KI-Lösung für Blickkontakt in Videocalls startet im Business-Umfeld Casablanca.AI bringt Enterprise-Software für Videochats

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Das KI-Startup Casablanca.AI will mit einer Softwarelösung für realistischen Blickkontakt in Videokonferenzen den Unternehmensmarkt erobern. Nach ersten Auftritten in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ folgt nun der Schritt in die professionelle IT-Integration – mit neuen Funktionen und klarem Fokus auf Datenschutz.

Casablanca stellt authentischen Blickkontakt in Videocalls her. (Bild:  Casablanca.AI)
Casablanca stellt authentischen Blickkontakt in Videocalls her.
(Bild: Casablanca.AI)

In vielen Videocalls verfehlt der Blick des Gesprächspartners das Gegenüber um wenige Zentimeter – auf dem Bildschirm ein kleiner, aber folgenreicher Versatz. Das Pforzheimer Unternehmen Casablanca.AI will diesen Makel mit Hilfe künstlicher Intelligenz beseitigen und bringt nach eigenen Angaben eine marktreife Enterprise-Version seiner gleichnamigen Software auf den Markt.

Zielgruppe seien Unternehmen, die ihre virtuelle Kommunikation professioneller gestalten möchten – darunter Personalabteilungen, Beratungsfirmen oder Führungskräfte im Management.

Die Anwendung ist als virtuelle Kamera konzipiert, die sich in gängige Plattformen wie Microsoft Teams, Zoom oder Webex einbinden lässt. Die Besonderheit: Casablanca.AI korrigiert automatisch die Blickrichtung des Nutzers, sodass dieser im Video direkten Augenkontakt zu haben scheint. Die Technik läuft lokal auf dem Gerät und erfordert nach Herstellerangaben keine dedizierte GPU.

Fokus auf Enterprise-Nutzung

Die aktuelle Version wurde laut Casablanca.AI speziell für den Unternehmenseinsatz angepasst. Dazu zählt etwa die Unterstützung für MSI-Pakete, eine zentrale Verwaltung über Microsoft Entra und eine automatische Kalibrierung beim Start. Die Software läuft auf Windows-11-kompatiblen Geräten und kann laut Anbieter ohne zusätzliche Hardware genutzt werden.

Im Unterschied zur ursprünglichen Präsentation in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ im Frühjahr 2024 – wo ein Investment von 500.000 Euro im Raum stand, der Deal jedoch später platzte – liegt der Schwerpunkt nun auf professioneller Skalierung. Während das Start-up damals noch als technologischer Vorreiter auftrat, möchte es sich heute als Anbieter für produktivitätsorientierte IT-Infrastrukturen positionieren.

Produktivität und Vertrauen als Hebel

Laut Casablanca.AI belegen Studien des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Yale University, dass echter Augenkontakt in Videogesprächen die Gesprächsdynamik positiv beeinflusse. So sollen Produktivität und Vertrauen messbar steigen – in einzelnen Fällen sei von einem Anstieg um bis zu 22 Prozent die Rede.

Diese psychologische Komponente spielt besonders im Recruiting, im Coaching oder bei digitalen Sales-Prozessen eine Rolle. Casablanca.AI greift damit einen Trend auf, der seit Beginn der Remote-Arbeit an Fahrt aufgenommen hat: Die Suche nach Authentizität in digitalen Kommunikationskanälen.

„Mit Casablanca haben Unternehmen die Möglichkeit, das Potenzial ihrer virtuellen Kommunikation voll auszuschöpfen“, sagt Carsten Kraus, Founder & CEO von Casablanca.AI. „Wir möchten, dass Menschen weltweit virtuell zusammenarbeiten können, ohne auf die zwischenmenschliche Komponente verzichten zu müssen. Mit dem neuen Enterprise-Produkt legen wir dafür das Fundament – denn echter Blickkontakt bringt mehr Nähe, mehr Vertrauen und letztlich auch mehr Erfolg in jedes virtuelle Meeting.“

Datenschutz durch Edge-Verarbeitung

Ein zentrales Argument der Enterprise-Lösung ist laut Hersteller der Schutz sensibler Daten. Die gesamte Bildverarbeitung erfolge lokal – es werde kein Videostream an einen Server gesendet. Damit adressiert Casablanca.AI auch Anforderungen datenschutzkritischer Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen.

Markt mit Potenzial

Mit Blick auf den Markt trifft Casablanca.AI auf ein wachsendes Bedürfnis nach immersiveren digitalen Interaktionen. Während große Anbieter wie Microsoft oder Google bereits an erweiterten Avatar-Lösungen und KI-Assistenzfunktionen arbeiten, setzt das Pforzheimer Start-up auf die schlichte, aber effektive Illusion von Blickkontakt.

Die Integration in bestehende Infrastrukturen und die Bedienfreundlichkeit ohne Zusatzhardware könnten Casablanca.AI dabei in die Karten spielen.

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