Die PERI SE aus dem bayerischen Weißenhorn hat ihre Schalungselemente für Baustellen mit dem Internet der Dinge vernetzt. Wie der Hersteller dank präziser Lokalisierungsdienste Abläufe optimiert und sein Geschäftsmodell erweitert.
PERI stattet die Schalungselemente unter anderem mit Low Cost Trackern aus. Diese sind wasserdicht und stoßfest und übermitteln über Mobilfunk ihre Position an die Cloud.
(Bild: achim reissner)
Fundamente, Wände oder Decken, Säulen, Silos oder Brückenpfeiler – wenn bei einem Bauvorhaben Elemente aus Ortbeton entstehen, muss das Material auf der Baustelle zügig verarbeitet werden. Dank entsprechender Schalungen oder Schalungssysteme wird der Beton, der aus Gesteinskörnung, Wasser und Zement besteht, in die gewünschte Form gebracht. Abhängig von der Zusammensetzung des Betons kann die Schalung dann bereits nach wenigen Tagen entfernt werden. Seine endgültige Festigkeit hat das Material dabei allerdings noch nicht erreicht. Es muss partiell noch weiterhin unterstützt werden.
Die je nach Bedarf standardisierten oder hochspezialisierten Schalungssysteme kommen von Experten wie dem bayerischen Unternehmen PERI SE. Die 1969 gegründete Firma mit inzwischen über 60 Tochtergesellschaften hat heute Niederlassungen in mehr als 70 Ländern weltweit und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. PERI verkauft oder vermietet Schalungselemente, die auf Baustellen rund um den Globus im Einsatz sind. Aktuell beispielsweise beim Neubau des Terminals 3 am Flughafen in Frankfurt am Main. Eigens konstruierte Schalwagen unterstützen die Arbeit an dem neuen, 550 Meter langen und 27 Meter breiten sogenannten Vorfahrtstisch. In zehn Metern Höhe gelangen die Fluggäste hier künftig direkt zur Abflugebene des Terminals. Der Vorfahrtstisch wird von 70 V-förmigen Stützen getragen und verbindet die beiden Zufahrts- und Abfahrtsrampen zum Terminal. Besonders bei der Schalung dieser schiefwinkligen Stelen auf beengtem Raum ist die Expertise von PERI gefragt.
Digitalisierungslücke in der Baubranche
Großbaustellen wie die in Frankfurt erfordern jedoch nicht nur in technischer und handwerklicher Hinsicht Präzisionsarbeit. Eine effiziente Organisation ist Grundvoraussetzung für ein solches Projekt. Arbeitsschritte und -abläufe müssen exakt geplant und aufeinander abgestimmt sein. Maschinen, Materialien und Werkzeuge für den jeweiligen Projektabschnitt pünktlich vorhanden und auffindbar sein, um Verzögerungen, einen hohen Personalaufwand bei der Suche und unnötige Kosten zu vermeiden.
Große Chancen, solche Prozesse in der Branche zu verbessern, sehen Planer und Projektverantwortliche laut einer aktuellen PwC-Studie in der Digitalisierung. Allerdings klaffe eine deutliche Lücke zwischen den Potenzialen digitaler Lösungen und den derzeitigen Fähigkeiten der befragten Unternehmen.
Dies gilt unter anderem für den Einsatz von IoT-Lösungen (Internet of Things) auf Baustellen. Dazu zählen Tracking- und Tracing-Anwendungen, die Firmen helfen, die Einsatz- oder Lagerorte von Materialien und Maschinen jederzeit in Echtzeit zu verfolgen. Auf 45 Prozent beziffert PwC hier die Diskrepanz.
Alle Elemente im Blick
Anders bei PERI. Mit 160 Mietlagern weltweit und der Beteiligung an zahlreichen komplexen Großprojekten muss die Firma stets genau wissen, wo sich ihre Gerüste, Schalwagen, Schalungswände und -systeme befinden und wie sie möglichst schnell und effizient zum nächsten Einsatzort gelangen. Daher haben die bayerischen Spezialisten ihre Elemente gemeinsam mit der Deutschen Telekom über eine digitale Lösung vernetzt. In einem Workshop entstand die Idee, zwei bereits erprobte IoT-Systeme für PERI miteinander zu kombinieren: Die Schalungselemente werden heute unter anderem mit dem Low Cost Tracker der Telekom ausgestattet. Das wasserdichte und stoßfeste Gerät sendet täglich über Mobilfunk seine Position an die die IoT-Cloud der Telekom. So wissen die Nutzer stets, auf welcher Baustelle oder in welchem Mietlager sich das gesuchte Teil befindet.
Auf der Baustelle selbst sorgt eine weitere Anwendung für die genaue Lokalisierung der Schalungselemente: Die Mitarbeiter sehen über eine Bluetooth-Lösung des Telekom-Partners Syfit auf einer Smartphone-App bis auf einen Meter genau, an welchem Lagerplatz sich das gesuchte Material befindet. Sie müssen keine Zeit mehr für die Materialsuche aufwenden, das erhöht die Produktivität auf dem Bau.
Nachhaltigere und effiziente Logistik
PERI selbst möchte dank der IoT-Lösung seinen Überblick über die Schalungselemente, die das Unternehmen vermietet, verbessern. Und damit unter anderem für eine effizientere Logistik sorgen: Dank der Lösung weiß der Hersteller künftig, welche Teile bei Kunden im Einsatz sind oder welche in einem der Mietlager liegen und kann Lager und Bestände besser verwalten. Die Disposition sieht, wann welche Teile die Lager verlassen oder wieder eintreffen und kann die gewünschten Elemente auf dem kürzesten Weg zustellen. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für mehr Nachhaltigkeit. Denn durch kürzere Transportfahrten reduziert PERI neben den Kosten auch noch den CO2-Ausstoß. Gleichzeitig kann das Unternehmen seinen Kunden präzise Lieferzeiten ankündigen. Ebenso lässt sich verlorenes oder gestohlenes Material über die Telekom-Lösung orten.
Zudem erweitertet PERI sein Geschäftsmodell für diejenigen Kunden, die die Schalungselemente kaufen. Ihnen bietet der Hersteller mit den Tracking-Lösungen einen Zusatz-Service an. Für die Bayern ein Verkaufsargument.
Künftig sollen alle Informationen aus dem IoT automatisch ins ERP-System von PERI einlaufen. Damit möchte das Unternehmen die Kauf- und Mietmodelle für seine Schalungselemente noch effizienter gestalten.
Stand: 08.12.2025
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