Gartner prognostiziert Das große Scheitern der Projekte mit agentischer KI bis Ende 2027

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Gartner warnt: Mehr als 40 Prozent aller Vorhaben mit agentischer KI könnten bis 2027 scheitern. Die Ursachen reichen von technischen Lücken über unrealistische ROI-Erwartungen bis hin zu missverständlichem Hype.

Gartner erwartet: Bis 2027 könnte 40 Prozent aller Projekte mit agentischer KI scheitern. Gründe: hohe Kosten, zu wenig Nutzen.(Bild:  KI-generiert)
Gartner erwartet: Bis 2027 könnte 40 Prozent aller Projekte mit agentischer KI scheitern. Gründe: hohe Kosten, zu wenig Nutzen.
(Bild: KI-generiert)

Agentische KI gilt als nächster Evolutionsschritt der Automatisierung. Doch für viele Unternehmen dürften sich die Erwartungen nicht erfüllen. Nach Einschätzung von Gartner wird mehr als jedes dritte Projekt im Bereich agentischer Künstlicher Intelligenz bis Ende 2027 wieder eingestellt. Gründe sind hohe Kosten, mangelhafte Integration in bestehende Systeme und ein Technologieverständnis, das stärker von Schlagwörtern als von Substanz geprägt ist.

„Die meisten dieser Projekte befinden sich noch in einer frühen Phase – es sind meist Experimente oder Proof-of-Concepts, die durch den aktuellen Hype entstanden sind“, sagt Anushree Verma, Senior Director Analyst bei Gartner. In vielen Fällen unterschätzen Unternehmen die Komplexität der Einführung und die langfristigen Betriebskosten agentischer Systeme.

Zugleich fehlt es an technischer Reife: Viele der vermeintlichen KI-Agenten sind laut Gartner kaum mehr als klassische Bots oder automatisierte Skripte. Dennoch würden sie als Agenten vermarktet – ein Phänomen, das Gartner als „Agent Washing“ bezeichnet. Von Tausenden Anbietern erfüllten demnach nur rund 130 die Kriterien einer authentischen agentischen KI.

Ernüchterung nach der Pilotphase

Eine Umfrage unter 3.412 Webinar-Teilnehmern im Januar 2005 zeigte: Nur 19 Prozent der Unternehmen investieren derzeit signifikant in agentische KI. Rund 42 Prozent agieren zurückhaltend, 31 Prozent zeigen sich abwartend oder unentschlossen. Der Grund für die Zurückhaltung liegt auch in den unklaren wirtschaftlichen Vorteilen. Viele Systeme liefern laut Gartner weder einen messbaren Return on Investment noch operative Entlastung.

„Den meisten derzeit verfügbaren Angeboten fehlt es an substanziellen Vorteilen oder einem echten ROI“, betont Verma. Die zugrundeliegenden Modelle seien häufig nicht in der Lage, komplexe Ziele autonom zu verfolgen oder Anweisungen kontextsensitiv umzusetzen. In vielen Fällen sei gar kein agentischer Ansatz erforderlich – ein simpler Regelmechanismus reiche oft aus.

Zudem stellen bestehende IT-Infrastrukturen eine Hürde dar. Die Integration agentischer Systeme in gewachsene Altlandschaften sei technisch anspruchsvoll, teuer und mitunter riskant. Gartner empfiehlt, bestehende Prozesse nicht zwanghaft anzupassen, sondern stattdessen neu zu denken.

Langfristiges Potenzial bleibt

Trotz aller Risiken könnte agentische KI die Automatisierung im Unternehmen tiefgreifend verändern. Gartner erwartet, dass bis 2028 rund 15 Prozent aller täglichen Geschäftsentscheidungen autonom durch KI-Agenten getroffen werden – derzeit liegt dieser Wert bei null. Gleichzeitig könnten bis dahin 33 Prozent aller Unternehmensanwendungen agentische Komponenten enthalten – aktuell liegt der Anteil unter einem Prozent.

Die Analysten raten dazu, erste Schritte gezielt zu setzen: Automatisierung einfacher Entscheidungen, Bearbeitung von Standardanfragen oder die Unterstützung bei Routineaufgaben gelten als geeignete Einstiegsfelder. Entscheidend sei der Blick auf den konkreten Nutzen – nicht auf den Innovationsgrad.

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