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Kommentar von Jérôme Cochet, Dunnhumby Media Datenmonetarisierung – viele Daten, viele Möglichkeiten

Autor / Redakteur: Jérôme Cochet / Nico Litzel

In den vergangenen Jahren drehte sich Vieles um den Begriff Big Data. Die entscheidende Frage, die viele Unternehmen sich stellen, lautet: Wie kann man von den gewaltigen Datenmengen profitieren, die prinzipiell zur Verfügung stehen? Das Stichwort lautet Datenmonetarisierung.

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Der Autor: Jérôme Cochet ist Global MD von Dunnhumby Media
Der Autor: Jérôme Cochet ist Global MD von Dunnhumby Media
(Bild: Dunnhumby Media)

Jeder Unternehmer sollte daran interessiert sein, zusätzliche Gewinne oder Einsparungen mithilfe von Daten zu generieren, die quasi als Nebenprodukt des eigentlichen Geschäfts anfallen. Doch zu oft sind sich Gewerbetreibende nicht über das volle Potenzial ihrer Daten im Klaren. Gerade im hart umkämpften Einzelhandel kann eine effiziente Datenmonetarisierung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Was Viele nicht wissen: Bei der Datenmonetarisierung geht es nicht immer um den bloßen Verkauf von Daten-Assets. Tatsächlich können durch die Analyse von Geschäftsdaten auch ineffiziente Betriebsabläufe aufgedeckt und optimiert werden, was oft mit signifikanten Einsparungen verbunden ist. Viel mehr besteht das Fundament einer nachhaltigen Datenmonetarisierung darin, dass Unternehmen sich in die Lage versetzen, den Wert ihrer Daten zu erkennen und die damit verbundenen Möglichkeiten, auch im Hinblick auf die Kundenerfahrung, optimal zu nutzen.

Während das Konzept der direkten Datenmonetarisierung, also der Verkauf von Daten-Assets oder daraus gewonnener Insights, relativ verbreitet ist, kommt der indirekten Datenmonetarisierung im Allgemeinen weniger Aufmerksamkeit zu. Doch für Unternehmen ist das Thema äußerst interessant, da diese ihre hauseigenen Daten nutzen können, um Missstände aufzudecken und Prozesse zu optimieren. Oftmals fehlt jedoch die interne Expertise zur Datenaufbereitung, was in vielen Fällen dazu führt, dass eine datenbasierte Optimierung von Geschäftsprozessen gar nicht erst in Erwägung gezogen wird. Dabei ist der Markt, insbesondere im Handel, heute so kompetitiv wie nie. Umso mehr überrascht es, wie wenig Gebrauch von den zahlreichen Möglichkeiten der indirekten Datenmonetarisierung gemacht wird. Die datenbasierten Prozessoptimierungen können aber weitreichende Auswirkungen auf das Geschäft haben – und oft sind sie nur mit geringem Aufwand verbunden, wie die folgenden Praxisbeispiele zeigen.

Reporting rationalisieren

Ein Einzelhändler hat wöchentlich etwa 10.000 Reports erstellt. Einfache Datenanalysen zeigten, dass 30 Prozent der Reports seit über einem Jahr nicht abgerufen und nur 25 Prozent auf regulärer Basis genutzt worden waren. Nachdem entsprechende Anpassungen vollzogen waren, konnte die Gesamtanzahl der Reports auf einen Bruchteil reduziert und eine Art Recyclingverfahren eingeführt werden. So mussten nicht jedes Mal neue Versionen der Reports erstellt werden. Die Kosten für die Verwaltung einer großen Anzahl von Reports sind erheblich gesunken.

Datenprozesse upgraden

In einem anderen Fall wurde eine veraltete Methode zum Erstellen von Kundendatensätzen benutzt. Die zugrunde liegenden Prozessregeln wurden vor vielen Jahren entworfen und nie den heutigen geschäftlichen Anforderungen angepasst, was zu ungenauen KPIs und hohen Wartungskosten führte.

Daher wurden die Daten bereinigt, ein Neuaufbau der Kundenhierarchie durchgeführt sowie die Abgleichlogik für Kundendaten verbessert.

So führte eine geringfügige Investition zu einer signifikanten Umsatzsteigerung, ermöglichte die Identifikation von 300.000 neuen kontaktierbaren Kunden und einen Gesamt-ROI von 25 Prozent.

Die datenbasierte Prioritätenliste

Doch auch grundlegendere Probleme lassen sich mithilfe einer effizienten Datennutzung in den Griff bekommen. Für viele Unternehmer, nicht nur im Handel, ist es schwierig, Geschäftsfelder im Hinblick auf ihre Priorität voneinander zu unterscheiden. So werden oft falsche Prioritäten gesetzt. Dabei kann eine ineffiziente Ressourcenallokation vor dem Hintergrund immer geringerer Margen verheerende Auswirkungen haben. Händler haben keinen Einfluss auf Marktveränderungen, doch durch die zielgerichtete Analyse von Kundendaten können sie ihre Preise stets auf die aktuellen Gegebenheiten ausrichten und somit ihre Margen optimieren.

Ohne das richtige Datenmanagement haben Unternehmen in vielen Fällen Schwierigkeiten, den Ursprung ihrer Probleme zu erkennen. Um sicherzustellen, dass Datenbestände optimal genutzt werden, lohnt sich für Unternehmen die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern wie Dunnhumby.

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