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Vorsprung durch bessere Daten Data Governance steigert die Datenqualität dauerhaft

| Autor / Redakteur: Dirk Häußermann / Nico Litzel

In unserer modernen und hochgradig vernetzten Welt müssen wir ständig neue Datenquellen berücksichtigen. Da die Speicherkapazitäten ebenfalls kontinuierlich steigen, sind Organisationen heute in der Lage, die unter dem Schlagwort Big Data bekannten Versprechen einzulösen: effizientere und automatisierte Produktionsprozesse, gezielteres Marketing und smartere, datenbasierte Entscheidungen.

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Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica
Der Autor: Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica
(Bild: Informatica)

Wie aber sind die Prozesse in Organisationen zu gestalten, um diese Ziele zu erreichen? Neben dem Einsatz von innovativen IT-Systemen müssen Unternehmen grundlegend Umdenken, wie sie mit Informationen und dem Thema Datenqualität verfahren. Data Governance ist ein Ansatz, mit dem dieses Umdenken strategisch implementiert wird.

Mit Data Governance sind unterschiedliche Disziplinen des Datenmanagements gemeint. Sie zielen alle darauf ab, dass die Daten konsistent sind und verwendet werden können, ohne dass Anwender sich überlegen müssen, woher die Daten kommen oder ob sie vielleicht manipuliert wurden. Data Governance sorgt dafür, dass Daten vertrauenswürdig, akkurat, konsistent und sicher sind und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zur Verfügung stehen.

Neuer Umgang mit Daten

Um diese Strategie umzusetzen, ist ein neues Datenverständnis notwendig. Gefordert wird ein neuer Umgang mit Daten, der einen bereichsübergreifenden Blick auf die Daten voraussetzt. Für eine Data-Governance-Initiative sollten Mitarbeiter daher auch interdisziplinär und funktionsübergreifend zusammenarbeiten, um so beispielsweise ein unternehmensweites Verständnis dieser Aufgabe zu erreichen.

Experten gehen davon aus, dass der Schlüssel zum erfolgreichen Datenmanagement in einer durchgängigen Data-Governance-Strategie liegt. Eine Umfrage des Finanzdienstleisters State Street unter 400 Senior Executives in globalen Investment-Organisationen hat gezeigt, dass nur 37 Prozent mit einer Data-Governance-Initiative professionell die Datenqualität steigern. Der Grund: die Implementierung dieser Maßnahmen kann ein aufwendiges Projekt nach sich ziehen. Denn genauso wie sich Daten mittlerweile in beinahe jedem Arbeitsprozess finden, sollte auch deren Qualitätskontrolle kontinuierlich greifen. Die Implementierung einer Data Governance Initiative involviert nämlich nicht nur die IT-Abteilung, sondern zieht sich durch das gesamte Unternehmen. Dennoch sprechen – auch ohne die rechtlichen Vorgaben – viele Gründe für diese Investition: Daten sind besser geschützt, das Unternehmen kann kundenzentrierter Arbeiten und steigert die operative Effizienz.

Vorteile von Data Governance

Sinnvoll kann Data Governance aber auch zur besseren Kundenorientierung sein. Durch die Vielzahl an Kommunikationskanälen wirken Kunden oft omnipräsent, sind daher aber auch schwer greifbar. Eine standardisierte Datenverwaltung trägt zur Übersichtlichkeit von Informationen bei. Statt eines Informationsüberflusses helfen Daten so beim Verständnis des Kunden und seines Verhaltens. Und wer seine Kunden versteht, kann besser auf sie eingehen.

Ganzheitliche Data Governance steigert zudem langfristig die Effizienz eines Unternehmens. Geordnete Daten ermöglichen beispielsweise Analysen, die Schwachstellen aufzeigen. Dadurch können Betriebskosten gesenkt oder Raum für Innovationen ausfindig gemacht werden. Und das kann den ursprünglichen Aufwand wieder ausgleichen.

Los geht‘s: die ersten Schritte

Bei der Implementierung einer Data-Governance-Initiative sollte zunächst die Verteilung von Zuständigkeiten geklärt werden. Wer lenkt die Implementierung? Wer ist später tatsächlich für die Qualitätssicherung zuständig? Wie wird das Projekt finanziert? Sind diese Fragen geklärt, werden die Beteiligten aus der gesamten Organisation definiert – diese Gruppe kann daher sehr groß sein.

Das Wichtigste während der Umsetzung ist daher die verbindliche Kommunikation innerhalb des Teams. Analysen im Anschluss garantieren, dass die Qualitätsüberwachung greift. Diese sollten im weiteren Verlauf außerdem wiederholt werden, da sich die überwachten Prozesse kontinuierlich verändern. Gerade weil es sich bei der Implementierung von Data Governance um einen komplexen Prozess handelt, ist es sinnvoll, schrittweise vorzugehen.

Es geht also nicht nur darum, bestimmte Technologien einzuführen. Vielmehr sollte auch bei den Mitarbeitern ein neues und gemeinsames Verständnis des Wertes der Daten entstehen. Das schließt auch die fortlaufende Pflege dieser Daten mit ein. Wenn es gelingt, die Mitarbeiter entsprechend zu schulen, tragen diese bereits in ihren alltäglichen Arbeitsprozessen zu einer guten Datenqualität bei.

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