Objektrelationale Datenbank

PostgreSQL 9.5 veröffentlicht

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Nico Litzel

PostgreSQl v9.5 verbessert Leistung, Sicherheit und Skalierbarkeit.
PostgreSQl v9.5 verbessert Leistung, Sicherheit und Skalierbarkeit. (Bild: PostgreSQl Community)

Die von der Postgres-Community veröffentlichte Version 9.5 von PostgreSQL bietet eine verbesserte Datenbankintegration und Skalierbarkeit und soll die Produktivität bei der Datenanalytik verbessern.

EnterpriseDB (EDB), das Unternehmen hinter der objektrelationalen Datenbank PostgreSQL, weist auf die Verfügbarkeit der Version 9.5 der Community-Varianten von PostgreSQL hin. Sie kann ab sofort von der Community-Seite heruntergeladen werden.

Version 9.5 bietet im Vergleich zur Vorgängerversion eine bessere Leistung und Skalierbarkeit, höhere Produktivität bei der Datenanalytik und erlaubt eine bessere Integration mit anderen Datenbanklösungen. PostgreSQL 9.5 schaffe damit die Grundlage zur Unterstützung horizontaler Skalierung über mehrere Server hinweg.

PostgreSQL 9.5 im Benchmark

Laut Dr. Marc Linster, Senior Vice President of Products and Services bei EnterpriseDB, haben sich die Beiträge von EDB zur Postgres Community im Verlauf des aktuellen Entwicklungszyklus vorrangig auf einer Verbesserung der Leistung und Skalierbarkeit konzentriert.

Die von EDB selbst durchgeführten Benchmark-Tests zeigten, dass PostgreSQL 9.5 über beachtliche Leistungsverbesserungen für Arbeitslasten verfügt, die im hohen Maße gleichzeitig ausgeführt werden. So zeigten z. B. 64 gleichzeitige Verbindungen auf einem 24-Core-System mit 496 Gigabyte RAM eine Verbesserung von 96 Prozent im Vergleich zu PostgreSQL 9.4.

PostgreSQL 9.5 im Einzelnen

  • PostgreSQL 9.5 unterstützt ein größeres Datenvolumen und steigert in Folge einer höheren Optimierung des Sperrsystems im Shared-Buffer die Leistung.
  • Durch eine reduzierte Anzahl an Seitensperren und Pins, die während Scans Indizes halten, unterstützt PostgreSQL 9.5 in Systemen mit hoher Transaktionsleistung mehr gleichzeitige Nutzer. Auch dies kommt der Leistung zugute.
  • Dank eines verbesserten Shared Buffer Managements unterstützt PostgreSQL 9.5 eine größere Anzahl an Shared-Buffer-Partitionen.
  • PostgreSQL 9.5 sortiert große Text- und Zahlenfelder mittels einer verkürzten Sortierungsoptimierung 20 Prozent bis 30 Prozent schneller als PostgreSQL 9.4.

Horizontale Skalierbarkeit und Integration

Eine neue FDW-Funktion (Foreign Data Wrappers) in PostgreSQL 9.5 mit der Bezeichnung IMPORT FOREIGN SCHEMA automatisiert den Import von Schemata von externen Datenbanken, die durch FDWs mit PostgreSQL verbunden sind. FDWs sind die Grundlage für den Zugriff auf Daten über mehrere Server hinweg und bilden so das Fundament für zukünftige Entwicklungen im Bereich horizontales Sharding. Das verringert das Fehlerpotenzial und ersetzt einen manuellen Prozess, wenn von externen Quellen auf Daten zugegriffen wird.

Mit FDWs kann PostgreSQL Daten von anderen Datenbanken lesen und schreiben oder auf diese in Form von PostgreSQL-Tabellen zugreifen. Entwickler können in diesen SQL-Abfrage durchführen, als handele es sich um ein systemeigenes PostgreSQL.

Produktivität und Sicherheit

Viele weitere Neuerungen in PostgreSQL 9.5 verbessern zudem Produktivität oder Sicherheit und beschleunigen die Datenanalytik:

  • Eine neue Indexierungsart namens BRIN (Block Range Index) erlaubt sehr kleine Indizes, die Metadaten (z .B. Mindest- und Maximalwerte) nutzen und die Leistung von Abfragen durch das Beschreiben eine Reihe von Informationen verbessern. So können Abfragen bei Tabellen, die Daten sequenziell speichern (d. h. in numerischer Folge oder nach Daten-/Zeitfeldern), den Großteil der Tabelle überspringen, wenn nach Daten innerhalb eines bestimmten Bereichs gesucht wird.
  • Drei neue Analysefunktionen (GROUPING SETS/CUBE/ROLLUP) fassen schnell große Mengen an Daten über verschiedene Dimensionen hinweg zusammen. Diese werden in der Regel in Data-Warehousing-Umgebungen genutzt, in denen Unternehmen Informationen wie Mitarbeiterzahl über Abteilung, Standorte und Zuständigkeitsbereich hinweg oder die E-Commerce-Bestellhistorie über verschiedene Maße an demografischen und geografischen Informationen hinweg zusammenfassen müssen.
  • Die neue Funktion UPSERT wurde als Erweiterung von Nutzen am häufigsten gewünscht. Syntaktisch bietet das neue „ON CONFLICT DO NOTHING“ (oder „ON CONFLICT DO UPDATE“) Datenbank-Entwicklern einen effektiveren und effizienteren Weg, Daten einzufügen, während gleichzeitig potenzielle Konflikte bezüglich des Einfügens ohne Schreiben eines benutzerdefinierten Codes gehandhabt werden.
  • Verbesserungen am Dokumenten-Datentyp JSON erhöhen ebenfalls die Fähigkeit von Postgres, unstrukturierte und halb strukturierte Daten zu verwalten. Neue Betreiber und Funktionen vereinfachen die Fähigkeit von Entwicklern, individuelle Elemente des Dokuments in der Datenbank zu vergleichen und zu aktualisieren.
  • Durch Sicherheit auf Zeilenebene (Row Level Security) können DBAs Richtlinien implementieren, um einzugrenzen, was eingesehen oder aktualisiert werden kann, abhängig von einer beliebigen Anzahl an Eigenschaften, wie Nutzername, Freigabelevel oder organisatorische Mitgliedschaft. Row Level Security ist indes nur für die Open-Source-Communitys neu. EDB Postgres Advanced Server verfügt schon länger über integrierte Row Level Security für mehrere Ausgaben. Die Version in EDB Postgres Advanced Server ist mit der Implementierung von Oracle syntaktisch kompatibel, umschließt die Durchsetzung von Richtlinien auf Spaltenebene (Eingrenzung der Sichtbarkeit von empfindlichen Werten oder Spalten) und bietet eine verschärfte Richtlinienanwendung (eher AND anstelle von OR nutzen, um mehrere Richtlinien anzuwenden).

Weitere Einzelheiten zu den Neuerungen finden sich in den Release Notes.

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