GenAI-Report von Publicis Sapient Bei der KI-Nutzung sind C-Suite und VP-Level uneins

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Wenn es um die Wahrnehmung der Chancen und Herausforderungen von generativer KI geht, gibt es deutliche Unterschiede zwischen Praktikern und Unternehmenslenkern. Ein aktueller GenAI-Report von Publicis Sapient zeigt: Die VP-Suite erkennt Potenziale, die der C-Suite oft entgehen.

Als ChatGPT im Jahr 2022 auf den Markt kam, rückte die generative KI schlagartig ins öffentliche Bewusstsein. Zwei Jahre später hat sie die Welt verändert.(Bild:  © Summit Art Creations – stock.adobe.com)
Als ChatGPT im Jahr 2022 auf den Markt kam, rückte die generative KI schlagartig ins öffentliche Bewusstsein. Zwei Jahre später hat sie die Welt verändert.
(Bild: © Summit Art Creations – stock.adobe.com)

Die Generative KI hat gerade einmal zwei Jahre gebraucht, um die Welt zu verändern. Verbraucher und Unternehmen nutzen gleichermaßen große Sprachmodelle (LLMs) und generative KI-Lösungen treiben Prozesse von der Datenverwaltung bis zur Softwareentwicklung voran.

Doch die generative KI-Revolution verläuft auf mehreren Ebenen, wie auch die ursprüngliche industrielle Revolution. Die Spinning Jenny, die erste Spinnmaschine der Welt, gilt als ein Meilenstein der industriellen Revolution und der Technikgeschichte. Sie entstand jedoch in der Fabrikhalle, nicht in der Chefetage. Es sind die Praktiker, die Innovation vorantreiben.

Der 2024 Generative AI Innovation Report des Beratungsunternehmens Publicis Sapient vergleicht die unterschiedlichen Perspektiven von Entscheidern auf C-Level und VP-Level. Für die Studie wurden 1.000 Führungskräfte aus elf Ländern, darunter auch Deutschland, befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Während sich die C-Suite auf sichtbare Anwendungsfälle wie Customer Experience, Service und Vertrieb konzentriert, sieht die VP-Suite Chancen in allen Funktionsbereichen, darunter Operations, Personalwesen und Finanzen. Auch wenn öffentlichkeitswirksame Use Cases gerade bei der Unternehmensleitung im Fokus stehen, verändert die Generative KI im Stillen die Backoffice-Funktionen.
  • Dementsprechend erkennt die VP-Suite Einsatzmöglichkeiten für Generative KI, die von der C-Suite ignoriert werden. 60 Prozent der Befragten CEOs sind der Meinung, dass Chatbots und andere generative KI-Tools für den Kundenservice sehr wichtig sind, während nur 24 Prozent der auf Kundenservice spezialisierten Führungskräfte dieser Meinung sind. Im Gegensatz dazu halten nur 17 Prozent der CEOs KI-Agenten und Automatisierung für sehr wichtig, verglichen mit 33 Prozent der Befragten auf VP-Ebene.
  • Eine Kluft existiert auch bei der Risikowahrnehmung. 51 Prozent der Befragten auf C-Ebene äußerten mehr Bedenken hinsichtlich des Risikos und der ethischen Aspekte Generativer KI als bei anderen aufkommenden Technologien. Im Gegensatz dazu teilten nur 23 Prozent der VP-Ebene diese Bedenken.
  • Der Bericht zeigt außerdem inkohärente Reifegrade des generativen KI-Einsatzes innerhalb derselben Unternehmen. Organisationen können sich gleichzeitig in verschiedenen Reifegraden befinden, in dem auf der einen Seite Use Cases für Generative KI definiert werden, während in anderen Bereichen bereits customisierte Anwendungen auf Basis der Generativen KI entwickelt werden.
  • Erfolgsmessung bleibt ein Thema: Obwohl etwas über ein Drittel der befragten Unternehmen ein dediziertes Budget für generative KI-Projekte haben, besitzen mehr als zwei Drittel bisher keine Möglichkeit, den Erfolg ihrer Projekte zu messen.
  • 99 Prozent der Führungskräfte sind der Ansicht, dass ihr Unternehmen Fortschritte im Bereich der generativen KI macht, selbst wenn es sich nur um die Definition von Anwendungsfällen handelt. Die meisten Experimente finden jedoch fernab der Chefetagen statt.

„Unsere Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen Unternehmenslenkern und Praktikern, wenn es um die Wahrnehmung der Chancen und Herausforderungen von Generativer KI geht. Um das Potenzial auszuschöpfen, ist es entscheidend, Mitarbeitende auf allen Ebenen zu befähigen und eine Unternehmenskultur der Innovation zu schaffen“, so Matthias Schmidt-Pfitzner, Managing Director DACH beim Beratungshaus Publicis Sapient. „Es braucht eine organisationsübergreifende KI-Strategie, konsistente Kriterien der Erfolgsmessung sowie ein klares Risikomanagement, um die Vorteile zu nutzen und Gefahren wie die Entstehung von Schatten-KI zu bannen.“

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