Standardisierung von Digital-Twin-Sprachen Siemens und Microsoft erleichtern den Austausch von Digital-Twin-Modellen

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Gemeinsam mit dem W3C-Konsortium führen Siemens und Microsoft die „Digital Twin Definition Language“ mit der „W3C Thing Description“ zusammen. Ein einheitlicher Standard soll das kommerzielle Potenzial erschließen, das durch die IoT-Fragmentierung bislang behindert wird.

Die Standardisierung von Digital-Twin-Sprachen ist entscheidend für die Interoperabilität.(Bild:  Siemens)
Die Standardisierung von Digital-Twin-Sprachen ist entscheidend für die Interoperabilität.
(Bild: Siemens)

Mit der Vereinheitlichung beider Sprachen möchten Siemens und Microsoft ihren Kunden ein konsistentes Modellierungserlebnis ermöglichen und damit die Fragmentierung in einer sich laufend weiterentwickelnden IoT-Landschaft verringern, so die Partner. Kunden würden in ihrer Infrastruktur in der Regel Produkte verschiedener Anbieter nutzen, was zu einem Lock-in-Effekt und einem hohen Integrationsaufwand führe. Die Konvergenz erlaube daher eine einfachere Systemintegration sowie Interoperabilität.

Als virtuelle Nachbildungen von physischen Objekten, Prozessen oder Systemen, die ihre realen Gegenstücke in einer digitalen Umgebung widerspiegeln, ermöglichten digitale Zwillinge Unternehmen die Überwachung, Prognose sowie Optimierung ihrer Anlagenleistung. Dies steigere die Effizienz bei gleichzeitiger Kostenreduktion. Die Standardisierung von Digital-Twin-Sprachen sei daher entscheidend für die Interoperabilität, um so eine nahtlose Kommunikation sowie Integration zwischen verschiedenen Digital-Twin-Systemen und -Plattformen zu gewährleisten.

Siemens unterstütze bereits die aufstrebende Thing Description der Standardisierungsorganisation W3C für zukünftige Produkte in den Bereichen Gebäudemanagement, Energieverteilung und Smart Grids. Von der Erweiterung dieser Interoperabilitätsstrategie auf Microsoft Azure sollen Kunden stark profitieren.

„Wir sehen die Konvergenz von zwei sehr ähnlichen Digital-Twin-Sprachen, wie Digital Twin Definition Language (DTDL) und W3C Thing Description, als einen wesentlichen Schritt, der es unseren Kunden ermöglicht, die physische Welt auf eine Weise zu beschreiben, die nicht an bestimmte IoT-Plattformen gebunden ist“, so Thomas Kiessling, Chief Technology Officer bei Siemens Smart Infrastructure. „Diese strategische Partnerschaft unterstreicht unser Bestreben, sowohl Kollaboration als auch Offenheit zu fördern.“

Die Digital Twin Definition Language von Microsoft mache die Modellierung der physischen Welt mit Azure-Diensten möglich, der W3C-Thing-Description-Standard sorge für eine interoperable Darstellung von Geräteschnittstellen und deren Einbindung in standardmäßige Industrieontologien. Bei beiden Sprachen gebe es in der Anfangsphase der Annäherung viele konzeptionelle Gemeinsamkeiten.

„Seit wir die Digital Twin Definition Language erfunden und ihre Spezifikation und Referenzimplementierungen als Open Source zur Verfügung gestellt haben, hatten wir vor, sie durch ein Konsortium wie W3C zu standardisieren. Daher ist die Zusammenführung von DTDL und W3C Thing Description in enger Partnerschaft mit Siemens der klare nächste Schritt auf unserem Weg, digitale Zwillinge in der Industrie zu demokratisieren“, kommentiert Erich Barnstedt, Chief Architect Standards, Consortia and Industrial IoT, Azure Edge and Platform Team, Microsoft Corporation.

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