Das weltweite Datenaufkommen wird bis 2025 voraussichtlich die 180 Zettabyte-Marke erreichen. Mittlerweile ist bekannt, dass Daten sowohl Einfluss auf das menschliche Verhalten und Entscheidungen als auch auf geschäftliche Entscheidungen haben – dennoch wird ihr Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft.
Der Autor: Sunil Senan ist Senior Vice President and Business Head, Data and Analytics, Infosys
(Bild: Infosys)
Eine Studie von MIT Technology Review Insights in Kooperation mit Infosys unter 255 Geschäftsführern und -entscheidern belegt: 45 Prozent der Befragten nutzen Daten ausschließlich, um grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen. Anstatt einen Kopfsprung in das Meer der datengestützten Möglichkeiten zu machen, tauchen viele Unternehmen also nur vorsichtig den großen Zeh ins Wasser.
Traditionelle Quellen bringen Organisationen keine Wettbewerbsvorteile mehr. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt es moderne Ansätze. Dabei im Fokus: Agilität. Unternehmen müssen sich agiler aufstellen, um neue Möglichkeiten und Chancen vorherzusagen und entsprechend zu reagieren. Dazu benötigt es neue Wertschöpfungsketten mit nicht-traditionellen Partnern und Ökosystemen, die daten- und KI-basierte Produkte und Services bereitstellen.
Der Aufbau eines globalen digitalen Ökosystems vernetzt zuvor zusammenhanglose Daten über Branchengrenzen hinweg miteinander. Das wiederum bietet die Möglichkeit, eine digitale Wirtschaft aufzubauen. Innerhalb dieser schaffen Firmen eine Art Datenwertschöpfungskette. Mithilfe ihres Kooperationspartnernetzwerks entstehen dann datengestützte Produkte und Services, ebenso sind Unternehmen in der Lage, neue Einnahmequellen und Geschäftsmodelle zu erschließen. Eine solche Datenwirtschaft beruht auf einem starken Fundament aus Vertrauen, Ethik, Datenschutz und Governance.
Datengetriebene Paradigmen
Die Cloud ermöglicht es, das Sammeln und Analysieren von Daten zu monetarisieren, ohne Wirtschaftlichkeit oder technische Rentabilität berücksichtigen zu müssen – damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten und Potenziale. So könnte beispielsweise ein Hersteller von medizinischen Endgeräten mit Gesundheitsorganisationen zusammenarbeiten, um wichtige Patienteninformationen und Daten Dritter sicher zusammenzuführen. Auf diese Weise wäre die Firma in der Lage, die eigene Position als Anbieter von Gesundheitsinformationen während der Behandlung zu erweitern und zu stärken.
Ökosystempartnerschaften innerhalb der Datenwirtschaft ermöglichen zudem Zugang zu einer einheitlichen Echtzeitansicht der Daten von einzelnen Verbrauchern. Dies ist möglich, weil Datensätze nicht mehr isoliert in verschiedenen Organisationen, sondern vielmehr konsolidiert vorliegen. Bei einer weltweiten Krise, wie etwa COVID-19, bieten beispielsweise Kreditkartenunternehmen Verbrauchern eine große Unterstützung, indem sie mit Krankenhäusern, Telekommunikationsunternehmen und E-Commerce-Unternehmen zusammenarbeiten, um Patienten zu verfolgen.
Um in die Datenwirtschaft einzusteigen, müssen zunächst Datensilos beseitigt und wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Das erfordert einen strategischen Ansatz. Hierbei werden die Stärken und Schwächen der Daten bewertet und die richtige Organisationsstruktur vorbereitet. Ebenso wichtig sind die Unterstützung und Expertise durch die Führungsebene. Einige der Schritte umfassen:
Bestehende Infrastruktur modernisieren: Investitionen in veraltete Technologien erhöhen in vielen Fällen die „Trägheit“ eines Unternehmens. Aus diesem Grund sind Investitionen in neue Architekturen, die mit den Innovationen der Branche Schritt halten können, ebenso wichtig wie der Aufbau eines Ökosystems, das die Kosten für Daten in Einklang bringt. Darüber hinaus müssen Skills in den Bereichen sicherer Datenaustausch, Audit und Lineage, verwaltete Datenprodukte und KI/ML-gesteuerte digitale Lösungen aufgebaut werden.
