Automatisierung im Umbruch VDI-Kongress diskutiert KI, Robotik und Sicherheit in der industriellen Automation

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz krempelt die Automatisierung um. Doch wie souverän ist Europa in der Gestaltung? Der VDI-Kongress Automation 2025 bringt Industrie und Forschung zusammen – mit deutlichen Appellen und technischen Weichenstellungen.

"human centric automation":  Fachpublikum diskutiert in Baden-Baden über KI, Robotik und industrielle Zukunftstrends.(Bild:  KI-generiert)
"human centric automation":  Fachpublikum diskutiert in Baden-Baden über KI, Robotik und industrielle Zukunftstrends.
(Bild: KI-generiert)

Am 1. und 2. Juli 2025 trifft sich die Automatisierungsbranche auf Baden-Baden. Der 26. VDI-Kongress Automation versammelt über 100 Expertinnen und Experten, die sich mit aktuellen technologischen Entwicklungen befassen – von kognitiver Robotik über industrielle Datenräume bis hin zu neuen regulatorischen Anforderungen. Der diesjährige Leitgedanke: „Human-centric Automation“.

Besonders viel Aufmerksamkeit zieht die Rolle der künstlichen Intelligenz auf sich. Für Prof. Dr. Hans Uszkoreit vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) steht fest: KI verändert die industrielle Welt tiefgreifend. Europa müsse sich eigene Kompetenzen sichern. Wer lediglich einzelne KI-Module einfügt, verfehlt laut Uszkoreit das Potenzial. Stattdessen fordert er eine strukturelle Neuausrichtung von Prozessen. Die Wirkung von KI sei so umfassend, dass sie als „fünfte industrielle Revolution“ zu verstehen sei.

Europa braucht eigene Infrastruktur statt digitaler Abhängigkeit

Auch Jörg Bienert, Vorstand des KI-Bundesverbands, fordert mehr Eigenständigkeit in der europäischen KI-Entwicklung. Seine Warnung: Wer digitale Infrastrukturen nicht selbst betreibt, gerät in riskante Abhängigkeiten. Foundation-Modelle sollten daher wie Straßen oder Stromnetze als öffentliche Infrastruktur betrachtet werden, also gefördert und geschützt.

Die Robotik-Szene zeigt bereits, wie KI konkret in industrielle Anwendungen einfließt. David Reger, CEO von NEURA Robotics, spricht über kognitive Roboter, die dank Sensorik, Sprache und Mimik natürlicher mit Menschen interagieren. Auch TRUMPF-Manager Paul Stumpf sieht in der Robotik neue Chancen – gerade für mittelständische Fertiger, die mit klassischen Automatisierungslösungen an Grenzen stoßen. Mit kamerabasierten Systemen und KI sollen sich Roboter künftig eigenständig an wechselnde Formate und Stückzahlen anpassen.

Sicherheitsanforderungen nehmen zu und nicht jede Maschine ist bereit

Während KI und Robotik neue Möglichkeiten schaffen, steigt auch der Druck bei der Absicherung vernetzter Systeme. Die neue Maschinenverordnung, die ab 2027 gilt, sowie der Cyber Resilience Act und die NIS-2-Richtlinie setzen strenge Maßstäbe. Thorsten Knöner von Phoenix Contact warnt: Viele bestehende Produkte werden den Anforderungen nicht mehr genügen. Unternehmen müssten frühzeitig reagieren, sonst drohe eine Marktbereinigung.

Vielfalt an Themen, Chancen zum Austausch

Der Kongress bietet neben den technischen Vorträgen auch Raum für Vernetzung. Die Future Zone bringt Start-ups und Forschungsgruppen mit etablierten Unternehmen zusammen. In einer parallelen Konferenz dreht sich alles um Machine Vision – von der klassischen Inspektion bis zur Integration smarter Systeme. Inhaltlich deckt das Programm ein breites Spektrum ab: Von Prozessautomation über industrielle Kommunikation bis hin zu Fragen der Nachhaltigkeit und zukünftiger Arbeitswelten.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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