Kommentar von Chris Fraune, Wipro Data Sharing Economy – eine neue Wirtschaft entsteht

Von Chris Fraune

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Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hat gezeigt, dass der Geschäftserfolg immer stärker auf Daten basiert. 14 Prozent der Befragten in deutschen Unternehmen erwarten, dass bis zum Jahr 2024 der wirtschaftliche Erfolg von datengetriebenen Geschäftsmodellen abhängen wird. Damit würde jedes siebte deutsche Unternehmen sein Kerngeschäft auf Daten aufbauen.

Der Autor: Chris Fraune ist Head of Sales Germany & Austria iDEAS bei Wipro
Der Autor: Chris Fraune ist Head of Sales Germany & Austria iDEAS bei Wipro
(Bild: Wipro)

Für Entscheider in Unternehmen geht es aktuell darum, Wege für eine wirtschaftliche Datennutzung zu finden. Bei dem Thema Datenökonomie bezeichnen sich laut einer Bitkom-Umfrage aktuell noch 35 Prozent als Nachzügler und 19 Prozent sind der Meinung, den Anschluss bereits verpasst zu haben. Ein Viertel hat sich noch gar nicht mit der Frage beschäftigt, wie die eigenen Daten zusätzliche Geschäftsfelder eröffnen könnten.

Datenschutz als Bremse

Die Gründe für den schleppenden Aufbau datenbasierter Geschäftsmodelle sind vielfältig. Die üblichen Themen wie Fachkräftemangel, organisatorische Barrieren oder fehlendes Know-how ausgeklammert, zeigt sich in der Befragung, dass die Umsetzung des Datenschutzes für Unternehmen eine Herausforderung darstellt. 64 Prozent der Befragten erleben, dass die Umsetzung datengetriebener Geschäftsmodelle durch den Datenschutz gehemmt wird. Beklagt werden beispielsweise eine datenkritische Grundstimmung in Politik und Gesellschaft, aber auch die anfallenden Kosten für den Datenschutz sowie rechtliche Unsicherheiten.

Zusammenarbeit definieren

Abhilfe könnten unternehmensübergreifende Datenräume bieten, realisiert in sicheren Cloud-Umgebungen. Bei der Nutzung dieser Daten verständigen sich Unternehmen auf gemeinsame Regeln, die den dezentralen und sicheren Zugriff ermöglichen. Damit ein Ökosystem mit echten Mehrwerten für Nutzer und neuen Einnahmequellen für Betreiber entstehen kann, müssen alle Beteiligten auch gewillt sein, spezifische Daten, wie beispielsweise Fahrzeug- und Maschinenbetriebsdaten oder ein anonymisiertes Benutzerverhalten, mit anderen Teilnehmern zu teilen. Erst durch die Weiterverarbeitung dieser Informationen entstehen datenbasierende Dienstleistungen, die von einzelnen oder mehreren Teilnehmern des Datenökosystems erbracht werden können. Ein bereits gut funktionierendes und sogar kostenfreies Beispiel liefern die in Google Maps verfügbaren Verkehrsinformationen, die auf Standortdaten von Handys basieren und damit zeigen, auf welchen Straßen der Verkehr stockt.

Laut der Umfrage sehen jedoch 44 Prozent das eigene Geschäftsmodell durch geteilte Datenräume potenziell bedroht. In der Praxis ist es durchaus möglich, das eigene Business durch eine gemeinsame Datennutzung voranzubringen. Dazu müssen Unternehmen vor allem die richtigen Ziele bzw. Strategien definieren, während die Politik die benötigten Rahmenbedingungen schaffen muss. Die im Jahr 2019 von der EU-Kommission gestartete EU-Datenstrategie geht genau in diese Richtung, da sie unter anderem das Ziel verfolgt, einen Binnenmarkt für Daten zu schaffen. Ob eine Dateninitiative als erfolgreich betrachtet wird, hängt also auch von den gesetzten Zielen ab.

