Kommentar von Patrick Kühl, Alibaba.com KI: Im Neuland der B2B-Online-Beschaffung

Von Patrick Kühl 3 min Lesedauer

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Die vergangenen Jahre stellten kleine und mittlere Unternehmen vor immense Herausforderungen. Von steigenden Materialkosten über komplexe Arbeitsmärkte bis hin zu einem intensivierten Wettbewerb reichte das Spektrum der Belastungen, die einige an ihre Kapazitätsgrenze brachten. Gestörte Lieferketten und schrumpfende Gewinnspannen verschärften die Situation zusätzlich. Doch mit dem Jahreswechsel scheint sich das Blatt zu wenden.

Der Autor: Patrick Kühl ist Head of User Growth and Partnerships DACH bei Alibaba.com(Bild:  Alibaba.com)
Der Autor: Patrick Kühl ist Head of User Growth and Partnerships DACH bei Alibaba.com
(Bild: Alibaba.com)

Die aktuelle Ausgabe der Studie „Global SME Confidence“ der B2B-Einkaufsplattform Alibaba.com bestätigt das. Dabei wurden mehr als 2.000 KMU-Entscheidungsträger in Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA befragt und festgestellt, dass der Optimismus der Unternehmen groß ist.

Tatsächlich sehen 69 Prozent der KMU-Entscheidungsträger die Wachstumschancen ihres Unternehmens heute positiver als noch vor sechs Monaten. Ausschlaggebend dafür sind die Pläne der Unternehmen für neue und vielfältige Produktangebote: Fast die Hälfte (45 %) der KMU weltweit plant die Einführung von ein bis zwei neuen Produktlinien in den nächsten zwölf Monaten.

Diese Aussichten werden jedoch durch die aktuellen Sorgen um Lieferketten-/Beschaffungsprobleme und die Verfügbarkeit von Lagerbeständen getrübt, die ein Viertel der KMU (25 %) weltweit als die größte Herausforderung für ihr Unternehmen im nächsten Jahr nennt.

Angesichts dieser Herausforderungen greifen KMU zunehmend auf Online-Beschaffungslösungen zurück. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (52 %) arbeiten mit Online-B2B-Marktplätzen zusammen, um neue, interessante oder innovative Produkte zu beschaffen.

KI-basierte Technologien

Bei der Nutzung von B2B-Onlinemarktplätzen setzen viele KMU auf KI-basierte Technologien zur Beschaffung ihrer Produkte. Das ist auf die wachsende Erkenntnis zurückzuführen, dass das Einsparpotenzial bei der Beschaffung mithilfe von KI enorm ansteigen kann. Nach Angaben von Alibaba.com bezeichnet fast ein Viertel (24 %) der Befragten die vollständige Integration von KI als einen wichtigen Schwerpunkt in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Insgesamt besteht das Ziel von KI im Beschaffungswesen darin, verschiedene Aspekte des Beschaffungsprozesses zu automatisieren und zu verbessern, damit KMU besser informierte Entscheidungen treffen, Kosten sparen und die betriebliche Effizienz steigern können.

KI kann von KMU auf Online-Marktplätzen in vielfältiger Weise genutzt werden. In erster Linie kann sie zur Automatisierung von Schlüsselprozessen eingesetzt werden. Routineaufgaben im Beschaffungswesen wie die Auftragsabwicklung, der Rechnungsabgleich und das Lieferantenmanagement können durch KI genauer und schneller erledigt werden.

Darüber hinaus kann es für prädiktive Analysen verwendet werden. Sie kann bei der Analyse von Daten aus den Beschaffungsmärkten, historischen Beschaffungsmustern und externen Faktoren wie geopolitischen Ereignissen oder Wettermustern helfen, um KMU in die Lage zu versetzen, Risiken proaktiv zu mindern, Lagerbestände zu optimieren und bessere Bedingungen mit Lieferanten auszuhandeln.

Auswahl und das Management von Lieferanten verbessern

Die Technologie wird auch die Auswahl und das Management von Lieferanten verbessern. KMU können die Leistung und das Risiko von Lieferanten genauer bewerten und dabei Faktoren wie Lieferzeiten und Produktqualität berücksichtigen. Darüber hinaus können KI-gesteuerte Tools neue Lieferanten identifizieren und vorschlagen, die besser mit den Nachhaltigkeitszielen oder Budgetanforderungen eines Unternehmens übereinstimmen.

Der Einsatz von KI im Beschaffungswesen wird sich noch beschleunigen, da die Technologie die Art und Weise, wie KMU ihre Lieferketten beschaffen und verwalten, revolutionieren wird. Langfristig könnte sie zu einem kollaborativeren Beschaffungsökosystem führen, in das Daten aus verschiedenen Quellen einfließen. Dies könnte es KMU und Lieferanten ermöglichen, in Echtzeit zusammenzuarbeiten und Prognosen auszutauschen.

Insgesamt verspricht die Zukunft der KI in der digitalen Beschaffung ein intelligenteres, schnelleres und strategischeres Lieferkettenmanagement, das es KMU ermöglicht, Herausforderungen effizient zu bewältigen und Ergebnisse zu erzielen.

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