Wer früher gerne Pidora auf dem Raspberry Pi eingesetzt hat oder generell Fedora gegenüber Debian (und dem Debian-Derivat Raspbian) bevorzugt, kann inzwischen zu Fedberry greifen. Die für das Raspberry Pi 2 optimierte Linux-Distribution ist ein Remix der aktuellen Fedora-Version und kann auf dessen App-Repository zurückgreifen, inkludiert allerdings auch einige zusätzliche Applikationen.
(Bild: Fedberry.org)
Eine lange Zeit ebenfalls weit verbreitete Alternative, die auch lange im NOOBS-Installer integriert war, war die Fedora-basierte Linux-Distribution Pidora. Diese Linux-Variante war ab 2014 auf die in den Raspberry-Pi-1-Modellen verwendete ARMv6-Architektur zugeschnitten. Allerdings wird Pidora bereits seit geraumer Zeit nicht mehr weiterentwickelt, so dass sich das OS bereits auf dem Raspberry Pi 2 nicht mehr vernünftig einsetzen ließ.
Ab 2015 sprang hierfür der Fedora Remix Fedberry in die Bresche. Dieses OS läuft auch auf den Modellen Raspberry Pi 2 und 2B, respektive 3 und 3B. Fedberry bietet Zugriff auf das umfangreiche Angebot an vorgefertigten Packages der Fedora-29-Fassung, integriert aber auch einige zusätzliche Anwendungen, die im Standard-Repositorium von Fedora nicht zu finden sind. Dies kann allerdings bisweilen zu Stabilitäts- oder Geschwindigkeitseinbußen führen. Der jüngste in Fedberry unterstützte (Stand: 30. November 2018) Release 29.1 liegt zum Download in einem GitHub-Repository bereit.
Der Vorteil des Remixes gegenüber der „Vanilla“-Fedora-Version war, dass Fedberry bestimmte Tools und Programme in sein Repository integrierte, die bei Fedora nicht vorhanden sind, beispielsweise den OpenSource-Browser Chromium. Mittlerweise unterstützt allerdings auch das Mainline-Release von Fedora die Raspberry-Pi-Plattform, so dass die Remix-Varianten an Relevanz verloren haben.
Linux-Nutzer, die Fedora gegenüber Debian bevorzugen, können seshalb nun auch direkt zu Fedora selbst greifen. Seit Version 25 unterstützt die Linux-Variante auch ARMv7- und ARMv8-basierte Geräte. Das macht das Betriebssystem direkt auf allen Raspberry Pi 2 und 3 Modellen lauffähig. Seit Version 28 wird auch das Raspberry Pi 3B+ vollumfänglich von Fedora unterstützt. Ein Support des Raspberry Pi 4 ist derzeit, in Fedora-Version 31 und 32, nur in sehr eingeschränktem Maß möglich (Stand: 30. Oktober 2019), da es noch Schwierigkeiten mit dem SBBR/UEFI Port gibt.
Red Hat Linux in Form des communitygetriebenen CentOS vertreten
Bei CentOS handelt es sich um eine communitybasierte Linux-Distribution, die auf dem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) aufbaut und somit zu letzterem komplett binärkompatibel, allerdings kostenfrei erhältlich ist. Es ist besonders auf Stabilität ausgelegt und unterstützt auch für RHEL gedachte Software, was das Betriebssystem auch für kommerzielle Applikationen attraktiv macht.
CentOS gilt als eine der am häufigsten auf Web-Servern eingesetzten Linuxversionen. Seit Version 7.3 unterstützt CentOS auch ARM-Architekturen und ist damit auf dem Raspberry Pi einsatzfähig. Abseits von diversen Weekly Builds ist liegt CentOS derzeit (Stand 9. Februar 2020) in Version 8.0 (Release 8 1911) vor.
OpenSuse jetzt auch auf Raspberry Pi 3 angepasst
Neben den hier genannten haben auch andere Linux-Varianten auf die eine oder andere Art ihren Weg auf den Einplatinenrechner gefunden. So unterstützt etwa auch OPENSuse, früher weit verbreitet und in Deutschland noch mit einer treuen Fangemeinde, die ARM-Prozessorarchitektur. Schon vor einigen Jahren gab es erste Anleitungen, mit denen sich Open Suse auch für den Einsatz auf dem Raspberry Pi 2 und Raspberry Pi 3 anpassen ließ. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt das OS nicht optimal auf die Hardware des RasPi zurechtgeschnitten, so dass die Installation von OpenSUSE auf dem Einplatinenrechner nur wirklich eingefleischten Fans zu empfehlen war.
Wer dennoch OpenSUSE für Raspberry Pi 3 testen möchte, dem sei der Griff zu OpenSUSE Leap 42.3 empfohlen. Die 64-Bit-Version des Betriebssystems unterstützt die auf dem Raspberry Pi 3 eingesetzte ARMv8-Prozessorarchitektur und lässt sich nach einigen Anpassungen stabil auf dem Einplatinenrechner einsetzen. Allerdings sind hierfür schon fortgeschrittene Linux-Kenntnisse empfohlen. Auch ein Einsatz auf Raspberry Pi 4 Modellen ist möglich, allerdings stehen diverse Features des Einplatinenrechners wie USB Hosts, Booten via Netzwerk oder Soundausgabe, nicht zur Verfügung. Raspberry-Pi-Versionen des OpenSuse "Tumbleweed" OS können auf einer eigenen Downloadseite für ARM-Architekturen bezogen werden (Stand 15. Mai 2020).
gentoo für schnelle Software-Applikationen
Auch andere Linux-Distributionen haben einen Weg auf den Einplatinenrechner gefunden, so etwa gentoo. Die Linux-Distribution zeichnet sich durch eine hohe Kontrolle des Anwenders über die auf dem System laufende Software aus. Gentoo Linux setzt dabei in erster Linie auf eine hohe Geschwindigkeit der Applikationen.
Stand: 08.12.2025
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Mit einigen Kniffen kann das Betriebssystem in einer 64-Bit-Version mit voller Unterstützung aller Hardwarefunktionen – einschließlich WiFi – auch auf einem Rasberry Pi 3B+ zum Einsatz kommen (Stand: 24. Februar 2019). Ein voll funktionaler Port auf Raspberry Pi 4 war zum aktuellen Zeitpunkt dieses Beitrags noch nicht verfügbar.