Erfolge mit Cloud erzielen

Ging es Unternehmen früher noch darum, mit der Cloud die Effizienz der operativen IT zu verbessern, haben sich die Ziele geändert. Jetzt sollen die Agilität und die Innovationsfähigkeit einer Organisation gesteigert werden, damit neues Wachstum generiert werden kann. Details dazu liefert der Report „Making Business Thrive“ von Wipro FullStride Cloud Services, einer Geschäftseinheit von Wipro. Laut der Wipro-Umfrage stimmt in Deutschland knapp jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) der Aussage zu, dass sich die eigenen Umsätze durch den Einsatz der Cloud bereits erhöht haben, während 58 Prozent die Profitabilität steigern konnten.

Weiterhin konnten 44 Prozent ihre Marktanteile ausbauen und 40 Prozent konnten die Kundenzufriedenheit verbessern. Ein interessanter Aspekt der Wipro-Studie ist, dass der deutsche Maschinenbau offenbar ein Vorreiter in Sachen Cloud-Implementierung ist. Hintergrund ist, dass die Sensoren von Maschinen sowie angeschlossene ERP- und MES-Anwendungen in der Industrieproduktion riesige Datenströme generieren, die laufend integriert und analysiert werden müssen. Wer sein Rechenzentrum nicht ständig erweitern möchte und eine hohe Agilität der IT-Infrastruktur benötigt, nutzt daher Ressourcen aus der Cloud. Allerdings verlangen diese Daten einen hohen Schutz, der über ein Zero-Trust-Konzept ermöglicht wird.

Zero Trust

Für Cloud-Infrastrukturen hat sich das Prinzip durchgesetzt, zunächst keiner anderen IT-Infrastruktur zu trauen. Erst durch ein detailliertes Benutzer- und Rechtemanagement, ergänzt um Firewalls und Monitoring-Tools, erhalten ausgewählte Benutzer und Applikationen Zugriff auf genau die Daten, die für eine spezifische Aufgabe benötigt werden.

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Auch an dieser Stelle macht sich die Politik darüber Gedanken, wie sie rechtliche Rahmenbedingungen für eine Datenwirtschaft in Europa definieren kann. Dafür sollen in einem künftigen EU Data Act und EU AI Act (Artificial Intelligence) die Grundlagen für eine gemeinsame Datennutzung festgelegt werden. Im Detail geht es darum festzulegen, wer die in den Wirtschaftssektoren in der EU erzeugten Daten nutzen darf. Auch das würde Entscheidern mehr Sicherheit bei der Realisierung von datengestützten Geschäftsmodellen geben.

Digitalisierung kommt voran

Wie die hier genannten Marktanalysen und Beispiele zeigen, beschäftigen sich Wirtschaft, Gesellschaft und Politik intensiv mit Themen rund um die Datenökonomie. Die Bereitschaft zum digitalen Wandel ist in den Chefetagen vorhanden. Oftmals mangelt es an grundlegenden Dingen wie einer klaren Umsetzungsstrategie oder den benötigten Fachkräften. Hier können externe Dienstleister wertvolle Hilfe leisten und dabei unterstützen, die eigene Organisation fit zu machen für die digitale Zukunft.

Insbesondere die Investition in die Digitalisierung stellt viele Unternehmen vor eine Herausforderung, da sie nicht die Ressourcen haben, um High-Tech-Labore zu betreiben und Mitarbeiter für die Evaluation neuer Technologien abzustellen. Zum Beispiel eröffnet Wipro ein „Workplace Experience Center“ in München. Das Labor wird es Unternehmen ermöglichen, 5G-basierte Smart Workspaces zu testen und das Potenzial von künstlicher Intelligenz, Analytics, maschinellem Lernen und virtueller Realität zu erforschen. Ein weiteres Beispiel ist der Cloud Competency Hub von Wipro in Düsseldorf, in dem Mitarbeiter an Konzepten für eine risikoarme Cloud-Migrationen von Business-Anwendungen arbeiten. Weiterhin ist für das dritte Quartal 2022 ein Cyber Defense Center (CDC) in Düsseldorf geplant, um Kunden bei der Absicherung ihrer Daten und bei Prozessen für Cybersecurity zu unterstützen.

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