Ein Lesbarkeitsindex liefert eine Kennzahl, mit der sich die Lesbarkeit und Verständlichkeit eines Textes einstufen lässt. Er wird über eine mathematische Formel ermittelt und bezieht Kriterien wie Satzlänge, Absatzlänge, Wortlänge, Silbenzahl oder Anzahl verwendeter Wortarten wie Füllwörter mit ein. Für die verschiedenen Sprachen und Textarten existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Lesbarkeitsindizes. Einer der bekanntesten ist der sogenannte Flesch-Index.
Als Lesbarkeitsindex wird ein Verfahren oder eine mathematische Formel bezeichnet, mit der sich die Verständlichkeit und Lesbarkeit eines Textes bestimmen lässt. Der Lesbarkeitsindex beschreibt formal, wie einfach oder schwierig ein Text zu lesen und zu verstehen ist. Er bezieht sich auf die inhaltliche Verständlichkeit und berücksichtigt Kriterien wie Satzlänge, Absatzlänge, Wortlänge, Silbenzahl oder die Anzahl verwendeter Wortarten wie Fremdwörter oder Füllwörter. Kriterien wie Typografie oder Größe der Schrift spielen für den Lesbarkeitsindex keine Rolle.
Die ersten Lesbarkeitsindizes wurden für die englische Sprache entwickelt. Mittlerweile existiert für die verschiedenen Sprachen und Textarten eine Vielzahl unterschiedlicher Lesbarkeitsindizes. Alleine für die englische Sprache gibt es geschätzt eine dreistellige Zahl unterschiedlicher Verfahren. Ein Lesbarkeitsindex lässt sich in der Regel nicht ohne Anpassung auf eine andere Sprache, als für die er ursprünglich entwickelt wurde, anwenden.
Einer der bekanntesten Lesbarkeitsindizes ist der von Rudolf Flesch entwickelte Flesch-Reading-Ease-Index, kurz Flesch-Index. Er wird in angepasster Form häufig auch für Texte in deutscher Sprache verwendet. Ein weiterer bekannter Lesbarkeitsindex für deutsche Texte ist die Wiener Sachtextformel. Lesbarkeitsindizes kommen unter anderem für die Suchmaschinenoptimierung von Internetseiten und Onlinetexten zum Einsatz. Das ist darauf zurückzuführen, dass Suchmaschinen die Lesbarkeit eines Textes als einen von vielen Ranking-Faktor verwenden.
Im Internet existieren zahlreiche kostenlose oder kostenpflichtige Tools und Internetseiten, die die Lesbarkeit eines Textes nach unterschiedlichen Verfahren berechnen. Auch Plug-ins für populäre Content-Management-Systeme, wie WordPress zur Berechnung des Lesbarkeitsindex von Webtexten, sind verfügbar. Der Lesbarkeitsindex ist auch für Bereiche wie das Marketing oder im Journalismus und im Bildungswesen von Bedeutung.
Welche Kriterien werden von Lesbarkeitsindizes berücksichtigt?
Die verschiedenen Lesbarkeitsindizes verwenden unterschiedliche mathematische Formeln und Kriterien zur Bestimmung der Lesbarkeit und Verständlichkeit eines Textes. In der Regel werden einige folgender Kriterien in den Berechnungen in einer bestimmten Art und Weise berücksichtigt:
Länge der Wörter
Länge der Sätze
Länge der Absätze
Silbenzahl der Wörter
Verwendung von Fremdwörtern oder Fachbegriffen
Verwendung von Füllwörtern oder Modalverben
Verwendung verschachtelter Sätze
Verwendung von Aktiv- oder Passivkonstruktionen
Verwendung des Nominalstils
Verwendung von Abkürzungen
Strukturierung des Textes mit Überschriften
Verschiedene Lesbarkeitsindizes und ihre Berechnungsverfahren
Im Folgenden ein kurzer Überblick über einige der bekanntesten Lesbarkeitsindizes und ihre zugrundeliegenden Berechnungsverfahren.
