Bahnbrechende Erkenntnisse im Bereich Computer Vision Deutsche Informatikerin erhält den Europäischen Erfinderpreis

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Dr. Cordelia Schmid hat den Europäischen Erfinderpreis 2024 in der Kategorie „Forschung“ gewonnen. Das Europäische Patentamt (EPA) zeichnet die Informatikerin für ihre Leistungen aus, die Computer in die Lage versetzen, visuelle Informationen wie Menschen zu erfassen.

Cordelia Schmid: „Diese Auszeichnung ist eine großartige Nachricht und eine große Ehre. Sie erkennt die Bedeutung von innovativer Forschung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft an.“(Bild:  Europäisches Patentamt / TOMMAURERPHOTOGRAPHY)
Cordelia Schmid: „Diese Auszeichnung ist eine großartige Nachricht und eine große Ehre. Sie erkennt die Bedeutung von innovativer Forschung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft an.“
(Bild: Europäisches Patentamt / TOMMAURERPHOTOGRAPHY)

Bei einer Hybridveranstaltung in Malta verkündete das Europäische Patentamt (EPA) die Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2024. Preisträgerin in der Kategorie „Forschung“ ist die Informatikerin Dr. Cordelia Schmid. Als Koryphäe im Bereich Computer Vision bekannt, so das EPA, habe Schmid eine federführende Rolle bei der Entwicklung von Maschinen eingenommen, die die sichtbare Welt verstehen und mit ihr interagieren können – eines der Fundamente der modernen Künstlichen Intelligenz. Ihre innovative Arbeit habe den Weg für eine Reihe technologischer Fortschritte geebnet, die die Interaktion zwischen Menschen und intelligenten Systemen auf eine neue Stufe heben.

„Diese Auszeichnung ist eine großartige Nachricht und eine große Ehre. Sie erkennt die Bedeutung von innovativer Forschung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft an. Künstliche Intelligenz und Computer Vision sind mittlerweile zu einem selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Verantwortungsvoll entwickelt, haben beide Bereiche das Potenzial, unsere Gesellschaft auf die gleiche Weise zu revolutionieren, wie es die Dampfmaschine und der elektrische Strom in der Vergangenheit getan haben“, ist sich Dr. Cordelia Schmid sicher.

Die patentierten Technologien der Wissenschaftlerin hätten neue Standards dabei gesetzt, wie Maschinen visuelle Daten wahrnehmen und verstehen. Die von ihr entwickelten, ausgeklügelten Algorithmen würden Computern das Sehen und Analysieren von Bildern und Videos mit einem Detailverständnis ermöglichen, das dem von Menschen sehr nahekomme. Dieser Fähigkeit komme in der heutigen technologieorientierten und von visuellen Daten dominierten Welt eine wesentliche Bedeutung zu.

Die Transformation der maschinellen Wahrnehmung

Die Resonanz von Schmids Arbeit erstrecke sich über mehrere Bereiche: So sei die KI nun in noch höherem Ausmaß in der Lage, komplexe visuelle Daten in Echtzeit zu „sehen“ und zu interpretieren. Im Gesundheitswesen könnten Roboter z. B. in der Lage sein, ältere Menschen zu unterstützen oder Stürze zu erkennen. Darüber hinaus eröffne ihre Forschung auch neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen Mensch und Computer in Bereichen wie der Automobilbranche und der Umweltüberwachung: Hier könnte die KI bei der Entwicklung selbstfahrender Autos und der Erkennung von witterungsbedingten Veränderungen eine Rolle spielen.

„Die KI kann uns bei der Bewältigung einiger der drängendsten Probleme der Welt helfen, von der Nachhaltigkeit bis zur Gesundheitsvorsorge“, so Schmid weiter.

Da unsere Welt auf eine Zukunft zusteuert, in der KI nahtlos in alle Bereiche unseres Lebens integriert sein wird, biete Schmids Arbeit Einblicke in die neuen Möglichkeiten, die ethisch und verantwortungsvoll entwickelte KI-Systeme schaffen können. Ihr Ehrgeiz zur Lösung komplexer Probleme ziehe nicht nur technologische Fortschritte nach sich, sondern inspiriere eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu einer Forschung, die die Welt verändert, so das EPA.

„Meine größte Motivation ist es, mit einem schwierigen Problem konfrontiert zu sein, dessen Lösung nicht offensichtlich ist und einige Forschungsarbeit erfordert. Der erste Schritt besteht immer darin, eine mögliche Lösung zu entwerfen. Wenn diese Lösung dann nicht funktioniert, muss man die Ursache verstehen, andere Lösungen ausprobieren und das Problem aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten“, sagt Schmid.

Über die Preisträgerin

Ihre Karriere in der Informatik begann für Cordelia Schmid an der Universität Karlsruhe, wo sie ihr Studium 1992 mit einem Master of Science abschloss. Es folgte die Promotion am Institut National Polytechnique in Grenoble mit dem Schwerpunkt „Local Greyvalue Invariants for Image Matching and Retrieval“ (Lokale Grauwert-Invarianten bei Bildabgleich und -wiederherstellung), die vom INGP 1996 als beste Doktorarbeit ausgezeichnet wurde. Nach ihrer Promotion gehörte sie für einige Zeit der Robotics Research Group der Universität von Oxford an, bevor sie 1997 zum französischen Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung (Inria) wechselte. Bei Inria war sie federführend an einigen bahnbrechenden Fortschritten im Bereich Computer Vision beteiligt, die vor allem die Entwicklung von Technologien zur Förderung des Verständnisses visueller Daten durch Maschinen voranbrachten.

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