Kommentar von Petra Jenner, Splunk Was bedeutet der unterschiedliche Umgang mit Daten für Unternehmen?

Von Petra Jenner 3 min Lesedauer

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Daten gelten weltweit als zentraler Treiber für Künstliche Intelligenz (KI) – und haben sowohl für Unternehmen als auch Regierungen höchste strategische Priorität. Doch die unterschiedlichen Vorschriften innerhalb und außerhalb der EU sorgen für Unsicherheit. Um regulatorische Risiken zu minimieren und ihre digitale Resilienz zu erhöhen, brauchen Unternehmen deshalb eine klare Datenstrategie.

Die Autorin: Petra Jenner ist Senior Vice President und General Manager EMEA bei Splunk(Bild:  Splunk)
Die Autorin: Petra Jenner ist Senior Vice President und General Manager EMEA bei Splunk
(Bild: Splunk)

Europäische Richtlinien wie die DSGVO, der Data Act und der AI Act sollen sicherstellen, dass Daten nicht nur sicher sind, sondern auch ordnungsgemäß reguliert werden. Doch in der EU breitet sich eine zunehmend komplexe Regulierungslandschaft aus: Zwar hat sich die Europäische Union in der Vergangenheit stets darum bemüht, den Datenschutz zu gewährleisten und die damit einhergehenden Vorschriften miteinander in Einklang zu bringen. Allerdings sind nicht alle europäischen Länder Teil der EU, was beispielsweise in Großbritannien zu unterschiedlichen Regelungen führt. Zudem kann jedes Mitgliedsland seiner eigenen Gesetzgebung potenziell weitere Vorschriften hinzufügen.

Unterschiedliche Vorschriften setzen Unternehmen unter Druck

Da sich die internationalen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen ständig weiterentwickeln und ändern, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie hinsichtlich Datenquellen, Speicherorte und Datennutzung auf dem neuesten Stand sind.

In Europa unterscheidet sich beispielsweise der EU AI Act vom Ansatz im Vereinigten Königreich in Bezug auf Umfang, Gesetzgebung und Regulierungsmaßnahmen. Das Vereinigte Königreich bevorzugt einen Ansatz auf Branchenebene, was bedeutet, dass der Rechtsapparat aus ihrer Sicht speziell auf die Bereiche zugeschnitten sein sollte, in denen die Technologie eingesetzt wird.

Der Ansatz der EU unterscheidet sich hier aber von dem des Vereinigten Königreichs. Sie sehen ähnliche Probleme bei jedem Einsatz von KI, und das europäische Recht sollte diese Fragen demnach regeln. Das bedeutet, dass sich die Gesetzgebung umfassender mit den Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft befasst. Da beide Verordnungen mittlerweile fest etabliert sind, müssen Unternehmen, die in beiden Regionen tätig sein wollen, beide Gesetze einhalten.

Zusammenarbeit von CISOs und CIOs für proaktive Compliance

Harmonisierte Vorschriften einzuhalten, ist für Unternehmen heute unerlässlich. Dabei ist es entscheidend, dass sie die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben nicht als finanzielle Last betrachten: Sie ist vielmehr die notwendige Grundlage, um den regulatorischen Anforderungen der unterschiedlichen Märkte effektiv begegnen zu können. Vor allem CISOs spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie bei Compliance-Verstößen besonders exponiert sind. Auf der anderen Seite stehen einige von ihnen intern unter Druck, Compliance-Probleme innerhalb ihres Unternehmens am besten nicht zu melden.

Es ist entscheidend, dass CISOs und CIOs sich auf eine gemeinsame Linie verständigen. Eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist nicht nur erforderlich, sondern unerlässlich. Indem sie proaktiv mit den sich wandelnden Anforderungen in den Bereichen Compliance und Governance umgehen, können sie gewährleisten, dass ihr Unternehmen alle regulatorischen Vorgaben in den jeweiligen Ländern erfüllt. Zudem können Unternehmen durch proaktive Compliance schneller auf Vorfälle reagieren, ihre digitale Resilienz erhöhen und vorausschauend Strategien entwickeln, die sich bei Bedarf anpassen und verfeinern lassen.

Wie Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen

Um unternehmensspezifische Prioritäten festzulegen sowie geeignete Richtlinien und Programme für eine globale Compliance zu entwickeln, ist eine zusätzliche Rechtsberatung sinnvoll. Die Verantwortlichen sollten sich zudem mit allen regional geltenden Gesetzen vertraut machen, sich regelmäßig über Neuerungen informieren und den Überblick über die Daten und digitale Infrastruktur behalten. Um genau nachverfolgen zu können, wo Daten gespeichert und verarbeitet werden, sollten sie auf technologische Lösungen setzen: beispielsweise spezielle Software und Plattformen für das Datenmanagement und die Datenlokalisierung.

Unternehmen werden zunehmend funktionsübergreifende Teams etablieren müssen, die neue Vorschriften verfolgen, deren Auswirkungen analysieren und erforderliche Veränderungen intern vorantreiben. Darüber hinaus werden CTOs und Rechtsberater gemeinsam Entscheidungen über Investitionen in Technologien, Infrastrukturen und externe Dienstleister treffen. Dafür ist der Einsatz gemeinsamer Dashboards und Reporting-Tools unerlässlich, um den Compliance-Status kontinuierlich zu überwachen und auf veränderte Governance-Anforderungen zügig reagieren zu können. Für Unternehmen bietet das viele Vorteile: Sie erfüllen zuverlässig Vorschriften, stärken ihre Widerstandsfähigkeit und schützen sich effektiv vor Geldbußen und Sanktionen.

Angesichts der wachsenden Zahl von Datenverordnungen und der zunehmenden Fragmentierung regulatorischer Vorgaben müssen Regierungen und Unternehmen frühzeitig aktiv werden. Unternehmen sollten eng mit Regulierungsbehörden und staatlichen Institutionen zusammenarbeiten, um auf eine harmonisierte Regulierung hinzuarbeiten und einheitliche Standards für die Data Governance einzuführen. Dies würde nicht nur die Compliance-Kosten reduzieren, sondern auch ein resilienteres und innovationsfreundliches digitales Ökosystem fördern.

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