Von mehr Praxisnähe bis hin zu besseren KI-Modellen 4 Trends, die 2023 die KI-Welt prägen werden

Von Scott Zoldi

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In diesem Jahr werden viele Unternehmen überdenken, wie sie Künstliche Intelligenz einsetzen. Praxistauglichkeit wird verstärkt in den Fokus rücken und sich auf die Bereiche „Funktionalität von KI“, „KI-Governance“ und „KI-Software“ auswirken.

In der Welt der künstlichen Intelligenz wird man in diesem Jahr verstärkt einen praktischen Ansatz verfolgen.
In der Welt der künstlichen Intelligenz wird man in diesem Jahr verstärkt einen praktischen Ansatz verfolgen.
(Bild: © – Designsprache – stock.adobe.com)

Das Jahr 2023 hält viele spannende Entwicklungen für die Welt der Künstlichen Intelligenz bereit. Wer ein Auge auf die folgenden Trends hat, wird wichtige Schritte zu mehr praxisnaher KI gehen können.

1. Praxisnah statt zwanghaft neuartig

Generative KI – also Künstliche Intelligenz, die aus vorhanden Inhalten neuen Content generiert – macht aktuell immer öfter Schlagzeilen. Dabei ist generative KI nichts Neues – bei FICO wird sie beispielsweise schon lange genutzt, um synthetische Daten zu erstellen, die dann für verschiedene Testszenarien genutzt werden. Und genau diese Fokussierung auf Praxisnähe wird dieses Jahr ein wichtiges Thema sein. Ein Beispiel dafür ist Open Banking (die Möglichkeit für Drittanbieter, Bankkunden über offene APIs Anwendungen und Dienste direkt anzubieten und zur Verfügung zu stellen), das die Bonitätsprüfung revolutioniert. Allerdings fehlt es in der Anfangsphase dieses neuen Konzepts den Unternehmen an Kundendaten, die auf dieses Konzept abgestimmt sind. Generative KI kann hier ganz praktisch eingesetzt werden, um realistische Transaktionsdaten zur Modellentwicklung zu erzeugen, bis man genug echte Daten gesammelt hat. Das hilft auch Kreditanbietern bei der Implementierung der Buy-Now-Pay-Later-Methode (BNPL), die immer beliebter wird. Denn unzureichende Analysen münden in hohe Ausfallquoten, die das Potenzial von Open Banking und die Reputation der Anbieter gefährden.

2. KI-Governance

2023 werden im Bereich der KI-Governance KI-Plattformen und Tools standardmäßig die Entwicklung und Anwendung verantwortungsvoller KI erleichtern. Diese Entwicklung wird auch den Kaggle-Ansatz – bei dem es gilt, um jeden Preis die höchste Vorhersagekraft aus einem Modell herauszuholen – verdrängen. Dafür rücken die Praxistauglichkeit sowie eine höhere Sensibilität für praktische KI und den geschäftlichen Fokus in den Vordergrund. Modelle mit 95 Prozent Vorhersagekraft sind in den meisten Fällen ausreichend – vor allem, wenn die Modellleistung in einen größeren Zusammenhang mit beispielsweise ethischen Gesichtspunkten gestellt wird.

3. Mehr Planung für bessere Modellanwendung

Noch bevor neue Modelle entwickelt werden, sollte festgelegt werden, was in einem Modell auf welche Art und Weise überwacht werden soll. Somit lassen sich Grenzen und Ziele eines Modells besser nachvollziehen. Dies verbessert den operativen Nutzen und ist deshalb ein wichtiges Thema für 2023. Aus der Annahme, dass ein Modell erst dann angemessen erstellt werden kann, wenn das gesamte Monitoring spezifiziert ist, ergeben sich viele zusätzliche Vorteile. So lassen sich in Echtzeit Verzerrungen erkennen, Ergebnisse interpretieren oder Modellprobleme melden. Zusätzlich werden die Modelle auch transparenter und besser erklärbar.

4. KI-Cloud-Services auf höchstem Niveau

Scott Zoldi.
Scott Zoldi.
(Bild: FICO)

Schon jetzt sind die Probleme bei der Einführung von KI-Software oder KI-Tools für manche Unternehmen zu komplex oder zu kostspielig. So ist nur ungefähr ein Viertel der Unternehmen mit KI-Systemen breit aufgestellt. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass 2023 einige wenige Anbieter von KI-Cloud-Services entstehen werden, die diese auch für große Unternehmen als Paket anbieten werden – ähnlich zu den „Big Three“ der Cloud-Computing-Services. Diese professionellen KI-Softwareangebote, die per API-leicht zugänglich sind, werden eine flächendeckende KI-Anwendung erleichtern, während gleichzeitig eine angemessene KI-Governance sichergestellt ist.

Über den Autor

Scott Zoldi ist KI-Experte und Chief Analytics Officer beim Analytics-Softwareanbieter FICO.

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