Suchen

Drahtlose Technologien und die Zukunft des Einzelhandels Ortungsdienste und KI revolutionieren das Einkaufen

| Autor / Redakteur: Jeff Aaron / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Einzelhändler stehen vor einer Reihe von Herausforderungen und Möglichkeiten. Doch drahtlose Technologien ermöglichen außergewöhnlichen Erlebnisse, mit denen sich Einzelhändler von reinen E-Commerce-Anbietern wie Amazon abheben können.

Firma zum Thema

Moderne Drahtlostechnolgogien ermöglichen ganz neue Kundenbindungs-Perspektiven für den Einzelhandel.
Moderne Drahtlostechnolgogien ermöglichen ganz neue Kundenbindungs-Perspektiven für den Einzelhandel.
(Bild: © Funtap - stock.adobe.com )

Der Onlinehandel wächst kontinuierlich und das Einkaufsverhalten und die Erwartungen der Verbraucher entwickeln sich weiter. Um die Herausforderungen zu bewältigen und im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben, nutzen Einzelhändler vermehrt Technologien, um ein personalisiertes, bequemeres und immersives Erlebnis zu bieten, das sich nahtlos zwischen der Online- und der Offline-Welt bewegt. Der Wandel geht dabei in beide Richtungen: Amazon hat in der Welt des E-Commerce begonnen und bewegt sich mit Übernahmen wie Whole Foods in die Welt des stationären Einzelhandels. Der stationäre Einzelhandel kontert dagegen mit neuen Initiativen für mobile Erfahrungen.

Viele dieser digitalen Transformationsinitiativen konzentrieren sich auf drahtlose Technologien als Schlüsselfaktor für neue mobile Kundenerlebnisse und bessere Abläufe im Geschäft. Mobilfunk und Wi-Fi sind zum Status quo für die Verbindung mobiler Geräte mit dem Internet geworden. Die Positionsbestimmung in Innenräumen auf die gleiche Ebene wie die von GPS im Freien zu heben, war viele Jahre lang ein Traum. Bislang war es schwierig, sie zu implementieren. Der Grund dafür: Es waren bisher ein nicht standardbasiertes Overlay-Netzwerk und eine komplizierte manuelle Kalibrierung erforderlich.

Apple und Google nutzen standardmäßig die BLE-Technologie (Bluetooth Low Energy) als Proximity- und Ortungstechnologie in ihren mobilen Geräten, so dass iPhones und Android-Geräte beim Betreten eines Geschäfts eine Benachrichtigung auf dem gesperrten anzeigen können. Durch standardbasierte, interoperable Technologien wie drahtlose BLE-Beacons, die Konvergenz von Wi-Fi und Bluetooth Low Energy sowie die Nutzung von KI-basierten Fähigkeiten entwickelt sich die Innenraum-Ortung von einem „nice to have“ zu einem Muss im Einzelhandel.

Besonders in den USA unternehmen Einzelhändler erste Schritte in Richtung innovativer Technologien. So hat Target eine LED-Beleuchtung mit eingebautem Beacon und Bluetooth Low Energy-Technologie – das sogenannte „GPS in your shopping cart“ – auf den Markt gebracht. Hierbei handelt es sich um eine Google Maps-ähnliche Schnittstelle, die den Käufern die Navigation in Geschäften und die Suche nach gewünschten Produkten erleichtert. Mit der Target-App können Kunden auf einen Artikel in ihrer Einkaufsliste klicken und dessen Standort sowie den aktuellen Lagerbestand einsehen.

Doch auch in Deutschland setzen sich digitale Handelskonzepte immer mehr durch, wie „Click and Collect“ von Ikea. Mit dem Online-Service können Kunden ihre Artikel über die Website auswählen, anhand der Postleitzahl werden im Anschluss unterschiedliche Liefer- und Abholoptionen angezeigt. Mitarbeiter vor Ort stellen die Artikel danach zusammen, Kunden müssen diese lediglich noch abholen oder können sie sich direkt ins Haus liefern lassen. Die MediaMarktSaturn Retail Group geht noch einen Schritt weiter und hat mit N3XT eine eigene Innovationseinheit ins Leben gerufen, die neue Technologien wie Roboter oder Instore-Navigationssysteme erprobt. Im Fokus steht dabei eine bessere Verbindung von physischem und digitalem Einkaufserlebnis.

Auch für Restaurants werden ortsbezogene Dienste in Zukunft zur Norm gehören. Diese zeigen beispielsweise an, wann ein Kunde, der im Voraus bestellt hat, auf den Parkplatz fährt und bereit ist, sein Abendessen abzuholen. Einkäufer im Supermarkt werden mit ihrem Telefon einen Artikel scannen und so über ein Virtual-Reality-Display Informationen, wie Nährwertangaben oder Coupons, erhalten. Sobald die Kunden den Artikel in ihren Einkaufswagen legen, wird die Bezahlung automatisch über das Smartphone abgewickelt und ermöglicht so einen Self-Check-Out ohne Wartezeit an der Kasse. Sollten Zutaten für ein gewünschtes Gericht fehlen, lassen sie sich mit nur wenigen Klicks in der Supermarkt-App die Lebensmittel zusammenstellen und sind abholbereit. Diese Beispiele zeigen, welche außergewöhnlichen Erlebnisse drahtlose Technologie ermöglichen und wie sich dadurch Einzelhändler von reinen E-Commerce-Anbietern wie Amazon abheben können.

Auch Verbraucher sind von diesen neuen Möglichkeiten begeistert. So zeigte eine Umfrage des International Council of Shopping Centers, dass „Verbraucher aller Altersgruppen eine Verknüpfung von Technologie und Einkaufen anstrebt“. Außerdem zeigte sich, dass „Personalisierung ein Hauptfokus für Verbraucher bleibt und sie daher Einzelhändler suchen, die ihnen maßgeschneiderte Ergebnisse liefern“.

Jeff Aaron.
Jeff Aaron.
(Bild: Juniper Networks )

Über den Autor

Jeff Aaron ist Vice President of Marketing bei Mist Systems, einem Unternehmen von Juniper Networks.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46586406)