Datengestützte Organisation aufbauen: Für traditionelle Unternehmen, die es mit der digitalen Konkurrenz zu tun haben, sieht der erste Schritt etwas anders aus: Diese Firmen sollten zunächst planen, wie sie Daten als strategische Ressource nutzen möchten. Erst dann werden die Geschäfts- und Datenstrategien aufeinander abstimmen, um einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Daraus entsteht ein Blueprint, der sich unternehmensweit umsetzen lässt. Mithilfe von Daten aus verschiedenen externen Quellen sind Firmen in der Lage, neue Möglichkeiten zu entdecken, um ihr Geschäft wiederzubeleben und neu zu erfinden.
An den Unternehmenszielen ausrichten: Unternehmen haben oftmals Herausforderungen, die richtige Problemstellung zu definieren – dies führt zu unrealistischen Geschäftsmodellen. Damit größere strategische Veränderungen erfolgreich sind, müssen die Datenmöglichkeiten mit der Unternehmensvision in Einklang gebracht werden.
Datenkompetenz und Micro Change Management: Da KI und ML in immer mehr Geschäftsbereichen zum Einsatz kommen, wird auch die Debatte um autonome Entscheidungsfindung lauter. Um Vertrauen aufzubauen, benötigt es angemessenes Micro Change Management. Darunter fällt der von Datenkompetenz, Verständnis für ethische, datenschutzrechtliche Richtlinien und die Einhaltung von Vorschriften sowie technisches Wissen über IoT (Internet of Things), 5G und KI/ML. Ein Beispiel: Ein Arzt, der eine von einer KI erstellte Gesundheitsprognose erhält, wird dieser wahrscheinlich nicht vertrauen, sofern er keinen klaren Einblick in den verwendeten Prozess und die Parameter hat, die bei der Erstellung der Vorhersage berücksichtigt wurden. Gibt man sowohl der KI als auch dem Arzt genügend Raum für Experimente und Lernmöglichkeiten, ist es möglich, gemeinsam zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.
Sobald Daten frei werden, lassen sie sich nutzen, um neue Einnahmequellen zu erschließen, den Kunden ein vielfältigeres Portfolio anzubieten und mit neuen oder neu konzipierten Produkten und Services in bisher unbekannte Bereiche vorzudringen. Unternehmen sind in der Lage, ihre Daten zu monetarisieren, indem sie diese mit ihren Ökosystempartnern und Kunden teilen und zu einer Plattform ausbauen, die eine wichtigere Rolle bei der Kundenbetreuung spielt. So erweiterte beispielsweise ein renommierter Innovator in der Luft- und Raumfahrttechnik seine Wertschöpfungskette, indem er einen Marktplatz für Daten und Erkenntnisse schuf. Diesen können Drohnenbetreiber nutzen, um ihre Flugpläne effizienter zu planen.
Stand: 08.12.2025
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Erfolgreich in der Datenwirtschaft
Daten sind ein fließender Vermögenswert, der Branchen und Marktsegmente durchdringt – sie haben das Potenzial, Unternehmen dabei zu unterstützen, Branchengrenzen zu überwinden, neue Wertschöpfungsketten aufzubauen und neue Ökosysteme zu schaffen. So sind Firmen in der Lage im Wettbewerb mit Digital Natives zu bestehen und zu gewinnen. Die technologischen Fortschritte in den Bereichen Cloud, KI, 5G und Metaverse fördern diese Möglichkeiten. Unternehmen müssen beim Aufbau dieser Ökosysteme die Grundsätze von Ethik, Vertrauen, Datenschutz und Compliance einhalten. Die Technologien entwickeln sich weiter, um auch diese Anforderungen zu erfüllen. Dies unterstützt Unternehmen nicht nur dabei, ein „verwaltetes Datenökosystem“ aufzubauen, sondern auch das Rezept für ihren nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und ihr Wachstum zu entwickeln.
Es ist unbestreitbar: Daten stellen einen enormen strategischen Wert dar. Angetrieben von neuen Technologien – KI, IoT, Cloud, Edge Computing, Blockchain, Quantencomputing, 5G, intelligente Geräte/Maschinen oder soziale und mobile Plattformen – sind die Möglichkeiten für Unternehmen in allen Branchen fast grenzenlos. Um die Vorteile der Datenwirtschaft zu nutzen, müssen Firmen jedoch tiefer in den datengesteuerten Markt oder Austausch eintauchen und so Zugang zu einem leistungsstarken globalen Ökosystem erhalten – dieses ist digital, vernetzt und intelligent und bietet Kunden ein erstklassiges Erlebnis.