Unternehmen sind heute dazu gezwungen, Entscheidungen in einem unglaublichen Tempo zu treffen. Gleichzeitig hat jede einzelne Entscheidung Auswirkungen auf den künftigen Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen angesichts externer Einflussfaktoren, wie beispielsweise der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante, verschiedene Geschäftsszenarien antizipieren und entsprechende Vorbereitungen treffen, die ihrerseits zu Vielfalt, Aufkommen und Umfang von Daten beitragen.
Der Autor: Krishna Tammana ist CTO bei Talend
(Bild: Talend)
Die Cloud-Migration hat sich enorm beschleunigt, weil Unternehmen heute Daten aller Art remote austauschen müssen. Der immense Druck, die digitale Transformation möglichst zeitnah umzusetzen, stellt bestehende Technologiekompetenzen infrage und trägt zum Entstehen eines „COVID-Sumpfs“ bei. Verschlimmert wird die Situation durch Schwierigkeiten beim Abrufen, Organisieren und Sichten dieser riesigen Datenflut. So entstehen neue Herausforderungen bei der Nutzung von Daten als Grundlage für geschäftliche Entscheidungen und Ergebnisse.
Dark Data: Stochern im Nebel
Jahrzehntelang lag der Schwerpunkt bei der Datenverwaltung auf den Mechanismen – dem Sammeln, Verarbeiten und Speichern der Daten. Heute zeigt sich, dass diese Probleme nicht vorrangig waren: Nicht die Daten als solche fehlen, sondern Strategien für ihren sinnvollen Einsatz. Allzu viele Daten bleiben ungenutzt oder erweisen sich schlicht als Ballast, sodass den meisten Unternehmen am Ende nichts bleibt als eine digitale Mülldeponie mit chaotischen und toxischen Daten – sogenannten Dark Data. Unternehmen wissen gar nicht genau, welche Daten sie haben, wo sie sich befinden oder ob sie überhaupt existieren.
Werden Dark Data ignoriert, verursacht das eine Vielzahl von Problemen. Durch die Nichtnutzung potenziell wertvoller Daten und deren kostenintensive Speicherung entsteht Unternehmen nicht nur ein Wettbewerbsnachteil, sondern es besteht auch ein erhöhtes Risiko von Sicherheitsverstößen und schwerwiegenden Datenschutzverletzungen, was nur allzu oft in einer erheblichen Schädigung des guten Rufs resultiert. Doch auch wenn dies jetzt entmutigend klingen sollte, so gibt es Lösungen, mit denen Sie Ihre Daten aus dem Dunkel holen und neuen geschäftlichen Mehrwert entdecken können.
Ziehen Sie sich selbst aus dem Sumpf
Die weitgehend ausschließliche Beschäftigung mit den Mechanismen des Datenmanagements hat zu enormen Herausforderungen geführt. Die meisten Unternehmen verfolgen beim Verwalten, Integrieren und Speichern von Daten eine inkonsequente Vorgehensweise, die einen erheblichen Beitrag zur Entstehung von Datensilos leistet. Das ist nicht nur teuer und schwierig zu handhaben, sondern führt auch zur Entstehung von Dark Data, bis zu denen Analyseverfahren gar nicht erst durchdringen. Personen und Systeme an vorderster Front haben keinerlei Möglichkeit, schnell zu überprüfen, ob Daten, die doch als Motor für Entscheidungen im Tagesgeschäft fungieren sollen, vertrauenswürdig, aktuell und konform sind.
In den meisten Fällen helfen Software und Plattformen zum Verschieben, Erfassen, Aufbereiten und Speichern von Daten Unternehmen nicht dabei, ihre Daten besser zu verstehen oder bessere Ergebnisse zu erzielen. Wenn Sie Daten verschieben und sogar speichern, ohne auf ihre Qualität oder ihren Zustand zu achten, dann errichten Sie eine digitale Mülldeponie mit Unternehmensinformationen. Sie lösen also weder für ihre Kunden noch für Ihr Unternehmen Probleme, sondern steigern vielmehr das Chaos und machen einen Überblick unmöglich.
