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Definition Was ist Return on Investment (RoI)?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Nico Litzel

Return on Investment (RoI) ist eine in der Betriebswirtschaft geläufige Kennzahl, die Auskunft über das Verhältnis von eingesetztem Kapital zum Gewinn eines Unternehmens gibt. Mithilfe von Return on Investment lässt sich die Rentabilität eines Unternehmens oder einer Investition beurteilen.

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die Abkürzung RoI steht für Return on Investment. Es handelt sich um eine häufig genutzte Kennzahl der Betriebswirtschaft. Deutsche Begriffe für Return on Investment sind Kapitalrentabilität, Anlagenrentabilität, Kapitalrendite, Kapitalverzinsung, Anlagenrendite oder Anlagenverzinsung. Mithilfe der Kennzahl lässt sich die Rentabilität eines Unternehmens oder einer Investition beurteilen.

RoI ist das Verhältnis zwischen dem eingesetzten Kapital und dem erzielten Gewinn. Im Vergleich zur Gesamtkapitalrentabilität stehen beim RoI allerdings das betriebsnotwendige Kapital und das Betriebsergebnis im Mittelpunkt. In der Regel werden daher betriebsfremde Bestandteile bei der Berechnung eliminiert. Ursprünglich eingeführt wurde die Kennzahl im Jahr 1919 vom Ingenieur Donaldson Brown.

Allgemeine Berechnungsformel des Return on Investments

Allgemein lautet die Berechnungsformel für den Return on Investment folgendermaßen:

RoI = Umsatzrendite x Kapitalumschlag

In dieser Formel bedeuten:

Umsatzrendite = Gewinn / Nettoumsatz

und

Kapitalumschlag = Nettoumsatz / Gesamtkapital

Bei der Berechnung lässt sich der Nettoumsatz herauskürzen und man erhält die allgemeine Formel:

RoI = Gewinn / Gesamtkapital

Der Sinn des RoI-Kennwerts

Return on Investment ist ein unabhängiger Maßstab für die Leistungsfähigkeit und Rentabilität eines Unternehmens. Der RoI gestattet es, den Erfolg von Unternehmen in einem definierten Betrachtungszeitraum zu beurteilen und zu vergleichen. Er lässt sich einsetzen, um zu prüfen, ob gesetzte Gewinnziele erreicht wurden, oder um die Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Kapitals zu bestimmen. Da es sich um eine Kennzahl mit relativem Charakter handelt, lässt sich der RoI auch für unternehmensübergreifende Vergleiche heranziehen. Er liefert ein Maß dafür, wie viel Gewinn aus einer Investition in einem festgelegtem Zeitraum erzielt wurde. Aus den RoI-Werten ist beispielsweise ableitbar, wann sich eine Investition amortisiert hat.

Return on Investment zur Beurteilung von Einzelinvestitionen

Kommt der RoI zur Beurteilung einer Einzelinvestition zum Einsatz, sind nicht das gesamte eingesetzte Kapital und der Gesamtgewinn für die Berechnung heranzuziehen, sondern das für die Einzelinvestition eingesetzte Kapital und der durch die Investition erzielte Anteil am Gewinn. Voraussetzungen hierfür sind, dass die Investition tatsächlich zum Unternehmenserfolg beiträgt und sich die Investition amortisiert. Erwirtschaftet eine Investition keinen Gewinnanteil, sind für die RoI-Berechnung und vergleichende Beurteilungen alternativ die Kosteneinsparungen anstelle des Gewinns einsetzbar.

Die Formel für die Berechnung des RoI einer Einzelinvestition lautet:

RoI = Gewinnanteil oder Kosteneinsparung / Investitionskosten

Die Herausforderung bei der RoI-Bestimmung im IT-Umfeld

Soll der Return on Investment im IT-Umfeld bestimmt werden, ergeben sich besondere Herausforderungen. Sind die Kosten für ein IT-System oder eine IT-Investition meist noch relativ einfach zu bestimmen, lassen sich die Anteile am Gewinn oder die Kosteneinsparungen durch den Einsatz der Informations- oder Kommunikationstechnik zahlenmäßig nur schwer erfassen. Positive Effekte sind in vielen Fällen lediglich indirekt messbar. Solche positiven Effekte sind beispielsweise:

  • effizientere Prozesse
  • höhere Kundenzufriedenheit
  • höhere Mitarbeiterzufriedenheit
  • höhere Arbeitsqualität
  • höhere Produktqualität

Die Besonderheit der RoI-Berechnung bei Investitionen in die IT-Sicherheit

Besonders schwer wird die RoI-Berechnung bei IT-Sicherheitsinvestitionen. Der monetäre Nutzen einer solchen Investition lässt sich kaum genau beziffern. Wird beispielsweise in Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Malware-Schutz, DoS-Abwehr oder Firewalls investiert, ergeben sich weder direkte Gewinnanteile noch Kosteneinsparungen. Die Investition stellt eine Art Versicherung dar und trägt zur Abwehr von Risiken bei. Grundsätzlich ist es schwierig, Sicherheitsmängel und bestehende Schadensrisiken mit fiktiven Kosten zu bewerten. Die klassische RoI-Berechnung ist daher nicht anwendbar. Speziell für IT-Sicherheitsinvestitionen besteht eine alternative Berechnungsmethode. Sie nennt sich Return on Security Investment in der IT (RoSI) und stützt sich auf die Berechnungsmethoden von RoI und TCO (Total Cost of Ownership).

Abgrenzung zwischen Total Cost of Ownership und Return on Investment

Oft kommt bei betriebswirtschaftlichen Betrachtungen neben der Kennzahl Return on Investment die Kennzahl Total Cost of Ownership (TCO) zum Einsatz. Während die RoI-Kennzahl Gewinne und Kosteneinsparungen berücksichtigt, konzentriert sich die TCO-Kennzahl auf eine reine Kostenbetrachtung. Die Kennzahl bezieht neben den Anschaffungskosten alle weiteren während des kompletten Lebenszyklus des Produkts oder der Investition anfallenden Kosten mit ein. Dadurch lassen sich sämtliche Kosten ermitteln. Allerdings fließen keine Wertzuflüsse in die Berechnung mit ein, sodass für die Rentabilitätsbetrachtung eine RoI-Analyse notwendig ist.

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