Flesch-Reading-Ease-Index
Die Berechnung des Flesch-Index basiert auf den beiden Kennzahlen durchschnittliche Satzlänge (ASL) und durchschnittliche Anzahl der Silben pro Wort (ASW). Der Flesch-Index wurde für viele verschiedene Sprachen angepasst. Die Formel für Texte in deutscher Sprache lautet:
Flesch-Index = 180 - ASL - 58,5 x ASW
Je höher das Ergebnis der Berechnung, desto verständlicher ist der Text. Beispielsweise gilt ein Text mit einem Flesch-Index zwischen 90 und 100 als sehr leicht verständlich und eignet sich auch für 11-jährige Schüler. Akademische Fachtexte erreichen häufig nur einen Flesch-Index zwischen 0 und 30.
Flesch-Kincaid-Grade-Level
Der Flesch-Kincaid-Grade-Level baut auf dem Flesch-Index auf. Auch er verwendet die beiden Kriterien durchschnittliche Satzlänge (ASL) und durchschnittliche Anzahl der Silben pro Wort (ASW), gewichtet sie aber anders. Das Ergebnis ist auf Altersgruppen bezogen und an das amerikanische Schulsystem angepasst. Die Ergebnisse der Berechnungen sind nach den amerikanischen Klassenstufen ausgerichtet. Beispielsweise besagt ein Flesch-Kincaid-Grade-Level von 7,0, dass der Text für amerikanische Siebtklässler gut zu verstehen ist. Die Formel zur Berechnung lautet:
Flesch-Kincaid-Grade-Level = (0,39 x ASL) + (11,8 x ASW) - 15,59
Gunning-Fog-Index
Der Gunning-Fog-Index ist für Texte in englischer Sprache vorgesehen und richtet sich nach den US-Highschool-Klassenstufen. Als Kriterien verwendet er die Anzahl der Wörter des Textes (W), die Anzahl der Sätze des Textes (S) und die Anzahl von Wörtern mit drei oder mehr Silben (D).
Die Formel lautet:
Gunning-Fog-Index = 0,4 x [(W/S) + 100 x (D/W)]
Die Wiener Sachtextformel
Die Wiener Sachtextformel wurde für die Bewertung von Sachtexten entwickelt und richtet sich nach Schulstufen. Ergebnisse der Index-Berechnung liegen zwischen der Schulstufe 4 (leichter Text) und der Stufe 15 (sehr schwieriger Text). Zur Berechnung wird der Prozentsatz von Wörtern mit drei oder mehr Silben (MS), die mittlere Satzlänge (SL), der Prozentsatz von Wörtern mit mehr als sechs Buchstaben (IW) und der Prozentsatz einsilbiger Wörter (ES) verwendet. Insgesamt gibt es vier verschiedene Wiener Sachtextformeln mit unterschiedlichen Gewichtungen der verschiedenen Kriterien.
Stand: 08.12.2025
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Pro und Contra Lesbarkeitsindex
In vielen Bereichen hat sich der Lesbarkeitsindex etabliert. Er liefert eine schnelle formale Aussage über die Verständlichkeit und Lesbarkeit eines Textes. Dank der berechneten Kennzahl ist relativ schnell zu erkennen, ob sich ein Text für eine bestimmte Zielgruppe eignet oder er angepasst werden muss. Nicht vergessen werden sollte aber, dass alle Verfahren zur Bestimmung des Lesbarkeitsindex nur relativ wenige Kriterien wie Wort- oder Satzlänge verwenden und diese nur indirekte Rückschlüsse auf die Lesbarkeit eines Textes liefern. Ein Text mit kurzen Sätzen und kurzen Wörtern ist nicht automatisch leicht zu verstehen. Es gibt viele Aspekte mehr, die die Verständlichkeit und Lesbarkeit eines Textes beeinflussen. Zudem wurden die Indizes für bestimmte Sprachen, Zielgruppen und Textgenres entwickelt und sind nur bedingt auf andere Sprachen oder Textarten übertragbar.
Sich bei der Texterstellung zu eng an eine bestimmte Berechnungsformel eines Lesbarkeitsindex zu halten, kann sich als problematisch erweisen. Schnell können abgehackt klingende oder unnatürlich wirkende Texte entstehen. Lesbarkeitsindizes sind als Unterstützung bei der Texterstellung zu sehen. Im Vordergrund sollte immer die tatsächliche Verständlichkeit für die beabsichtigte Zielgruppe eines Textes stehen. Diese Beurteilung fußt in der Regel mehr auf Erfahrung und Intuition der Autoren und nicht auf mathematischen Formeln.