Kommentar von Dr. Sebastian Heger, Soffico Datenaustausch mit Catena-X – Unternehmen sollten jetzt handeln

Von Dr. Sebastian Heger 3 min Lesedauer

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Die digitale Transformation prägt auch die Automobilbranche und erfordert eine effiziente Datenintegration entlang der komplexen Lieferkette. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen handeln und sich frühzeitig auf den standardisierten Datenaustausch über Catena-X vorbereiten.

Der Autor: Dr. Sebastian Heger ist Produktmanager bei Soffico(Bild:  Soffico GmbH)
Der Autor: Dr. Sebastian Heger ist Produktmanager bei Soffico
(Bild: Soffico GmbH)

Die Lieferketten der Automobilindustrie sind komplex und bestehen aus zahlreichen Zulieferern unterschiedlicher Ebenen. Die starke Fragmentierung dieser erschweren jedoch den Informationsfluss. Veraltete Systeme bei den Zulieferern, die nicht für den externen Datenaustausch konzipiert sind, führen zu Intransparenz, verlängerten Produktionszeiten und Innovationshemmnissen.

OEMs (Original Equipment Manufacturer) haben diesen Zustand als kritisches Hindernis erkannt und fordern deshalb zunehmend standardisierte Datenaustauschverfahren, um diese Hürden zu überwinden. Unternehmen ohne kompatible Systeme riskieren Einschränkungen oder im schlimmsten Fall sogar den Ausschluss aus wichtigen Liefernetzwerken.

Die Lösung: Der Catena-X-Datenraum

Catena-X hat sich zu einem etablierten Datenraum entwickelt, der auf die spezifischen Herausforderungen des Automobilsektors zugeschnitten ist. Entwickelt wurde das offene Ökosystem speziell für die Automobilindustrie. Unter dem Dach der Manufacturing-X-Initiative ermöglicht es einen sicheren, standardisierten Datenaustausch zwischen OEMs und Zulieferern. Besonders wichtig ist, dass alle Parteien ihre Daten miteinander austauschen können, ohne das Eigentum oder die Sicherheit der Daten zu gefährden.

Interoperable Datenräume stehen im Zentrum des Systems und gewährleisten Datenhoheit sowie sichere Integration. Durch Catena-X erhalten Zulieferer und OEMs die Möglichkeit, Produktionsdaten mit Kunden und Partnern zu teilen, um eine präzisere Steuerung und Qualitätskontrolle entlang der gesamten Lieferkette zu erreichen.

Der Datenraum zielt darauf ab, als eine sichere und standardisierte Lösung, die Fragmentierung von Datenquellen zu überwinden und die Zusammenarbeit zwischen OEMs und Zulieferern zu verbessern.

Der Eclipse Data Connector (EDC)

Der Eclipse Data Connector (EDC) ist die Schlüsselkomponente für den sicheren und standardisierten Datenaustausch innerhalb von Catena-X. Er dient als „Datenport“ und stellt sicher, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten behalten. Der Zugang wird gezielt gesteuert, sodass nur autorisierte Partner auf Daten zugreifen können. Durch die Implementierung des EDC können Unternehmen ihre Systeme nahtlos an den Catena-X-Datenraum anbinden.

Die Herausforderung: Die adäquate Datenintegration

Auf den ersten Blick klingt die Anbindung an Catena-X unter Verwendung des EDC recht unkompliziert. Doch der EDC stellt lediglich die Zugangsebene zu Catena-X dar. Innerhalb der eigenen Organisation benötigen Unternehmen eigene, robuste Werkezuge, um verschiedenen Datenquellen zu verbinden und Datenintegration effizient zu gestalten.

Bei der Auswahl der richtigen Lösung zur Datenintegration ist jedoch Sorgfalt geboten. Denn um eine nahtlose Anbindung an den EDC und einen Austausch zwischen Unternehmen, OEMs und Partner zu ermöglichen, sollte eine passende Lösung für das eigene Unternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen.

Wirtschaftliche Integration bestehender Systeme

Eine Lösung muss dem Unternehmen ermöglichen, unterschiedliche bereits etablierte Brownfield-Systeme in Catena-X zu verbinden und zu harmonisieren, ohne dass sie ersetzt werden müssen. Durch einen Use-Case-basierten Ansatz können Unternehmen schnell und einfach starten und anschließend skalieren. Etablierte Anbieter können Best Practices und vorgefertigte Standardlösungen für die gängigen Use Cases zur Verfügung stellen.

Datenorchestrierung und -transformation: Unternehmen sollten eine Lösung implementieren, die eine Low-Code-Schnittstelle zur Abbildung und Umwandlung von Daten bietet. Diese Lösung muss die Konsistenz zwischen unterschiedlichen Systemen und Standards sicherstellen, um die Interoperabilität mit OEM-Vorgaben zu gewährleisten.

Interoperabilität mit dem EDC: Die eingesetzte Integrationslösung muss vollständig kompatibel mit dem EDC sein. Sie muss in der Lage sein, Datenflüsse zwischen internen Systemen zu orchestrieren, Daten bedarfsgerecht umzuwandeln und sicherzustellen, dass alle an externe Partner übermittelten Daten den Catena-X-Standards entsprechen.

Skalierbarkeit: Die gewählte Integrationsarchitektur muss skalierbar sein, um mit steigenden Datenvolumina und -anforderungen ohne Leistungseinbußen Schritt zu halten. Sie muss es Unternehmen ermöglichen, ihre Datenintegration flexibel und zukunftssicher auszubauen.

Zukunft der Datenintegration in der Automobilbranche

Mit Catena-X, dem EDC und einer geeigneten Datenintegrationsplattform stehen leistungsfähige Werkzeuge zur Verfügung, um die digitale Transformation der Automobilindustrie schnell, einfach und wirtschaftlich voranzutreiben. Ein standardisiertes, sicheres Ökosystem verbessert Transparenz, Effizienz und Resilienz der Lieferkette.

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Unternehmen, die frühzeitig auf Catena-X setzen, sichern sich Wettbewerbsvorteile, indem sie die Anforderungen der OEMs erfüllen und sich in einem zunehmend datengetriebenen Markt behaupten. Die Vernetzung innerhalb der Lieferkette stärkt nicht nur bestehende Partnerschaften, sondern ebnet auch den Weg für eine widerstandsfähigere, zukunftsfähige Automobilproduktion.

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