Umfrage Akzeptanz für KI wächst

Quelle: Bosch 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz (KI) wird die einflussreichste Technologie in den kommenden zehn Jahren sein. KI-Kenntnisse sowohl im Beruf als auch im Privatleben werden deshalb zunehmend wichtiger. Darin ist sich die Mehrheit der für den diesjährigen Bosch Tech Compass befragten Personen einig.

Ein Großteil der für den Bosch Tech Compass 2024 weltweit Befragten (61 Prozent) geht davon aus, dass KI ein menschliches Intelligenzlevel erreichen wird. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ein Großteil der für den Bosch Tech Compass 2024 weltweit Befragten (61 Prozent) geht davon aus, dass KI ein menschliches Intelligenzlevel erreichen wird.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

72 Prozent der Menschen in Deutschland halten Künstliche Intelligenz für die einflussreichste Technologie im eigenen Land in den kommenden zehn Jahren. Noch vor zwei Jahren lag der Anteil bei nur 42 Prozent. Damit sehen inzwischen die Befragten in Deutschland ein noch größeres Potenzial in der Technologie als weltweit: Hier liegt der Anteil bei 67 Prozent.

Die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz wird von den Befragten weitaus größer eingeschätzt als die jeder anderen Technologie:

  • Auf dem zweiten Platz sehen 25 Prozent der Befragten in Deutschland Industrieroboter, 23 Prozent nennen Wasserstoff/Brennstoffzelle.
  • Weltweit sehen 32 Prozent die 5G-Technologie auf dem zweiten Platz, das automatisierte Fahren wird von 24 Prozent der Befragten genannt.
Künstliche Intelligenz ist ein Innovationsbooster und kann die Industrie weltweit verändern – ähnlich wie die Erfindung des Computers. In der Technologie liegen große Chancen. Es ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe, dieses Potenzial deutlich zu machen und in der Bevölkerung für Akzeptanz zu werben.

Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung und CDO der Robert Bosch GmbH

Deutsche eher zurückhaltend bei KI-Skills

Aber: Obwohl die Menschen in Deutschland die Bedeutung von KI erkennen, scheinen sie sich noch wenig für die Technologie zu interessieren. Jeder dritte Befragte in Deutschland gibt sogar noch an, sich keine KI-Skills aneignen zu wollen. Im Durchschnitt der untersuchten Länder liegt der Anteil derjenigen, die sich nicht in Bezug auf KI weiterbilden wollen, nur bei 18 Prozent – in Indien, China und Brasilien ist er sogar nur einstellig.

Ein Grund dafür, dass die deutsche Bevölkerung bei KI noch vergleichsweise zurückhaltend ist, könnte sein, dass neue Technologien weltweit generell positiver als in Deutschland wahrgenommen werden:

  • Zwar sagen hierzulande immerhin 45 Prozent über sich selbst, ihnen sei es wichtig, bei technologischen Entwicklungen „up to date“ zu sein. Und 62 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie sich gerne mit neuen Technologien auseinandersetzen und verstehen wollen, wie diese funktionieren.
  • Beide Werte sind allerdings unterdurchschnittlich im globalen Vergleich. In Indien geben beispielsweise 74 Prozent an, bei technologischen Entwicklungen auf dem Laufenden sein zu wollen. Und 79 Prozent in dem Land setzen sich nach eigenen Angaben gerne mit neuen Technologien auseinander.

Kaum Job-Sorgen

Für 41 Prozent der Befragten in Deutschland sind KI-Kenntnisse im Beruf bereits heute wichtig, weltweit sehen hier 56 Prozent eine große Bedeutung. Noch geringer als die Deutschen schätzen nur die befragten Franzosen die Bedeutung ein, mit einem Anteil von 38 Prozent. In Indien brauchen dagegen 83 Prozent entsprechende Kenntnisse für ihre Arbeit.

Während weltweit bereits heute mehr als jede zweite Person KI zumindest gelegentlich bei der Arbeit nutzt, geben dies in Deutschland nur gut 45 Prozent der Befragten an. In China und Indien nutzen bereits jeweils 69 Prozent KI am Arbeitsplatz.

Offenbar erhalten viele Beschäftigte in Deutschland aber noch keine Weiterbildungsangebote in Sachen KI: 18 Prozent der Befragten geben an, ein KI-Training bei der Arbeit erhalten zu haben. Global haben immerhin 28 Prozent entsprechende Fort- und Weiterbildungen durchlaufen.

Die Job-Sorgen halten sich bei den deutschen Befragten dennoch in Grenzen: Während ein Drittel ein Risiko für ihren Job aufgrund von KI sieht, gehen zwei von drei davon aus, dass KI „kein“ beziehungsweise „wahrscheinlich kein“ Jobrisiko darstellt. Im globalen Vergleich liegt der Anteil bei rund 50 Prozent.

Mehrheit befürwortet ein eigenes Schulfach KI

Um der zunehmenden Bedeutung der künstlichen Intelligenz gerecht zu werden, befürworten 57 Prozent der Befragten in Deutschland ein eigenes Schulfach KI. Insgesamt stimmen 63 Prozent der weltweit Befragten der Aussage zu, KI solle ein eigenes Schulfach werden. „Die Konkurrenz um KI-Fachkräfte ist weltweit bereits in vollem Gange und wird in Zukunft noch zunehmen“, so Rückert. „Um in Deutschland künftig die erforderlichen KI-Fachkräfte zu haben, kann die Aufnahme von KI in den Schulplan ein wichtiger Startpunkt sein.“

Über die Studie:

Für den Bosch Tech Compass hat die Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH (GIM) im Herbst 2024 insgesamt mehr als 11.000 Personen über 18 Jahren in sieben Ländern befragt. In Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich nahmen jeweils 1.000 Personen teil, in Brasilien, China, Indien und den USA jeweils 2 000 Personen. Bosch ist zu keinem Zeitpunkt der Befragung als Auftraggeber genannt worden.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal konstruktionspraxis.

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