Anscheinend glauben einige Anbieter im Bereich Datenmanagement, dass die Speicherung von immer mehr Daten oder ihre Verlagerung in die Cloud den Unternehmen schon helfen wird, diese grundlegenden Herausforderungen zu bewältigen. Doch während Effizienzsteigerungen und neue Analyseplattformen in der Cloud für Unternehmen, die sich neu erfinden und datenorientierter operieren wollen, tatsächlich hilfreich sind, erkennen immer mehr von ihnen, dass eine Salamitaktik beim Datenmanagement nicht ausreichend ist – selbst wenn die Daten in der Cloud liegen. Es genügt einfach nicht, Daten in der Cloud zu erfassen, zu verschieben und effizienter aufzubereiten. Vielmehr wird es in einem stetig wachsenden Cloud-orientierten Umfeld zunehmend unverzichtbar, die Data Health in den Fokus zu nehmen.
Definieren und Pflegen gesunder und hochwertiger Daten
Unternehmensdaten stammen in der Regel aus internen und externen Quellen und werden häufig manuell erfasst, was sie fehleranfällig macht und den Umgang mit ihnen kompliziert gestaltet. Zudem verlieren Daten, wenn sie aus ihrer Entstehungsumgebung extrahiert werden, ihren ursprünglichen Kontext und werden von den – häufig undokumentierten – Gewohnheiten, Workarounds und Best Practices ihrer regelmäßigen Nutzer getrennt. Dies führt spätestens dann unweigerlich zu Problemen, wenn die Daten für neue Zwecke (z. B. Analysen) verwendet werden sollen, denn sie können im Hinblick auf ihren neuen Zweck minderwertig (d. h. fehlerhaft, veraltet, unvollständig usw.) oder – was noch schlimmer wäre – ihre Nutzung unzulässig sein, wenn es sich beispielsweise um personenbezogene Daten handelt.
Stand: 08.12.2025
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Ähnlichkeiten zwischen körperlicher Gesundheit und Data Health sind nicht zu übersehen: Der Erhalt beider erfordert Disziplin, Logistik und Ausrüstung. Genauso wie medizinische Fachkräfte – Ärzte, Pfleger usw. – für ein hochwertiges Gesundheitssystem unabdingbar sind, sind Datenexperten (und weitere geschäftliche Nutzer) Teil der Lösung für die Datengesundheit. Gute Data Health betrifft jeden Mitarbeiter, weswegen unser Ansatz allumfassend sein muss.
Prognostizieren von Data Health und Erfolg
Die Bausteine eines soliden Data-Health-Systems erfordern:
Identifizierung von Risikofaktoren (z. B. Unternehmensanwendungen oder Zulieferer) zur Vermeidung von Sicherheitsproblemen
Präventionsprogramme zur Datenstandardisierung für eine einfache Aufbereitung
Proaktive „Schutzimpfung“ auf Basis maschinellen Lernens für Systeme zur automatischen Erkennung unzureichender Daten
Fortlaufende Überwachung zur schnellen Diagnose und realistischen Bewertung von Daten
Protokolle für persistente Prognosen zur Verbesserung der Datenqualität
Effiziente Behandlung von Daten mit einem ausgewogenen Nutzen-Risiko-Verhältnis
So wird Data Health Wirklichkeit
Das Sprichwort „Vorbeugen ist besser als heilen“ gilt heute mehr denn je. Der Aufbau von Data Health ist ein ganz neues Werkzeug im Metier und erfordert nicht nur viel Arbeit, sondern auch neue Denkweisen. Durch den Aufbau einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und mit Unterstützung von Mitarbeitern, die mit den besten Tools und der besten Software für Datenintegrität, -integration, -Governance und -zugriff ausgestattet sind, schützen Sie Ihr Unternehmen vor beträchtlichen und kostenintensiven Risiken und steigern gleichzeitig den Mehrwert Ihrer Datenbestände.
Investieren Sie jetzt in Data Health, um sich selbst aus dem Datensumpf zu ziehen und ein ganzheitliches System aus Präventivmaßnahmen, wirksamen Behandlungen und einer Mitwirkungskultur zu schaffen, das die vielen Versprechungen, die uns im Hinblick auf die Gewinnung handfester aktueller Erkenntnisse aus Daten gemacht wurden, endlich einlöst.