AI for Media Network Bayerischer Rundfunk initiiert KI-Netzwerk

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Der Bayerische Rundfunk (BR) verbindet Verlage, Wissenschaft und Industrie: Das Netzwerk „AI for Media“ soll den wertebasierten KI-Einsatz im Journalismus fördern. BR-intern werde sich künftig ein interdisziplinäres Board ethischen Fragen widmen und übergreifende Anwendungsfelder für KI im BR priorisieren.

Beim Science-meets-Journalism-Treffen im Januar 2024 ging das AI for Media Network an den Start.(Bild:  BR)
Beim Science-meets-Journalism-Treffen im Januar 2024 ging das AI for Media Network an den Start.
(Bild: BR)

Zusammen mit Partnern in der ARD arbeitet der Bayerische Rundfunk an einer neuen Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Zeitalter von KI und Digitalisierung. Der Wissensaustausch und die gemeinsame Arbeit an neuen Anwendungsfeldern im Journalismus sollen dazu beitragen, gemeinsam KI-Lösungen im Netzwerk zu entwickeln.

Thomas Hinrichs, Programmdirektor Information des BR: „Der Journalismus ist von vielen Seiten unter Druck, und wir müssen auch technologische Unterstützung nutzen, um mit unserem Journalismus Menschen zu erreichen. Dabei bleiben unsere Mitarbeitenden unersetzlich – mit ihnen zusammen bauen wir im BR und in der ARD wertebasierte KI- und Automatisierungsexpertise auf. Unser Wissen teilen wir über unser AI-for-Media-Netzwerk. Dabei schauen wir auf beide Seiten der Medaille: Wo können wir die Technologie nutzen, um unseren Qualitätsjournalismus zu unterstützen – und wo müssen wir kritisch und investigativ zu den schnellen Entwicklungen auf dem KI-Markt berichten.“

Regelmäßige Treffen und gemeinsame Entwicklung

Das AI for Media Network ist Anfang des Jahres mit dem Treffen „Science meets Journalism“ im BR gestartet, bei dem Mitarbeitende aus Journalismus und Wissenschaft, u.a. von TUM und LMU, Methoden für journalistische KI-Anwendungen ausgetauscht haben. Im Juli fand der erste Hackathon des Netzwerks bei Microsoft statt. Die über 70 Teilnehmenden nutzten Methoden der generativen KI, also KI für Text- und Bildgenerierung, zur Medienproduktion. Für den Austausch zwischen Sendern, Verlagen und Lokalmedien organisiert der BR zusammen mit Ippen Media ein regelmäßiges Meet-up. Das erste Treffen im Juni hatte die Anwendung von großen Sprachmodellen in Newsrooms zum Thema, und Ippen, BR und SWR haben Beispiele für KI-Assistenten zur Texterstellung vorgestellt.

Das nächste Meet-up des AI for Media Network findet am 9. Oktober im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks statt. Die Anmeldung ist per Mail an aiformedia@br.de möglich, Netzwerkmanager ist Bernd Oswald.

Interdisziplinäres KI-Bord und neues KI-Government

Auch intern baut der BR Strukturen auf, die interdisziplinäre Perspektiven auf KI-Entwicklungen ermöglichen. Das neue BR-KI-Board mit Beteiligung aller Direktionen ist für die Priorisierung übergreifender KI-Projekte im BR verantwortlich und berät die Geschäftsleitung zu KI-Grundsatzfragen. Zudem ist das Board für Ethik-Workflows im BR zuständig und entwickelt damit die Arbeit einer Runde von KI-Expertinnen und Experten weiter, die sich seit 2020 zu KI austauschen.

Aktuell hat der Bayerische Rundfunk seine KI-Guidelines erneuert. Was im Hinblick auf Datenschutz, Informationssicherheit und journalistische Sorgfaltspflichten zu beachten ist, regelt ein neues KI-Handout. Mit Blick auf die veränderten Konsumgewohnheiten durch KI strukturiert BR24 seinen Newsroom um: Die Arbeit wird künftig unter den Dachbegriffen „Viewing“ und „Listening“ organisiert, statt der bisherigen Aufteilung in TV, Online und Radio. KI spielt eine Rolle bei neuen Workflows, wobei besonderes Augenmerk auf journalistische Qualitätsstandards gelegt wird.

Übergreifendes ARD-KI-Netzwerk

Darüber hinaus baut der BR zusammen mit dem WDR ein ARD-weites KI-Netzwerk auf, in dem Experten und Expertinnen aus der gesamten ARD gemeinsam an KI-Projekten arbeiten. Teams in sogenannten Clustern beschäftigen sich etwa mit kritischer Berichterstattung zu KI oder automatisierten Inhalten und Tools. Ein Cluster zu Verifikation und zur Aufdeckung von Desinformation startet im Herbst. Als Scharnier zwischen dem ARD-Netzwerk und dem BR fungiert die neue BR-Abteilung „KI-Strategie“ unter Leitung von Uli Köppen. Köppen wechselt damit in die Rolle des Chief AI Officer und übernimmt die Verantwortung für übergreifende KI-Projekte und die KI-Strategie im BR. Damit baut der BR auf dem programmierenden Journalismus auf, für den das seit 2020 bestehende AI + Automation Lab zusammen mit den investigativen Datenteams BR Data und BR Recherche steht.

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