersteres definiert eine technische Grundlage für Kataloge, Verträge und Datenebenen; letzteres ergänzt diese Ebene um dezentrales Vertrauen und überprüfbare Berechtigungsnachweise ohne externe Instanz.

Beide Protokolle adressieren die wachsende Bedeutung souveräner Datenräume, in denen Organisationen Daten austauschen können und gleichzeitig die Kontrolle über Herkunft, Verwendung und Zugriffsrechte behalten. Datenräume gelten für europäische Institutionen, Behörden und Branchenverbünde als Schlüsselbaustein digitaler Souveränität.

„Open Source steht im Zentrum digitaler Souveränität“, sagt Mike Milinkovich, Managing Director der Eclipse Foundation. „Wenn offene Standards auf Community-getriebene Innovation treffen, behalten Organisationen die Kontrolle über ihre Daten und ihre Infrastruktur. Die neuen Protokolle und ihr Weg zur internationalen Standardisierung sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine offene Zusammenarbeit das Vertrauen und die Interoperabilität in der globalen Datenökonomie stärkt.“

Einbindung in die internationale Normung

Die Spezifikationen werden im ISO/IEC-JTC1-PAS-Verfahren eingereicht, um sie in internationale Standards zu überführen. Parallel dazu arbeitet die EDWG in ISO/IEC JTC1 SC38 an Projekten rund um Cloud, Distributed Platforms und Dateninteroperabilität mit. Die Protokolle fließen unter anderem in die Entwicklung der kommenden Norm ISO/IEC 20151 ein, die Konzepte und Eigenschaften von Dataspaces definiert.

Darüber hinaus ist die Eclipse Foundation Verbindungspartner zu CEN/CENELEC JTC25, das harmonisierte Standards für den EU Data Act vorbereitet. Damit soll ein technisches Fundament für vertrauenswürdige, transparente und interoperable Datenökosysteme in Europa geschaffen werden.

Open Source als Fundament

Die Eclipse Foundation positioniert die Protokolle als Bausteine eines offenen Protokoll-Stacks für interoperable Datenräume. Als größte Open-Source-Organisation Europas bringt sie ihre Community, Governance-Strukturen und bestehenden Projekte in die internationale Normungsarbeit ein. Weitere Spezifikationen sollen 2026 folgen und den Stack um zusätzliche Sicherheits- und Vertrauenselemente erweitern.

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