Kommentar von Ales Zeman, Dell Software

So minimieren Sie Ausfallzeiten bei der Datenbankmigration

| Autor / Redakteur: Ales Zeman / Nico Litzel

Der Autor: Ales Zeman ist Manager Pre-Sales bei Dell Software
Der Autor: Ales Zeman ist Manager Pre-Sales bei Dell Software (Bild: Dell)

Der Umstieg von einer früheren auf eine aktuelle Oracle-Datenbankversion, aber auch eine grundlegende Modernisierung mit SAP HANA sind in SAP-Umgebungen aktuelle Themen. Die Produktivumgebung sollte dabei so gering wie möglich beeinträchtigt werden.

IT-Abteilungen nutzen vielfältige Möglichkeiten, um Betriebskosten zu senken und schneller zusätzliche Applikationen einzuführen. Dazu verwenden sie eine Vielfalt traditioneller Datenbanken, die strukturierte und unstrukturierte Daten unterstützen – sei es on-premise oder in der Cloud. Wichtig ist, dass Unternehmen ihre Datenbankinfrastruktur flexibel an neue Anforderungen anpassen können, um von der höheren Performance neuer Datenbankversionen und von In-Memory-Datenbanken profitieren zu können. Die Aktualisierung einer Legacy-Plattform, die Migration auf eine neue Plattform oder der Umzug in die Cloud sollten möglichst schnell und mit möglichst geringen Ausfallzeiten erfolgen.

Bei einer Migration auf SAP HANA ist eine Reihe von Aktivitäten durchzuführen. Dazu zählt beispielsweise ein Code Review und unter Umständen ein Code Rewrite im Sinne einer Optimierung für die HANA-Plattform. Abschließend sind die Daten von einer Oracle- oder einer anderen Datenbank in die HANA-Datenbank zu laden. Während dieses Vorgangs steht die Datenbank in der Regel nicht zur Verfügung.

Nach Abschluss aller Vorbereitungsmaßnahmen muss als einer der ersten Arbeitsschritte die Datenbank entladen und dann in SAP HANA neu geladen werden. Die Daten werden dabei physisch über ein Filesystem, die Memory-Pipe oder eine Socket-Verbindung übertragen und in SAP HANA eingelesen. Bei einer extrem großen Datenbank (mehr als 10 Terabyte) kann das bis zu drei Tage dauern, inklusive aller Vor- und Nacharbeiten. Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von der vorhandenen Hardware und deren Konfiguration ab. Bei drei bis vier Terabyte Daten in einem Source-System geht das auch schon innerhalb eines Tages.

Downtime bei der Migration reduzieren

SAP selbst bietet verschiedene Methoden zur Migration auf SAP HANA an. Eine davon ist die Database Migration Option (DMO), die Teil des Software Update Managers (SUM) ist. Migriert werden dabei das Repository mit den Metadaten (im Durchschnitt etwa zehn Prozent des Volumens) sowie die Stamm- und Bewegungsdaten (90 Prozent des Volumens). Das Repository könnte vorab migriert werden. Die eigentliche und durchaus beträchtliche Downtime ist aber abhängig von der Dauer der Migration der Stamm- und Bewegungsdaten.

Um die Downtime zu minimieren, könnten manche oder alle Tabellen in der Up-Time-Phase der Migration migriert werden. Die Änderungen an diesen Tabellen werden über einen bestimmten Zeitraum aufgezeichnet, abhängig davon, wie lange das Entladen der Source- und das Laden in die Target-Datenbank dauern. Ist das Laden abgeschlossen, können die Daten mit den Deltas nachsynchronisiert werden.

Bei der DMO Downtime Optimized Option werden für die Aufzeichnung Trigger eingesetzt. Damit steigt die Auslastung des Produktivsystems. Für Systeme unter hoher Last könnte als Methode die Datenbankreplikation eingesetzt werden, wie sie Dell SharePlex bietet. Bei einer Oracle-zu-HANA-Migration werden im Source-System dabei für die Aufzeichnung der Änderungen die Oracle Redo Logs (ein Protokoll aller offenen und abgeschlossenen Transaktionen) ausgelesen. Allgemein lässt sich diese Vorgehensweise auch als Log-basiertes Verfahren bezeichnen. Da dies außerhalb der Datenbank stattfindet, wird diese daher nicht belastet.

In diesem Prozess lassen sich, bis der Prozess völlig abgeschlossen ist, zwei Systeme weitgehend synchron halten. Während bei einem DMO-SUM-Verfahren auch die Applikation geändert werden kann (z. B. ein Upgrade), ist dies aber bei der Replikation nicht möglich.

ZeroIMPACT-SAP-Migration

Die Benutzer können bei dieser asynchronen, logischen Replikation weiter mit den Originaldaten arbeiten. Das Verfahren heißt daher auch ZeroIMPACT-SAP-Migration, bei der die Business Continuity gewährleistet bleibt. Unternehmen sind damit in der Lage, die produktive Oracle-Datenbank auf ein neues HANA-System zu klonen.

SharePlex unterstützt die Replikation von Datentypen wie Long-Spalten und Large Objects, wie sie in SAP-Applikationen häufig vorkommen, und nutzt das Streaming außerhalb der Datenbank. Damit lassen sich die Auswirkungen auf das Produktivsystem und auf die Netzwerkbandbreite minimieren und Verfügbarkeit verbessern.

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